Christa Wachter und Chris Gohlke stimmt die Gründung hoffnungsvoll.
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Christa Wachter und Chris Gohlke stimmt die Gründung hoffnungsvoll.

Zum 1. Januar 2021

„Evangelische Christusgemeinde Schlitzerland“: Das sagen die Kirchenvorstände zur Gründung

Zum 1. Januar 2021 entsteht die „Evangelische Christusgemeinde Schlitzerland“. Die Vertreterinnen und Vertreter der Kirchenvorstände sprechen von einer guten und hoffnungsvoll stimmenden Veränderung.

Schlitz - Am Anfang stand die Pfarrstellenbemessung im Evangelischen Dekanat Vogelsberg: Eine halbe Stelle weniger für die Kirchengemeinde Schlitz und eine halbe Stelle weniger im Kreutzersgrund und Willofs – umzusetzen bis Ende 2022 und mit der besonderen Erschwernis, dass der Dekanatssynodalvorstand (DSV) beschlossen hatte, die halbe Stelle in Schlitz an der Stadtkirchenstelle festzumachen, deren Inhaber Pfarrer Siegfried Schmidt ist.

„Natürlich hätte man bei einer Neuordnung auf zwei Pfarrstellen auch eine Stadtkirchenstelle nur für Schlitz lassen können und eine andere für die Dörfer rundherum, allerdings gab es da nicht nur das Veto der Hutzdorfer, die gerne bei Schlitz bleiben wollten, sondern der DSV hatte große Bedenken, eine Stelle mit fünf Dörfern (Hutzdorf, Willofs, Nieder-Stoll, Ützhausen und Bernshausen) und entsprechend vielen Predigtorten neu besetzen zu können“, führt hierzu Dekanin Dr. Dorette Seibert aus.

Kirchenvorstände sprechen von einer guten Veränderung: Gründung Gesamtkirchengemeinde Schlitzerland

Eine Lösung dafür zu finden schien am Anfang schwierig, doch nun ist sie gefunden: Zum 1. Januar entsteht die „Evangelische Christusgemeinde Schlitzerland“, deren zukünftige beide Pfarrstellen sich wie folgt aufteilen: Schlitz Obertor mit Hutzdorf und Willofs und Schlitz Untertor mit den Dörfern des Kreutzersgrund. Es wird einen Gesamtkirchenvorstand, einen gemeinsamen Haushalt und ein Gemeindebüro in Schlitz geben, einen gemeinsamen Gemeindebrief und eine gemeinsame Website.

Auch der Konfi-Unterricht wird auf der Ebene der Gesamtkirchengemeinde stattfinden, während die einzelnen Kirchengemeinden weiter ihre Eigenständigkeit behalten: „Es war uns wichtig, dass wir genau wissen, wer unser Pfarrer ist und dass auch die Gottesdienste weiterhin in den Dörfern stattfinden“, so die amtierenden Kirchenvorstandsvorsitzenden im Gespräch. Dazu liegt bereits ein Gottesdienstplan für das erste Quartal im neuen Jahr vor.

Gemeinsamer Haushalt und gemeinsamer Gemeindebrief

Hoffnungsvoll zeigen sich Christa Wachter und Chris Gohlke aus dem Kreutzersgrund. Zum einen natürlich hoffen sie, dass die Gesamtkirchengemeinde vor zukünftigen Pfarrstellenkürzungen erst einmal gewappnet ist, zum anderen – so schmerzhaft die Kürzungen auch sind und so kritisch sie bewertet werden – bietet die Kombination aus dörflichen Strukturen und größer angelegten Angeboten der Stadt Schlitz viele Möglichkeiten – nicht nur für die Gemeinden, sondern auch für die Pfarrer, sind sich Wachter und Gohlke sicher. Gleichwohl sieht man auch die Anliegen der Älteren, die Sorge haben, dass sie in der Aufbruchstimmung vergessen werden.

Für Karl Schlitt und seine Kirchenvorstandskollegin Ingeborg Lang vom Kirchenvorstand in Willofs lag mit der Pfarrstellenkürzung eine stärkere Anbindung an Schlitz auf der Hand: „Unsere Dörfer ziehen ohnehin nach Schlitz, sei es zur Verwaltung, zum Einkaufen, in die Schule – man kennt sich schon, und so ist das für uns sicher eine gute Lösung“, so Schlitt.

Einzelnen Kirchengemeinden behalten Eigenständigkeit

Andrea Schubert vom Hutzdorfer Kirchenvorstand sieht in der Zentralisierung von Verwaltungsaufgaben Möglichkeiten, sich anderen gemeindlichen Aktivitäten zuzuwenden. Gleichzeitig findet auch sie es wichtig, dass für die einzelnen Dörfer und Stadtgebiete klar sei, wer ihr Pfarrer ist.

Das Schlitzer Kirchenvorstandsmitglied Hartmut Dietz gibt unumwunden zu, dass Schlitz sich eine andere Lösung gewünscht hätte. Eine gemeinsame Lösung zu finden, hinter der alle Kirchengemeinden stehen konnten, sei schwierig gewesen, so Dietz, und doch: „Jetzt ist es so entschieden und wird umgesetzt. Jeder Weg hat seine Vorteile“, blickt er nun nach vorn. (Traudi Schlitt)

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