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Bürgermeisterwahl in Schlitz - Vier Kandidaten wollen Rathauschef werden

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Von: Walter Kreuzer

Vier Kandidaten wollen das Bürgermeisteramt in Schlitz für sich gewinnen: Zeynel Can (unten), Thomas Dostal (links), Jürgen Laurinat (rechts) und Heiko Siemon.
Vier Kandidaten wollen das Bürgermeisteramt in Schlitz für sich gewinnen: Zeynel Can (unten), Thomas Dostal (links), Jürgen Laurinat (rechts) und Heiko Siemon. © Bernd Götte; dpa, privat

Am Sonntag finden die Bürgermeister-Direktwahl in Schlitz statt. Vier Kandidaten wollen den Chefsessel in der Stadt im Vogelsberg besetzen.

Schlitz - In Schlitz steht nach nur dreieinhalb Jahren eine neue Bürgermeisterwahl an. Im April 2019 hatte Alexander Altstadt (CDU) seinen Parteifreund und heutigen Vogelsberger Kreisbeigeordneten Hans-Jürgen Schäfer abgelöst, der das Amt 24 Jahre lang inne hatte. Allerdings konnte Altstadt den Posten nur gut vier Monate ausfüllen, ehe er Anfang September 2019 einen Schlaganfall erlitt.

Seither werden die Aufgaben vom Ersten Stadtrat Willy Kreuzer (CDU) ehrenamtlich ausgeführt. Ende Oktober 2021 wurde das Dienstverhältnis von Stadt und Altstadt wegen dessen Gesundheit aufgelöst. Daher muss in der Burgenstadt nun erneut gewählt werden.

Die Schlitzer haben dabei die Wahl zwischen vier Kandidaten. Jürgen Laurinat ist der einzige davon, der bereits Ende 2018 ins Rennen gegangen war. Der gebürtige Norddeutsche aus Scheeßel lebt seit Jahren in Schlitz und ist verlobt. Der 44-Jährige tritt als parteiunabhängiger Kandidat an. Seit der Kommunalwahl 2021 sitzt er jedoch für die FDP im Stadtparlament und ist dort inzwischen Fraktionsvorsitzender.

Schlitz: Bürgermeister-Wahl - Vier Kandidaten wollen Rathauschef werden

Er hat Bauingenieurwesen und Betriebswirtschaft studiert und war in der Geschäftsführung verschiedener Unternehmen tätig. 2020 hat er die Firma Laurinat Solarpark gegründet. Als seine Hauptthemen im Wahlkampf nennt er das Nutzen der Potenziale des Schlitzerlandes, ein nachhaltiger Umgang mit der Natur und den finanziellen Ressourcen, um die Lebensqualität zu sichern. Ihm geht es zudem um Respekt und Transparenz.

Als Überraschungskandidat quasi in letzter Minute der Bewerbungsfrist ist Thomas Dostal ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus eingestiegen. Der 58-Jährige tritt für die AfD an, für die er in einem Forum des „Schlitzer Bote“ die Gründung eines Ortsverbandes ankündigte – ohne aber die Zahl der Schlitzer Mitglieder nennen zu wollen. Er spricht davon, die „ausufernden Kosten senken“ zu wollen und dass er sich um „die steuerlich ausgepresste Bevölkerung“ sorge. In der Kommunalpolitik war er bislang nicht aktiv.

Am Sonntag findet die Bürgermeisterwahl in Schlitz statt. (Symbolbild)
Am Sonntag findet die Bürgermeisterwahl in Schlitz statt. (Symbolbild) © Uli Deck/dpa

Die beiden anderen Kandidaten wurden von der SPD – Zeynel Can – und von der CDU – Heiko Siemon – nominiert, für die sie seit Jahren in den städtischen Gremien sitzen. Zeynel Can hat türkische Wurzeln, ist aber gebürtiger Schlitzer und gehört dem Stadtparlament seit 2011 an. Vor einem Jahr war er Spitzenkandidat der SPD, deren Ortsvereinsvorsitzender er inzwischen ist, im Kommunalwahlkampf und seither Fraktionschef.

Der 30-Jährige hat gerade sein Studium zum Chemieingenieur abgeschlossen. Er hat sich auf die Fahne geschrieben, die Gemeinschaft vor Ort zu stärken und die Kommunikation mit der Bevölkerung zu verbessern. Kritisch sieht er das Großprojekt Festhalle, die im Zuge der Dorferneuerung auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei entstehen soll. Das ist auch das umstrittenste Thema im Bürgermeisterwahlkampf.

Vier Kandidaten wollen am Sonntag die Bürgermeister-Wahl in Schlitz gewinnen

Die gegenteilige Auffassung vertritt hier CDU-Kandidat Heiko Siemon. Der 45 Jahre alte Vater von drei Kindern ist Bankkaufmann und stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Fulda. Nach drei Perioden als Stadtverordneter, davon zehn Jahre als Vorsitzender des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses, wechselte er vor einem Jahr in den Magistrat.

Zuvor hatte er die Union als Spitzenkandidat zur absoluten Mehrheit geführt. Neben der erwähnten Entwicklung des am Rande der Innenstadt liegenden ehemaligen Brauereigeländes hat er sich die Schaffung von Bauplätzen und Gewerbeflächen ebenso vorgenommen wie eine verbesserte Kommunikation oder die Digitalisierung. Offen ist, ob es in zwei Wochen zu einer Stichwahl kommt, oder ein Kandidat den Durchmarsch schafft. Als Favoriten für eine Stichwahl gelten Heiko Siemon und Zeynel Can.

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