Bei den Kandidaten für die Schlitzer Stadtverordnetenversammlung herrscht ein starkes Stadt-Land-Gefälle
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Bei den Kandidaten für die Schlitzer Stadtverordnetenversammlung herrscht ein starkes Stadt-Land-Gefälle

Wahl in Schlitz

63 Männer und 31 Frauen wollen Stadtverordnete werden - Den größten Frauenanteil hat die BLS

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Am 14. März ist Kommunalwahl in Hessen. Auch die Schlitzer sind zum Urnengang aufgerufen. 94 Personen bewerben sich um die Sitze in der Schlitzer Stadtverordnetenversammlung, 31 Frauen und 63 Männer. 

Schlitz - Kommunalwahlen sind vor allem auch Persönlichkeitswahlen. Die Parteien und Wählergruppierungen werben gerne damit, dass sie eine besonders ausgewogene Mischung auf dem Zettel haben.

Besonders prestigeträchtig ist dabei seit jeher der Frauenanteil. Hier kann besonders die BLS punkten: Sie bringt es auf ihrer Liste auf einen Frauenanteil von 55 Prozent. Und obwohl die Liste mit 20 Bewerberinnen und Bewerbern eher kurz ist, hat sie mit elf Kandidatinnen auch in absoluten Zahlen die meisten Frauen. Der alte Spontispruch „Je linker desto Frau“ setzt sich auch im weiteren politischen Spektrum fort.

Die SPD bietet neun Frauen auf und kommt auf einen weiblichen Anteil von rund 29 Prozent, die CDU geht mit acht Frauen und einem Anteil von 26 Prozent ins Rennen, und die FDP hat drei Bewerberinnen, die 25 Prozent der Liste ausmachen. Die CDU hat auch zwei Kandidaten und eine Kandidatin mehr aufgeboten, als auf dem Stimmzettel Platz haben. Diese fallen aus dieser Analyse heraus. (Lesen Sie hier: Übersicht: Alle vorgeschlagenen Parteien in Fulda, Main-Kinzig und Vogelsberg zur Kommunalwahl zugelassen)

Stadtverordnetenversammlung in Schlitz: CDU besonders jung aufgestellt

Statistiker interessieren sich auch für die Altersstruktur: die SPD kann mit Fritz Kumpf, Jahrgang 1929, den ältesten Kandidaten aufbieten, derweil die CDU mit Tasha Gafus, Jahrgang 2002, die jüngste Kandidatin hat, die auch die einzige ist, die im neuen Jahrtausend geboren wurde. Dieses Detail scheint sich auch im Altersdurchschnitt der Listen widerzuspiegeln. Die CDU kommt am jüngsten daher mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren auf den relevanten ersten 31 Plätzen. Das Durchschnittsalter der SPD von 60 Jahren zeigt, dass sich dort besonders viele Seniorinnen und Senioren zur Kandidatur bereit erklärt haben. Dazwischen liegen die BLS mit einem Altersdurchschnitt von 58 und die FDP mit einem Altersdurchschnitt von 54 Jahren.

Gebürtig sind die überwiegende Anzahl der kandidierenden aus der Region. Lediglich acht Menschen sind im Ausland geboren, wobei einer der Orte, Mährisch-Schönberg, zur Zeit der Geburt des Kandidaten Teil des deutschen Reiches war.

Hier wohnen die Kandidaten für die Stadtverordnetenversammlung in Schlitz

Bei den Wohnorten kann man oft ein starkes Stadt-Land-Gefälle entdecken. Obwohl etwa die Hälfte aller Schlitzerländer in der Kernstadt wohnen, befinden sich auf der CDU-Liste lediglich acht Leute aus diesem Bereich. (Lesen Sie hier: Virtueller Parteitag: Vogelsberger CDU will stärkste Kraft im Kreis werden - Wahlprogramm vorgestellt)

Dafür hat die Union den stärksten Anteil an Kandidaten aus den Ortsteilen im Vogelsberg, lediglich Sandlofs und Rimbach fehle auf den ersten 31 Plätzen. Dieser Ort wird aber auch durch keinen anderen Bewerber auf einer anderen Liste repräsentiert. Bei der SPD befinden sich insgesamt neun Bewerber aus den Ortsteilen Rimbach, Unter-Wegfurth, Hartershausen, Bernshausen, Willofs und Fraurombach. Zwischen Stadt und Land einigermaßen ausgewogen ist das Verhältnis bei der BLS: elf aus der Kernstadt, neun aus den Ortsteilen. Die überwiegend kernstädtische FDP-Liste wird durch zwei Kandidaten aus Hutzdorf ergänzt.

Stadtverordnetenversammlung in Schlitz: Auch Ehepaare treten an

Bei den Berufsgruppen ergibt sich ein buntes Bild, vom Hörgeräteakustikermeister bis hin zum Lektor. Auffallend ist: der öffentliche Dienst, den es angeblich besonders stark in die Parlamente drängt, erscheint auf den Listen eher unterrepräsentiert. Bei der CDU dominieren kaufmännische Berufe, aber auch der landwirtschaftliche Bereich ist dort angemessen vertreten. Bei der SPD befinden sich besonders viele Kandidierende in einem Angestelltenverhältnis, derweil die FDP vor allem mit Selbstständigen aufwartet. Bei der BLS findet man im Verhältnis zur Zahl der besetzten Listenplätze die meisten Vertreter und Vertreterinnen explizit sozialer Berufe.

Nicht selten gibt es auf den Listen auch Menschen, die in verwandtschaftlichem Verhältnis stehen. Diese kandidieren dann in der Regel für dieselbe Partei. So findet man Ehepaare auf allen Listen.

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