Mit solchen Herrenschnitten konnte der Friseurmeister Dieter Schittko brillieren.
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Mit solchen Herrenschnitten konnte der Friseurmeister Dieter Schittko brillieren.

Salon in Schlitz

Dieter Schittkos Schnitt war einst ein Hit: Deutscher Vizemeister im Friseurhandwerk blickt zurück

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Dieter Schittko ist in Schlitz weithin bekannt. Der Friseurmeister hatte zuletzt einen Salon am Krämpelmarkt, davor arbeitete er in einem Salon in der Bahnhofstraße.

Schlitz - Bekannt ist Schittko im Schlitzerland auch als begeisterter Marathonläufer, eine Leidenschaft, die er jetzt aufgrund seines Alters von 81 Jahren hintenan gestellt hat. Jetzt lebt er im Seniorenzentrum Schlitzerland im Vogelsbergkreis.

Überregional bekannt wurde Dieter Schittko aber als Friseurmeister. Zweimal errang er den deutschen Vizemeistertitel im Friseurhandwerk. Dabei half ihm, dass er lange auch beim Schaufrisieren aktiv war. „Da wurde ich angesprochen, ob ich mich damit auch bei einem Wettbewerb beteiligen kann“, erinnert sich Schittko. Dabei war er erfolgreich, wie die beiden Vizemeistertitel dokumentieren. Diese hat er in den 70er und 80er Jahren erworben, als er noch nicht in Schlitz tätig war. Zu dieser Zeit lebte er in Berlin, genau gesagt in der legendären Sonnenallee in Neukölln. Dort bediente er vor allem Polizisten aus dem benachbarten Revier, die oft auch als Models für seine Haarkreationen zur Verfügung standen. Denn in den 80er Jahren zauberte Schittko gerne in glattem Herrenhaar leichte Wellen, was damals sehr gut ankam. Einen seiner Preise bekam er aber für einen akkurat gestutzten Bart. Eines seiner Lieblingsmodelle war aber ein Mexikaner. Dabei verstand sich Schittko auch auf Damenhaarschnitte.

Schlitz: Dieter Schittkos Schnitt war einst ein Hit - Deutscher Vizemeister im Friseurhandwerk blickt zurück

Sein Talent zeigte sich auch bei der Ausbildung von Lehrlingen, sodass er schließlich auch gefragt wurde, ob er nicht als Berufsschullehrer arbeiten wolle. Da sagte Dieter Schittko nicht nein. Aus Neukölln zog er weg, als die Zahl der Zuwanderer, besonders aus der Türkei, immer mehr zunahm; diese hatten ihre eigenen Friseure. Viele der alten Kunden seien abgewandert. Aus familiären Gründen zog es ihn nach Schlitz, obwohl er auch mit Südwestdeutschland geliebäugelt hatte. (Lesen Sie hier: Gästehaus der Landesmusikakademie: Pläne des Schlitzer Büros „wkplan“ nehmen Gestalt an).

Mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau war er auch 41 Jahre zusammen, aber ohne Trauschein, wie er betont. Aus der Lebenspartnerschaft erwuchsen zwei Söhne. Seine Vizemeisterschaften erwiesen sich zwar als gute Werbeträger, aber reich geworden ist Schittko damit nicht. „Ich hätte eigentlich mehr Geld für meine Haarschnitte nehmen müssen“, glaubt Schittko. Aber seine Models hatten auch öfter einen Schnitt umsonst bei ihm frei. Heute engagiert sich Schittko als einer der ältesten Teilnehmer auch noch bei der „Tour der Hoffnung“ für die Kinderkrebshilfe.

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