Die Landesmusikakademie in Schlitz.
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Die Landesmusikakademie in Schlitz.

Zwangspause

„Massive finanzielle Einbußen“ - Corona-Pandemie trifft Landesmusikakademie in Schlitz hart

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Der Lockdown stößt nicht erst seit dem umstrittenen Statement prominenter Schauspieler der Kulturszene sauer auf. Auf die wirtschaftlichen Folgen wird von Künstlerinnen und Künstlern immer wieder hingewiesen, aber ohne nachhaltigen Erfolg. 

Schlitz - Lothar R. Behounek, Direktor der Landesmusikakademie Hessen, schließt sich einem Beitrag des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) an. In diesem Verband ist die Landesmusikakademie in Schlitz im Vogelsbergkreis seit vielen Jahren Mitglied. Der Pressesprecher des BMVW Baden-Württemberg, Dr. Ulrich Köppen, bezieht sich auf eine Studie des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Dabei stellt er die Frage, ob es sich bei den Kulturbetrieben nicht auch um einen wichtigen Wirtschaftsfaktor handele, und bejaht diese Frage im Folgenden: Für die Kultur- und Kreativwirtschaft wird durch die Folgen der Corona-Pandemie und der Schließungen mit einem Minus von bis zu 30 Milliarden Euro im Jahr 2021 gerechnet.

„Es ist irritierend, dass die Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte zur zeitgemäßen Funktion und Relevanz von Kunst und Kultur nicht viele Spuren hinterlassen haben. Natürlich macht Kultur Vergnügen, aber sie ist ein enorm wichtiger Erziehungsfaktor, quasi das Trainingslager der Nation. Wer hier aktiv ist – gerade im Freizeitbereich – hat eine bessere Ausbildung seiner Gehirnsynapsen und wird vielleicht auch ein kreativerer Ingenieur. Kultur verbindet und regt zur Diskussion und Austausch an“. (Lesen Sie hier: Windkraft bringt Freiensteinau mehr Geld ein als geplant - auch Photovoltaik verschafft Einnahmen).

Schlitz: Einbußen während der Corona-Pandemie schmerzen Landesmusikakademie

Deutliche Verluste bekomme auch die Landesmusikakademie zu spüren, wie Behounek erläutert. „Leider können wir in der aktuellen Situation einerseits unseren Bildungsauftrag nicht erfüllen und müssen andererseits durch diese Zwangspause massive finanzielle Einbußen verkraften”, so der Direktor der Landeseinrichtung. „Manche Kurse können Online angeboten werden, aber uns fehlen die Präsenzveranstaltungen“, so Behounek. Auch deswegen freut es ihn, dass ein Wirtschaftsmagazin die ökonomische Bedeutung der Kulturbranche in den Blick genommen hat.

Für die nahe Zukunft sieht sich die LMAH aber gut gerüstet. Kontakte werden gepflegt, die Bildungseinrichtung ist theoretisch bis zum Ende des Jahres ausgebucht. Wenn also beispielsweise im Juni der Betrieb wieder aufgenommen werden könne, dann stehe die LMAH in den Startlöchern, natürlich mit entsprechenden Hygienekonzepten. „Wenn es dann losgehen könnte, wäre ich ganz zufrieden“, so Behounek und verweist auf die ganz aktuell veröffentlichten Empfehlungen des Deutschen Musikrates und der Konferenz der Landesmusikräte unter dem Titel „Wege aus der Stille” – Empfehlungen für eine verantwortungsvolle Wiederaufnahme des musikalischen Betriebs. Der Aktion prominenter Schauspieler, die die Coronapolitik kritisierten, kann er allerdings wenig abgewinnen. „Satire und Zynismus sind zu diesem Thema nicht angebracht, das erzeugt nicht nur meinen deutlichen Widerspruch“, erklärt Behounek.

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