Eine Wölfin lebt derzeit im Vogelsberg. (Symbolbild)
+
Eine Wölfin lebt derzeit im Vogelsberg. (Symbolbild)

Lebhafte Diskussion

Runder Tisch zum Thema Wolf im Vogelsberg: FDP scheitert in Kreistag mit Antrag klar

  • Marcus Lotz
    vonMarcus Lotz
    schließen

Ein Antrag der FDP-Fraktion, einen Runden Tisch zum Thema Wolf im Vogelsberg einzurichten, hat in der jüngsten Sitzung des Kreistags für Diskussionsstoff gesorgt. Wegen des Coronavirus blieben die Abgeordneten auf Abstand.

Wartenberg - „Uns geht es darum, dass eine größtmögliche Transparenz hergestellt wird, wenn es um das Thema Wolf geht“, leitete Mario Döweling, Fraktionsvorsitzender der FDP, den Antrag seiner Partei ein. Er betonte: „Da gehört eben nicht nur der Bereich Landwirtschaft dazu, sondern auch eine breitere Öffentlichkeit.“

Er habe sehr wohl registriert, dass es wegen des Wolfs etwa einen Austausch mit den Gemeinden Ulrichstein und Schotten gebe. „Das kann es aus unserer Sicht aber nicht gewesen sein. Denn der Wolf ist eben nicht nur dort unterwegs, sondern auch etwa in Feldatal und in Lautertal.“

Landrat Görig verweist auf Wolf-Termin am 6. März

Daher müsse ein Runder Tisch eingerichtet werden, um die Öffentlichkeit auf breiterer Ebene zu informieren und sich auszutauschen, wenn es etwas neues gebe. „Ich glaube, mehr Informationen schaden nicht, sondern sind in diesem Fall sogar förderlich.“

Der Fraktionsvorsitzende wies darauf hin, dass ein Runder Tisch zudem die Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung steigern könne. Außerdem regte Döweling an, die hessische Wolfsbeauftragte in den entsprechenden Ausschuss einzuladen. 

Landrat Manfred Görig (SPD) stellte klar: „Der Runde Tisch, den Sie fordern, hat schon stattgefunden – und zwar am 6. März.“ Damals sei auf Wunsch eines Landwirtes vor Ort alle Betroffenen eingeladen worden – unter anderem die Vertreter der Landwirtschaft, der Oberen Naturschutzbehörde und des Regierungspräsidiums, der Kreisverband der Jagdgenossen, der Schafhalterverband und die hessische Wolfsbeauftragte.

Görig zum Runden Tisch: „Ich möchte keine Laberrunde“

Bei diesem Termin habe der Landkreis die Forderungen der Betroffenen an die Landesregierung zusammengetragen und im April nach Wiesbaden geschickt. „Ich glaube, dadurch ist auch in Wiesbaden angekommen, dass es nicht nur die Landwirte und Schafhalter betrifft, und ich glaube, da wird sich was tun“, so der Landrat.

Ein Runder Tisch sei grundsätzlich eine gute Idee. „Aber dann muss auch was dabei herauskommen.“ Auch sehe er „keinen Sinn“ darin, die Anwohner sämtlicher Ortsteile einzuberufen, in denen der Wolf gesichtet werden könnte. „Wir müssen uns darauf konzentrieren, dass wenn etwas geschieht, wir uns mit den Menschen vor Ort zusammensetzen.“ Görig stellte klar: „Ich möchte auf gut Deutsch keine Laberrunde, die ich alle halbe Jahre einladen muss.“

Grüne unterstützen Vorschlag der FDP

Dem pflichtete der Erste Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak (CDU) bei: „Was wollen wir denn bei einem Runden Tisch noch vertiefend klären? Was wir wollen und fordern, ist dargelegt worden. Wenn ich mich da hinsetze, generiere ich eine Erwartungshaltung, die bereits definiert ist.“

Die Grünen schlugen sich derweil auf die Seite der FDP. „Ein Runder Tisch ist eine Möglichkeit, sich auszutauschen und Fachfragen mit den Bürgern und den Betroffenen zu erörtern“, führte Claudia Mävers (Grüne) aus. Bei solchen Treffen gehe es nicht nur um konkrete Ergebnisse, sondern auch darum, „transparentes Handeln in der Verwaltung zu dokumentieren und Bürgerbeteiligung auf breiter Basis zu fördern“.

41 Nein-Stimmen, 13 Ja-Stimmen

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Matthias Weitzel, stellte dagegen klar: „Was wir hier auf der Ebene des Vogelsberges machen können, ist bereits passiert.“

Michael Ruhl (CDU) ergänzte: „Das Forderungspaket, das bereits erarbeitet wurde, ist in Wiesbaden sehr deutlich wahrgenommen worden.“ Zudem habe sich der Sachstand zum Thema Wolf seit März nicht verändert. „Da halte ich es für sinnvoller, sich wieder zusammenzusetzen, wenn es tatsächlich Neuigkeiten gibt.“

Der Kreistag lehnte den Antrag der FDP schließlich mit 41 Nein-Stimmen gegenüber 13 Ja-Stimmen ab. Zuletzt war in Gersfeld in der Rhön im Landkreis Fulda ein Wolfsangriff auf eine Islandstute vermutet worden. Eine (erste) DNA-Probe brachte in diesem Fall aber keine Aufklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema