Kindertagesstätte St. Christophorus
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Auch in der Kindertagesstätte St. Christophorus kehrt allmählich Normalität ein.

Extrawaschbecken für Frösche und Igel

Kindergärten im Schlitzerland haben Hygienekonzepte im Griff

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Seit Anfang des Monats dürfen Kindergärten wieder öffnen. Auf den ersten Blick scheint in den Schlitzerländer Kitas alles so zu sein wie bisher, aber auf den zweiten Blick ist vieles anders. Exemplarisch berichten wir aus drei Einrichtungen.

Schlitz - Im Schlitzerland gibt es sechs Kindergärten, in denen jetzt buchstäblich wieder das Leben tobt. So auch in der Kita Regenbogen in Queck. Wo sich ursprünglich nur Frösche, Eichhörnchen, Igel und Mäuse getummelt haben, sind jetzt auch noch die Eulen dazu gekommen. So heißen die einzelnen Kindergruppen in der Kindertagesstätte. Und da die Gruppengröße jetzt noch beschränkt ist, musste eine neue Gruppe eingerichtet werden, berichtet Kindergartenleiterin Carmen Semmler. „Wir arbeiten normalerweise offen, die Kinder können sich hier überall frei bewegen. Sie sind es gar nicht gewöhnt, immer in einem Zimmer zu bleiben“.

Auch einigen Eltern mussten die Erzieherinnen erklären, dass ihr Sprössling nach dem Neuzuschnitt der Gruppen nicht immer mit allen ihren Freunden zusammen sein können. „Aber die Kinder machen das total gut“, freut sich Semmler. So sei das Händewaschen direkt nach der Ankunft den Jüngsten schon in Fleisch und Blut übergegangen. Auch das die Bäder jetzt nach den einzelnen Gruppen mit Waschbecken und Toiletten zum Beispiel nur für die Frösche eingeteilt wurden, hätten die Kinder verstanden. Von den 67 Plätzen in der Quecker Einrichtung konnten wieder 57 belegt werden. „Manche Eltern wollten noch gar nicht ihre Kinder zurück in die Kita schicken“.

Kita St. Christophorus: 62 von 79 Plätzen belegt

Für die Erzieherinnen und Erzieher gibt es seit Montag einen weiteren Lichtblick. Die Beschränkung der Gruppengröße soll am 15. Juni aufgehoben werden. Und vielleicht die beste Nachricht zu den ganzen Umstellungen: „Es gab keine Tränen“.

Ein wenig skeptisch blickt Andrea Michel-Herbert auf die neuen Regelungen. „Es muss sich alles jetzt einspielen“, sagt die Erzieherin an der Katholischen Kita St. Christophorus. Von den 79 Plätzen sind wieder 62 belegt. Auch bei St. Christophorus wollten einige Eltern erst bis zu den Sommerferien warten. Wie überall stellen sich neue organisatorische Herausforderungen. „Wir versuchen, möglichst viel im Außengelände zu machen“. Auch Spazierengehen und ähnliches stünden noch auf dem Programm. Dass die Kinder zum Beispiel das singen, das jetzt verboten ist, vermissen, glaubt Michel-Herbert nicht; solange sich der Nachwuchs bewegen könne, sei er zufrieden.

Kinder haben Hygiene mittlerweile schon verinnerlicht

„Die Kinder sind bei uns sehr gut angekommen“, berichtet die Leiterin des Dieffenbachkindergartens Sigrid Steube. Die Gruppen sind dort aufgeteilt nach Halbtags- und Ganztagsbetreuung. „Wir achten sehr auf die Hygienemaßnahmen. Das steht bei uns an erster Stelle“, berichtet Steube. So wurden die Eltern schon vor der Öffnung der Einrichtung über die neuen Verhaltensregeln informiert und gebeten, mit ihren Kindern darüber zu sprechen. Auch beim Morgenkreis ist Hygiene ein Thema, wobei die Kinder diese mittlerweile schon verinnerlicht hätten. Und weil der Dieffenbachkindergarten eine große Freifläche hat, können alle vier Gruppen jeweils in dem für sie bestimmten Abschnitt gleichzeitig spielen.

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