Kisten mit Äpfeln in Sandlofs
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Die reiche Apfelernte kann man in Sandlofs bewundern.

Tipp für Hobbyobstbauern

Ein Besuch der Apfel-Annahmestelle in Sandlofs: Wo Obst eine Währung ist

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Das Problem kennen im Herbst viele Apfelbaumbesitzer: Wohin mit dem vielen Obst? Ein echter Tipp ist die Apfel-Annahmestelle des Ehepaars Wytrickus in Sandlofs. Dort bekommen die Hobbyobstbauern für ihre Ernte echten Mehrwert.   

Schlitz - Im Oktober ist wochentags von 17 bis 18.30 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr auf dem Hof des H-Getränkemarktes in Sandlofs oft Hochbetrieb. Dann werden Äpfel aus nah und nicht ganz so nah angeliefert, um dann später vom Lkw der Kelterei Biocontor Elm aus Flieden abgeholt und zu Saft gepresst werden.

Die Leute, die Äpfel abliefern, bekommen dafür aber kein Bargeld ausbezahlt, sondern legen eine Art Apfelkonto an, wie Anette Wytrickus erläutert. Wenn sie dann später kommen, um Apfelsaft von Elm zu kaufen, bekommen sie diesen pro Flasche 40 Cent günstiger als zum normalen Ladenpreis. Einen Eins-zu-eins-Umtauschkurs gibt es für andere Getränke. Ein Kilo Äpfel wird laut „Wechselkurs“ mit zehn Cent verrechnet. So kann man für sein Apfelguthaben auch andere Getränke erwerben.

Betreiberin der Apfel-Annahmestelle sagt: „Ich kann Äpfel in Bier verwandeln“

„Ich kann Äpfel in Bier verwandeln“, meint Anette Wytrickus verschmitzt, wenn sie Neukunden über diese Möglichkeit der Naturalisierung aufklärt. Zertifizierte Bio-Äpfel werden höher bewertet als normale. Dieses Zertifikat kann jeder kostenfrei erwerben, wenn er entsprechende Vorgaben erfüllt. Dieses Zertifikat wird nach einer Überprüfung durch eine von Elm beauftragte Biokontrollstelle ausgestellt und die Lieferer von Bio-Äpfeln verpflichten sich vertraglich, entsprechende Standards einzuhalten. Anette und Manfred Wytrickus bekommen im Kreis dieses Lohn-Most-Verfahrens von der Kelterei Wiegegeld sowie Provision je verkaufter Flasche, so dass sie ebenfalls von der Apfelannahme profitieren.

Seit 28 Jahren betreiben sie den Getränkemarkt in Sandlofs, und seit etwa 25 Jahren nehmen sie dort auch die Früchte aus den heimischen Gärten an und leiten sie zur Verwertung weiter. „Früher gab es viele Apfel-Annahmestellen, aber wir sind eine der letzten, die übrig geblieben sind“, berichtet Manfred Wytrickus. So kommt es auch schon vor, dass ein Hänger aus Bad Salzungen voll beladen mit dem grün-goldenen Obst im Hof eintrifft. Und für viele aus der näheren Umgebung ist der Hof nicht nur Umschlagplatz für Äpfel, sondern für Informationen und Anekdoten aus der Nachbarschaft, denn oft verweilen die Kunden länger, als es für die reine Ablieferung notwendig ist.

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Annahme in Sandlofs noch bis Ende Oktober

Über die Annahme hat Manfred Wytrickus auch einen guten Überblick darüber, wie die Ausbeute insgesamt in dem jeweiligen Jahr war. Bis jetzt seien im H-Markt Sandlofs 22 Tonnen abgeliefert worden, was einem durchschnittlichen Apfeljahr entspreche.

Die EDV für die Abrechnung bei der Apfelannahme läuft zentral über einen Server der Kelterei. Der schien am Montagnachmittag etwas überlastet, denn die Annahmestellen boomen derzeit, wie Anette Wytrickus erklärt. Deswegen wurden an diesem Tag einige Lieferungen erst später nachgebucht.

Liefern kann man noch bis zum 31. Oktober. Dann ist die Annahme in Sandlofs für dieses Jahr beendet.

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