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Organisator, Musikfreund und Weltenbummler: Heinrich Schienbein hat seinen 102. Geburtstag gefeiert

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Jubilar Heinrich Schienbein eingerahmt von Bürgermeister Heiko Siemon, Bernshausens Ortsvorsteher Walter Schaaf und von Ben und Jana, zweien seiner vier Urenkeln.
Jubilar Heinrich Schienbein eingerahmt von Bürgermeister Heiko Siemon, Bernshausens Ortsvorsteher Walter Schaaf und von Ben und Jana, zweien seiner vier Urenkeln. Marvin und Johannes konnten leider nicht anwesend sein. © Sigi Stock

Vor einhundertundzwei Jahren ist Heinrich Schienbein in Bernshausen auf die Welt gekommen. Dort hat der älteste Einwohner im Schlitzerland nun auch seinen 102. Geburtstag gefeiert.

Bernshausen - Als eines von neun Kindern der Familie Schienbein erblickte Heinrich Schienbein am 15. Februar 1921 in Bernshausen (Vogelsberg) das Licht der Welt. Später besuchte er fleißig bis zum Abschluss der 8. Klasse die Dorfschule. Dann hieß es, einen Beruf zu ergreifen. Er ging zur Firma Langheinrich und war dort 48 Jahre lang beschäftigt. Als Abteilungsleiter war er unter anderem für den Verkauf verantwortlich.

Schlitz: Heinrich Schienbein hat seinen 102. Geburtstag gefeiert

Wie viele andere junge Männer musste Heinrich Schienbein in den Zweiten Weltkrieg ziehen. Von 1940 bis 1948 war er von zu Hause fort, denn er geriet in russische Gefangenschaft. An der Ostfront in Russland wurde er verletzt und erkrankte zudem an Malaria. Nach seiner Rückkehr heiratete Heinrich 1951 seine Emmi Marie, geborene Schmidt. Sie bekamen Tochter Renate. Leider verstarb seine Gattin im Jahre 2000 viel zu früh.

Nach dem Feierabend bei der Firma Langheinrich kümmerte sich Heinrich Schienbein immer auch um die Landwirtschaft zu Hause. Bis heute ist der Jubilar am gesamten Weltgeschehen interessiert. Er liest viel und besitzt viele geschichtliche Bücher übers Schlitzerland. Die Tageszeitung und TV-Sendungen gehören zu seinem Alltag. Auch Musik und Chorgesang liebt er über alles. Heinrich Schienbein trat 1937 im Alter von 16 Jahren in den MGV Bernshausen ein. Mittlerweile ist er seit 86 Jahren Mitglied des Chores, davon 32 Jahre als Ehrenmitglied. Mit 92 Jahren sagte er dem Männerchor allerdings „Tschüss“.

Auch das Reisen in fremde Länder ist ein Steckenpferd von ihm, um sich die Welt anzuschauen – seit 2000 immer in Begleitung seiner Tochter mit deren Mann, teilweise auch mit Enkeln und Urenkeln. Wenn er von den gemeinsamen Reisen erzählt, leuchten seine Augen noch mehr als üblich.

Jung hielt ihn zudem die jahrelange Arbeit in Ehrenämtern, so 22 Jahre im Gemeindebeirat und 12 Jahre als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Bernshausen. Für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten erhielt er viele Auszeichnungen, unter anderem 2002 den Landesehrenbrief. Nicht zu vergessen: Er organisierte alle Vereinsausflüge der ansässigen Vereine, dazu gehörte die Maschinengemeinschaft Bernshausen.

Ältester Einwohner im Schlitzerland feiert Geburtstag

Was ihn weiterhin jung und fit hält, sind die vielen gemeinsamen Stunden mit Enkeln und Urenkeln. Hier werden regelmäßig die gängigen Gesellschaftsspiele hervorgeholt. Auch das Spazierengehen mit Tocher Renate in der schönen Natur gehört immer noch dazu.

Zu seinem Jubeltag gratulierten außer seiner Tochter Renate und Schwiegersohn Hans Dieter, zwei Enkel und vier Urenkel. Unter den Gästen war Bürgermeister Heiko Siemon, der auch die Glückwünsche des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein, des Landrats Manfred Görig und der Stadt Schlitz überbrachte. Siemon wünschte dem Geburtstagskind noch viele weitere schöne Tage.

Ortsvorsteher Walter Schaaf gratulierte im Namen des Ortbeirats sowie der ansässigen Vereine von Bernshausen. Als Geschenk brachte er Gutscheine für eine Fahrt auf den Hinterturm, den Besuch des Burgmuseums, einen Stadtrundgang mit Stadtwächter Hagen und einen Besuch der Schlitzer Destillerie mit.

Möge es der liebe Gott erlauben, dass Heinrich Schienbein noch ein paar weitere Jahre auf Gottes Erdboden erleben darf. (von Sigi Stock)

Ein besonderes Jubiläum wurde kürzlich auch im Kreis Fulda gefeiert. Marianne und Adolf Kalb aus Tann (Rhön) feierten am Valentinstag das seltene Jubiläum der Gnadenhochzeit. Und sie sind immer noch verliebt.

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