An der Schmalseite von Schloss Hallenburg sind schon die Durchbrüche für die Aufzugtüren zu sehen.
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An der Schmalseite von Schloss Hallenburg sind schon die Durchbrüche für die Aufzugtüren zu sehen.

Schlitzer Projekt

Durchbruch für Aufzug ist geschafft: Arbeiten an der Landesmusikakademie in Schloss Hallenburg

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Über einen Aufzug für Schloss Hallenburg wurde lange debattiert. Jetzt nimmt der vom Schlitzer Planungsbüro wkplan erdachte Außenaufzug Gestalt an.

Schlitz - Das Fundament für den Aufzug ist schon gelegt, die Stahlträger für die Außenkonstruktion liegen schon bereit. Zufrieden schauen Manfred Kuhlmann und Alexander Witzel über das kleine Baustellengelände. Nur wenige Minuten Fußweg trennen das Büro der beiden Planer von ihrem prestigeträchtigen Objekt. „Generell sind wir mit dem Fortschritt der Bauarbeiten zufrieden. Es gab eine sehr enge und intensive Zusammenarbeit“, erklärt Kuhlmann. (Lesen Sie hier: Landesmusikakademie legt Jahrsprogramm vor)

Schlitz: Neuer Aufzug der Landesmusikakademie soll Orkan standhalten

Partner waren die heimischen Unternehmen Karn für den Rohbau und die Sandsteinarbeiten und Metzendorf für Stahlbau, Gerüst und Verkleidung, letzteres gemeinsam mit seinen Subunternehmen. Der Aufzug soll gegen Ostern fertiggestellt sein. Der Aufzug selbst wird von der Marburger Firma Bohne errichtet. Er wird 15 Meter hoch sein und sechs Personen barrierefrei transportieren können. Die Forderung nach einem barrierefreien Zugang zu allen Geschossen der Landesmusikakademie war ein wichtiger Punkt, das Projekt „Aufzug“ in Angriff zu nehmen. Für die Verglasung werden 1000 Quadratmeter Glas benötigt. Dabei soll Spezialglas verwendet werden, das Vogelschlag verhindern kann.

Bei der Planung und den anschließenden Arbeiten galt es eine Reihe von Besonderheiten der Gebäudestruktur zu berücksichtigen. So weist Kuhlmann auf die Gründung des Gebäudes im Hochwasserschutzgebiet hin. Bis zur Unterkante der Kellerfenster musste wasserdicht gebaut werden.

Besprechung am Bau mit Manfred Kuhlmann (zweiter von links) und Alexander Witzel (rechts).

Zudem ist die Hallenburg auf Eichenholzbohlen gegründet. Beim Bau achtete man darauf, dass die Bohlen im feuchten Bereich der Erde bleiben, weil bei trockenem Holz eher die Gefahr besteht, dass es bricht. Eine Rundleitung, die um die Hallenburg führt und in die Fulda ableitet. Im Bereich des Aufzuges mussten die Rohre verlegt werden.

Auch bei den vier Durchbrüchen, einer im Kellergeschoss, erlebten die Planer Überraschungen. Die Mauern wiesen unterschiedliche Stärken auf. Dann stellten sich statische Herausforderungen. „Die Kunst war, die Windlast auf den Aufzug in das Bestandsgebäude zu leiten“, erklärt Witzel. Dazu mussten Verbindungen in das innere Mauerwerk geschaffen werden, die die außen gelegene Fahrstuhlkonstruktion stabil hält. Schließlich solle sie auch einem Orkan standhalten können.

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