Vor der Landesmusikakademie demonstrierten junge und ältere Schwimmbadfreunde für die Öffnung des Freibades in Schlitz.
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Vor der Landesmusikakademie demonstrierten junge und ältere Schwimmbadfreunde für die Öffnung des Freibades – vorerst vergeblich!

Demo vor Landesmusikakademie

Freibad in Schlitz bleibt vorerst zu - aber es gibt eine Alternative

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Das Freibad in Schlitz bleibt geschlossen – jedenfalls vorerst. Ein entsprechender Magistratsbeschluss wurde zwar heftig diskutiert, aber letztlich durchgewunken. Stattdessen kann wohl auch offiziell im Pfordter See gebadet werden.

Schlitz - „Schlechte Nachrichten verbreitet man sehr ungern. Unser Freibad in Schlitz bleibt dieses Jahr geschlossen“, so leitete Stadtrat Willy Kreuzer – seit Dienstag Erster Stadtrat – die Diskussion über das Schlitzer Freibad am Montag ein.

Das Thema sorgt für Emotionen. Vor der Landesmusikakademie hatten sich zuvor etwa 50 Demonstranten jeden Alters eingefunden, um für die Öffnung des Bades zu demonstrieren. „Wir wollen ins Schwimmbad“ skandierten dabei einige. Das hatten auch Demonstranten in Petersberg vor einigen Tagen gefordert. Viele der Demonstrierenden in Schlitz fanden sich dann auf der Galerie im Konzertsaal ein, um einer lebhaften Diskussion zu dem Thema zu folgen.

Dass das Bad zu bleibt, habe der Magistrat einstimmig beschlossen, so Kreuzer in seinem Bericht. Er verwies auf die massiven Beschränkungen bei einem möglichen Freibadbesuch hin: Es hätte Abstandskontrollen gegeben, Sprungturm und Rutsche wären geschlossen geblieben und Tickets hätte man Tage voraus online bestellen müssen.

So sei ein entspannter Freibadbesuch in diesem Jahr besonders für Kinder nicht möglich. Deswegen bat Kreuzer, selbst Christdemokrat, auch die CDU-Fraktion einen entsprechenden Antrag auf Öffnung des Bades von der Tagesordnung zu nehmen.

Rund 50 Menschen jeden Alters haben vor der Landesmusikakademie in Schlitz gegen die Schließung des Freibads demonstriert.

Es gibt aber wohl eine Alternative: Der Pfordter See soll täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet sein. Sicherheitskräfte sollen dort die Abstandregeln kontrollieren. „Sollte es dagegen Widerstand geben, wird der See unverzüglich geschlossen“, bekräftigte Kreuzer. Auch einige anderen Badeseen in der Region werden öffnen.

Da der Pfordter See weitläufiger sei, sei dort die Ansteckungsgefahr geringer als im Freibad. Zudem, räumte Kreuzer ein, lasse sich dieses Gebiet ohnehin nicht kontrollieren.

„Die Öffnung des Pfordter Sees begünstigt vor allem Gäste aus dem Fuldaer Raum“, ärgerte sich SPD-Fraktionsvorsitzender Frank Döring. Die Sozialdemokraten setzten sich vehement für eine Öffnung des Freibades ein. Döring wies darauf hin, dass die Vorgaben hinsichtlich der Corona-Infektion sich sehr schnell ändern würden, deswegen forderte er den Magistrat auf, die Entscheidung zu überdenken - allerdings ohne Erfolg.

Im Gegensatz zum Schlitzer Freibad hat das Rosenbad in Fulda bereits geöffnet. Doch es gibt auch einige Freibäder in der Region, die in diesem Jahr wegen des Coronavirus geschlossen bleiben. In den Freibädern in Wüstensachsen und Landenhausen bleiben die Besucher aus.

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