Nach der Geburt konnte das Fohlen alleine stehen.
+
Nach der Geburt konnte das Fohlen alleine stehen.

Nach schwerer Geburt in Schlitz

Männliches Fohlen noch nicht über den Berg - Wechsel des Antibiotikums soll Besserung bringen

  • Leon Schmitt
    vonLeon Schmitt
    schließen

Einsatz mit tragischem Ende für die Schlitzer Feuerwehr: Vergangene Woche halfen die Einsatzkräfte dabei, ein Pferd nach einer Fohlen-Geburt aufzurichten. Die Stute musste in der Nacht auf Mittwoch, 3. Juni, eingeschläfert werden. Dem kranken Fohlen soll nun eine Änderung der Behandlung helfen.

  • Die Feuerwehr in Schlitz wurde zu einem ungewöhnlichen Einsatz gerufen. Mit Spezial-Geschirr halfen sie einem Pferd nach der Geburt eines Fohlen wieder auf die Beine.
  • Das Pferd, eine siebenjährige Oldenburger Stute, musste aber leider später eingeschläfert werden.
  • Das Fohlen befindet sich auch eine Woche nach der Geburt noch in einer Tierklinik. Sein Zustand ist weiterhin kritisch.

Update vom 10. Juni, 21.30 Uhr: Wie Besitzerin Katharina Friedrich am Mittwoch auf Nachfrage der Fuldaer Zeitung mitteilte, sei der Zustand des Fohlens, welches noch immer in der Gießener Tierklinik untergebracht ist, weiter kritisch.

„Wir durften heute zu ihm und schauen, wie es ihm geht. Er läuft durch die Box, trinkt selbstständig und zeigt Lebensgeist“, berichtet Friedrich über das Fohlen, welches momentan nur „Waldi“ genannt wird. Einen richtigen Namen soll das Jungtier erst erhalten, wenn sich sein Zustand stabilisiert hat und es über den Berg ist.

Laut Friedrich sieht die Therapie der Ärzte vor, das Antibiotikum zu wechseln, was hoffentlich zur Besserung des Gesamtzustandes bei dem Fohlen führen soll.

An Fronleichnam kam es dann zu einem weiteren Rettungseinsatz in der Region, in das eine Pferd involviert war. Ein freilaufendes Pferd auf der Autobahn A7 bei Fulda hatte mittags eine Sperrung des linken und mittleren Fahrstreifens verursacht. Am Pferdeanhänger war ein Reifen geplatzt. Dadurch war es zu dem Unfall gekommen. 

Besuch des Fohlens für Besitzerin vorerst nicht möglich

Update vom 7. Juni, 17.05 Uhr: „Das Fohlen befindet sich leider im selben Zustand wie am Freitag“, erzählt die Besitzerin Katharina Friedrich. „Es ist nach wie vor nicht über den Berg.“ In der Gießener Tierklinik erhalte das Tier Bluttransfusionen und Antibiotika.

Friedrich macht sich Sorgen um das Fohlen, ihr selbst geht es nicht gut, sagt sie. „Aufgrund von Corona darf ich das Fohlen nicht besuchen“ - dabei würde sich die Besitzerin gerne selbst vom Gesundheitszustand des Jungtieres überzeugen. „Ich würde ihm gerne in die Augen schauen und sehen, ob da noch Leben ist“, sagt sie. Die Hoffnung hat sie aber nicht aufgegeben: „Vielleicht darf ich es ja bald wenigstens aus der Ferne sehen.“

Update vom 5. Juni, 17.58 Uhr: Zunächst ging es dem Fohlen gut. Inzwischen sieht es nicht mehr ganz so rosig aus: Das rund 68 Kilogramm schwere Fohlen wurde inzwischen in eine Tierklinik nach Gießen gebracht, wo es mit Infusionen und Medikamenten versorgt wird, berichten Marco und Katharina Trier im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Ehepaar betreibt die Pferdezucht Trier in Schlitz, wo das Fohlen am Mittwoch geboren wurde.

Am ersten Tag nach der Geburt entstanden: Besitzerin Katharina Friedrich mit dem Fohlen, das noch keinen offiziellen Namen hat.

Die Züchter erklären auch, dass es sich bei dem Pferd, das nach der Geburt eingeschläfert werden musste, um eine siebenjährige Oldenburger Stute handelte. „Sie war zur Pension bei uns“, sagt Marco Trier. Die Dressur-Stute gehörte eigentlich Katharina Friedrich aus Frankfurt, die das Pferd zur Zucht nach Schlitz gebracht hatte.

Komplikationen nach Geburt: Fohlen bekommt Ammenstute

„Als die Komplikationen bei der Geburt auftraten, haben wir die Besitzerin kontaktiert. Sie ist dann von Frankfurt nach Schlitz gefahren“, berichtet Marco Trier.

Etwa 40 Pferde beheimaten die Triers in Schlitz.

Nachdem die Stute eingeschläfert werden musste, holten die Triers eine so genannte Ammenstute in Essen-Oldenburg. Ammenstuten sind Pferde, die erst kürzlich ein Fohlen verloren haben und nun andere verwaiste Fohlen mit Milch versorgen können. „Die Stute nahm das Fohlen gut an, doch dann baute es gesundheitlich ab“, berichtet Trier.

Fohlen mit Lungenquetschung und Blutvergiftung

Das männliche Fohlen, das eigentlich schon am 25. Mai auf die Welt hätte kommen sollen, habe durch die schwierige Geburt ein Lungenquetschung und außerdem eine Blutvergiftung erlitten.

„Es wird aktuell mit Bluttransfusionen behandelt“, berichtet Katharina Friedrich. Diese Behandlung würde nun anschlagen und die Werte des Fohlens seien stabil, ergänzte die Besitzerin am Freitagabend. Das Tier stehe von alleine und würde trinken. Die 30-Jährige gibt deshalb die Hoffnung nicht auf, obwohl dem Fohlen keine großen Überlebenschancen ausgerechnet wurden.

Den Triers ist Katharina Friedrich trotz der unglücklichen Situation überaus dankbar: „Sie haben schnell reagiert und alles getan, was sie tun konnten.“

Ursprungsmeldung vom 4. Juni:

Schlitz - Für Stadtbrandinspektor Frank Göbel ist es keine Seltenheit, dass er mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt wird. Brände oder Unwetter richten sich schließlich nicht nach den Schlafgewohnheiten von Feuerwehrleuten.

Mittels eingesetztem Spezial-Hebe-Geschirr und einem Teleskoplader konnte die Stute aufgerichtet werden.

Als er in der Nacht zum Mittwoch gegen 2.30 Uhr angerufen wurde, gab es allerdings kein Feuer und auch keinen übergelaufenen Keller. In einem Schlitzer Stall war eine Stute in Not. Sie konnte nicht mehr selbstständig aufstehen, nachdem sie ein Fohlen zur Welt gebracht hatte.

Fohlen-Geburt in Schlitz: Feuerwehr hilft Stute

So ungewöhnlich der Einsatz klingen mag, Frank Göbel blieb ruhig. „Wir haben öfter mit Tierrettungen zu tun“, erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Aus Erfahrung wusste er, dass er schnell handeln musste: „Ein Großtier darf nicht lange auf seinen Gliedmaßen liegen.“ Das Risiko sei groß, dass es dann Verletzungen erleidet.

Da für die Rettung ein Spezial-Hebe-Geschirr benötigt wurde, setzte sich Göbel mit der Leitstelle in Verbindung. Aus dem so genannten Einsatzmittelplan für den Vogelsbergkreis ging hervor, dass die Freiwillige Feuerwehr Feldatal-Kestrich ein solches Geschirr besitzt. Der dortige Wehrführer Patrick Pfromm brachte es zur Einsatzstelle in Schlitz.

Teleskoplader und Spezial-Geschirr im Einsatz

Neben einer Tierärztin waren bereits vier Feuerwehrleute aus Schlitz am Stall eingetroffen. Mit Hilfe des Teleskopladers eines benachbarten Landwirtes und dem Spezial-Hebe-Geschirr brachten die Beteiligten die angeschlagene Stute wieder auf die Beine.

Das Spezial-Hebe-Geschirr wurde nachts aus Feldatal-Kestrich nach Schlitz gebracht.

„Ein Pferd wiegt schon ein bisschen was. Das kann man nicht ohne Weiteres hochheben“, erklärt Frank Göbel. Rund zweieinhalb Stunden war die Feuerwehr beschäftigt, bis das Tier aufgerichtet war.

Die halbe Nacht haben sich die Feuerwehrmänner um die Ohren geschlagen, und doch wurde ihr Einsatz am Ende nicht von Erfolg gekrönt: „Die Stute hat es leider nicht geschafft. Sie wurde vermutlich durch die Geburt so schwer verletzt, dass sie nach ein paar Stunden eingeschläfert werden musste“, berichtet Frank Göbel.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: „Das Fohlen ist wohlauf“. Erst kürzlich konnte sich in Schlitz über anderen tierischen Nachwuchs gefreut werden: Beim Circus Baldoni wurde ein Rentier-Baby geboren.

Lesen Sie hier: Einem 58-jährigen Wächtersbacher wird vorgeworfen, sein Fohlen vernachlässigt zu haben. Die Amtsärztin stellte vor Ort fest, dass das Halfter im Bereich des Nasenrückens bereits rund ein Zentimeter bis auf den Knochen in den Hautbereich eingedrungen war. Jetzt wurde der Besitzer des Fohlens verurteilt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema