Der Hinterturm in Schlitz, der zur Weihnachtszeit zur größten Kerze der Welt wird, hat es ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft.
+
Der Hinterturm in Schlitz, der zur Weihnachtszeit zur größten Kerze der Welt wird, hat es ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft.

Weihnachts-Wahrzeichen

30 Jahre größte Kerze der Welt: Wie es der Hinterturm in Schlitz ins Guinness-Buch der Rekorde schaffte

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
    schließen

Sie ist das Wahrzeichen der Schlitzer Weihnacht die größte Kerze der Welt, die weithin über die Burgenstadt strahlt. Vor 30 Jahren hatten einige Männer die zündenden Idee zu diesem Superlativ, aber zum großen Feiern ist derzeit wenig Raum. 

Schlitz - Karl-Heinz Jenisch war dabei, als, wie er sich erinnert, nachts um halb drei in der Kultkneipe D.E. – heute Musikpub – die Idee geboren wurde. Zum ersten Mal „eingekleidet“ wurde der Hinterturm 1991, und schon im Folgejahr stand er im Guinness-Buch der Rekorde.

„Am Anfang hat keiner gedacht, dass so eine bekloppte Idee solche Furore macht“, erinnert sich Jenisch. Aber der Rekord steht unverbrüchlich, auch wenn es schon diverse Anläufe gab, ihn andernorts mit ausgedienten Industrieschornsteinen oder anderen Bauwerken wie auch einem Turm in der unterfränkischen Stadt Kitzingen zu knacken. Aber an den gut 43 Meter hohen Hinterturm kam bisher niemand heran. Der Rekord lockte seinerzeit sogar Touristen aus China an, denn in der Tourismuswerbung für einen Besuch in Deutschland spielte auch die Kerze eine Rolle, und einmal war sie sogar auf dem Cover des Guinnessbuches abgebildet.

30 Jahre Schlitzer Kerze: Hinterturm ist beständiges Weihnachtswahrzeichen

Eigentlich, berichtet Jenisch, hatte man überlegt, den Turm mit Blick auf die Schlitzerländer Tradition in Leinenstoff zu hüllen; ein 1200 Quadratmeter großes Tuch hätte aber 300 Kilogramm gewogen, was in mehrfacher Hinsicht als schwer tragbar erachtet wurde. Deswegen entschied man sich für Fahnentuch, und obwohl der Stoff nicht aus eigener Produktion stammt, war die Firma Driessen bereit, diesen kunstvollen Mantel zu nähen, „und das in der kurzen Zeit vom 1. Oktober zum 1. Advent“, wie Jenisch heute noch anerkennend vermerkt.

Mittlerweile trägt der Turm schon das zweite Kleid. Um die technischen Abläufe hat sich stets Gerd Vollmöller gekümmert, und auch die Stadt stand immer hinter dieser Attraktion. Deswegen freut sich Jenisch, dass auch in diesem Jahr das weihnachtliche Wahrzeichen wieder leuchtet. Immerhin hat sie den Stammtisch der IG Kaufladen, an dem die Idee zu ihr geboren wurde, überlebt, und ist aus dem Schlitzer Jahreskalender auch gar nicht mehr wegzudenken.

Karl-Heinz Jenisch: Weihnachtsstimmung im Städtchen bleibt fürs Auge erhalten

Dass das „ankleiden“ des Turms dieses Jahr zum ersten Mal in der Geschichte erst im zweiten Anlauf geklappt hat, sieht Jenisch locker. Schließlich habe es auch schon früher Aufschub gegeben, wenn das Wetter nicht gepasst habe, zum Beispiel wenn Sturm oder auch Eis den fleißigen Helfern von der Feuerwehr einen Strich durch die Rechnung gemacht hatten.

Der 69-Jährige erinnert sich schmunzelnd an anfängliche Bedenken seiner ehemaligen Biologielehrerin, der Efeu am Turm könnte durch die Abdeckung durch den Fahnenstoff Schaden erleiden. Jenisch freut sich, dass die Stadt auch in diesem Jahr die Verkleidung des Turms ermöglicht hat. So bleibt die Weihnachtsstimmung im Städtchen zumindest fürs Auge erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema