Älteste Kuh in Hessen

RTL und arte drehen auf Gnadenhof in Schlitz: So war der letzte Umzug von Kuh-Oma Anke

  • Sebastian Reichert
    vonSebastian Reichert
    schließen

Großer Medienrummel um Kuh-Oma Anke: Die älteste Kuh Hessen ist auf einen Gnadenhof, die „Diebel Ranch“, in Schlitz im Vogelsberg gezogen. Dort darf die Kuh von Horst Kaiser ihren Lebensabend verbringen. RTL berichtete. Auch arte drehte in Schlitz.

Schlitz - Anke ist mit ihren 23 Jahren, laut Geburtenregister der Kuhzüchter, die Älteste in Hessen. Fast zwei Jahrzehnte lang hat sie eine Herde von Bauer Horst Kaiser in Neukirchen-Seigertshausen im Schwalm-Eder-Kreis angeführt. Nun ist die Kuh der französischen Limousin-Rinderrasse nach Schlitz im Vogelsbergkreis auf den „Diebel Ranch“-Gnadenhof umgezogen.

RTL filmt Kuh-Oma Anke: Älteste Kuh in Hessen zieht nach Schlitz

Die Kuh mit dem braunen Fell darf in dem Hof in der Burgenstadt nun ihren Lebensabend verbringen. Die „Diebel Ranch“ bringt Tiere vom Verein Initiative Lebenstiere unter. Dieser wird durch Spenden finanziert. „Die monatlichen Pensionskosten für die Tiere werden jeweils von Paten übernommen. Diese können die Tiere auch besuchen“, sagt Julia Dünzl aus Haunetal-Wetzlos, die Vorsitzende des Vereins.

Ihr bisher ganzes Leben hat die Kuh Anke indes auf dem Hof von Bauer Horst Kaiser in Neukirchen-Seigertshausen im Schwalm-Eder-Kreis verbracht. Dort war sie vor 23 Jahren geboren worden. „Ich habe sie selbst groß gezogen. Ihre Mutter war die erste Limousin-Kuh, die ich hatte“, erinnert sich Kaiser im Gespräch mit der Fuldaer Zeitung.

Bei Horst Kaiser gehörte Kuh Anke zur Familie.

„23 Jahre war sie bei uns – sie gehört zur Familie. Mit ihr verbinde ich ganz viele Erinnerungen. Sie hat nur einmal in ihrem Leben einen Tierarzt benötigt“, erzählt der 60 Jahre alte Bauer aus Seigertshausen. „Ich habe zwei Wiesen, die durch ein Waldstück getrennt sind. Wenn ich die Herde umsetzen wollte, hat sie als Leit-Kuh die anderen Tiere angeführt. Da konnte ich mir Personal sparen.“

RTL, HR und arte-Doku rund um Anke und den Gnadenhof

Insgesamt 16 Kälber brachte Anke zur Welt. Nun darf sie im hohen Kuh-Alter ihren Lebensabend in Schlitz verbringen. Auf dem einstigen Hof des Schlitzer Originals Willi Noll (93). Den Hof führt seit drei Jahren sein Enkel Sebastian Diebel (31) mit seiner Frau Janine (28).

Kuh-Oma Anke ist im Alter von 23 Jahren noch absolut fit.

Den Umzug von Kuh-Oma Anke begleiteten mehrere TV-Sender – RTL, der HR (Hallo Hessen, Maintower). Morgens war zudem ein Team für eine arte-Doku auf dem Hof. Auf diesen, auf den früheren Hof von „Nolle Willi“, kamen erstmals vor zwei Jahren Tiere über den Verein Initiative Lebenstiere.

Mittlerweile leben bei den Diebels ein Pferd, vier Schafe und 14 Rinder als Pensionsgäste. Zudem besitzt das Ehepaar zehn eigene Pferde. „Das alles verdanken wir meiner Stiefmutter und meinem Papa, Gertraude „Gerdi“ und Klaus Diebel“, zeigt sich Sebastian Diebel dankbar, dass der Hof nach einer langen Zeit der Verpachtung noch in Familienbesitz ist.

Sebastian Diebel führt die „Diebel Ranch“ mit seiner Frau Janine. Sein Opa Willi Noll ist in Schlitz sehr bekannt.

Kuh-Oma Anke wird auf der „Diebel Ranch“ in der Seniorengruppe untergebracht. Darin befinden sich neben einem einäugigen Ochsen auch eine 19 Jahre alte Kuh, die bis zur Ankunft von Anke die älteste Kuh auf dem Hof war.

„Rinder werden als Nutztiere normalerweise im Alter von acht bis zwölf Jahren geschlachtet“, berichtet Dünzl. „Ansonsten werden sie normalerweise im Schnitt 20 Jahre alt.“

Willkommen, Anke! Sebastian Diebel begrüßt die älteste Kuh in Hessen auf seinem Hof in Schlitz.

In Schlitz darf Anke Dreiviertel des Jahres auf der Weide des Hofes, der aktuell 32 Hektar bewirtschaftet, verbringen, darf Futter genießen, das ausschließlich auf den Weiden des Hofes gewachsen ist. Bauer Horst Kaiser ist froh: „Ich wollte Anke den Schlachthof ersparen. Sie ist wie eine alte Frau von 90 Jahren, aber noch total fit.“

Übrigens, der Tierschutzverein Verantwortung Leben in Hainzell ist jetzt für den Einsatz für Mensch und Tier mit dem Goldenen Fressnapf 2020 ausgezeichnet worden. Ebenfalls Hainzell verzückte zuletzt das kleine weiße Hochlandrind-Kälbchen „Baby“ die Spaziergänger.

Rubriklistenbild: © Sebastian Diebel

Das könnte Sie auch interessieren