Lena Schmelz-Obenhack und Thomas Obenhack mit drei Alpakas.
+
Lena Schmelz-Obenhack und Thomas Obenhack mit ihren Tieren.

Exoten in Willofs

Exoten in Willofs: Als tierische Allzweckwaffen arbeiten Alpakas hier gegen den Stress

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
    schließen

In Willofs fühlen sich Exoten wohl: Zum Beispiel Alpakas, die am Bachlauf der Jossa kaum zu übersehen sind. Das Wohlbefinden der aus den Anden stammenden Kameliden liegt aber nicht nur an der guten Höhenluft, sondern auch an der guten Pflege auf dem Jossatal Hof. 

Schlitz - Angefangen hat alles vor 30 Jahren in der Schlitzerländer Tierfreiheit. Thomas Obenhack arbeitet damals dort und bekam mit, dass ein Alpakahengst zum Verkauf stand. Er erwarb das Tier. Damals waren Alpakas noch recht exotisch, so dass Obenhack bis nach Kiel schauen musste, um eine Stute zu kaufen. Damit war die Grundlage für die Alpakazucht auf dem Hof Jossatal gelegt.

Jetzt tummeln sich 30 dieser ebenso eleganten wie niedlichen Paarhufer auf dem Gelände des Bauernhofes. Diese Tiere mit „Migrationshintergrund“ haben dem Hof Jossatal Alpakas sogar zu dem Titel Vogelsberg Original verholfen. Schließlich seien alle Stuten, erklärt Tochter und Geschäftsführerin Lena Schmelz-Obenhack, im Vogelsberg geboren. Die Hengste müsse man aber immer von woanders her zukaufen, um Inzucht zu vermeiden. Zum Glück gebe es heute eine ganze Reihe von Alpaka-Züchtern, so dass sich in einer gut vernetzten Szene gegenseitig ausgeholfen werden kann.

Hof Jossatal: Neben Alpakas ziehen auch Esel und Wachteln Aufmerksamkeit auf sich

Prämiert wurde das Filzset aus der Wolle der Alpakas und deren Dung, der als „Alpaka Gold“ reißenden Absatz findet. Der Dung der Alpakas ist nämlich rein biologisch, wird dem Futter der Tiere doch nichts beigemischt. Der Kot wird getrocknet, gemahlen und dann abgepackt. Er hat zwei Vorteile, wie Obenhack erklärt: erstens ist er geruchsneutral und eignet sich deshalb gut für Zimmerpflanzen, und zweitens würden diese dann auch besser wachsen als mit anderem Dünger. Noch besser lasse sich aber das Filzset verkaufen, berichtet Schmelz-Obenhack.

Dabei stellen diese beiden Produkte nur einen kleinen Ausschnitt dessen dar, was man mit den Vierbeinern anstellen kann. Auf dem Hof im Jossatal werden auch Hofführungen für Schulkinder angeboten, wo neben den Alpakas auch Esel, Ziegen und Wachteln die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Kontakt

Den Hof Jossatal findet man in Willofs, Sommerberg 14, Telefon (0152) 28503355.

„Alpakas sind sehr feinfühlig, sensibel und neugierig“, beschreibt Lena Schmelz-Obenhack ihre Schützlinge. Allerdings in der Regel nicht besonders verschmust. Eine Ausnahme auf dem Hof ist die Stute „Maja“, die schon als Jungtier ihre Mutter verloren hatte und deswegen von Hand aufgezogen wurde. Dadurch ist sie sehr auf Menschen geprägt und lässt sich auch gerne streicheln.

Die beruhigende Ausstrahlung von Alpakas nutzt Schmelz-Obenhack auch zu therapeutischen Zwecken. Alpaka-Wanderungen und der Umgang mit den Tieren habe einen positiven Effekt auf die Menschen. Firmen und Schulklassen nutzen die verschiedenen Angebote um bei der Beschäftigung mit den Vierbeinern ihren Teamgeist zu stärken. Immer willkommen sind auch Kinder, die zum Beispiel ihre Geburtstagsfeier unter dem Motto „Alpaka“ gestalten und dabei mit Spiel und Spaß mehr über die Tiere erfahren, und auch Brautpaare haben sich schon gerne mit den dekorativen Tieren ablichten lassen. So ist das Alpaka quasi eine Allzweckwaffe gegen Stress und Langeweile.

Nicht nur im Vogelsberg gibt es entsprechende Angebote: In der Rhön können Interessierte mit Alpakas wandern. In Hofbieber-Wallings gibt es eine Alpaka-Farm.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema