In Schlitz sind die politischen Verhältnisse seit Jahrzehnten relativ stabil.
+
In Schlitz sind die politischen Verhältnisse seit Jahrzehnten relativ stabil.

Kommunalwahl

Politische Verhältnisse relativ stabil: Ein Blick auf die Wahlergebnisse der vergangenen 25 Jahre in Schlitz

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
    schließen

In Schlitz sind die politischen Verhältnisse seit Jahrzehnten relativ stabil. Bei der Wahlbeteiligung lagen die Schlitzerländer in der Regel immer etwas besser als der restliche Vogelsberg. 

Schlitz - In Hessen findet am 14. März die Kommunalwahl statt. Bei der Auswertung der Wahlergebnisse der vergangenen 25 Jahre stützen wir uns auf die Daten des Statistischen Landesamtes. Da schon zu Beginn einer Legislaturperiode gewählte Stadtverordnete in den Magistrat aufrücken und so Platz für weitere Parlamentarier machen oder Stadtverordnete im Laufe der Legislaturperiode ausscheiden, ist der Frauenanteil unter den gewählten Vertretern zum Beispiel nur die Momentaufnahme vom Wahltag.

Noch 1993, in der Zeit vor dem Unionsbürgermeister Hans-Jürgen Schäfer, konnte sich die SPD zum letzten Mal im Schlitzerland als stärkste Partei behaupten. Dabei haben sich die Werte der Sozialdemokraten gar nicht dramatisch verändert. 1993 erhielt die Partei 35,4 Prozent der Stimmen, 1997 35,7 Prozent, 2011 sogar einmal 38,6 Prozent. Aber ab 1997 gelang es der SPD nicht mehr, die CDU zu überholen. Die Union fing nämlich mit 27,6 Prozent im Jahr 1993 relativ klein an und schraubte sich bis 2001 auf 47,8 Prozent. Für die absolute Mehrheit langte es aber nie, und seit diesem Höhenflug war wieder ein leichter kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen. (Lesen Sie hier: Alles Wichtige zur Kreistagswahl im Vogelsberg).

Schlitz: Politische Verhältnisse seit Jahrzehnten relativ stabil

Ein wichtiger Faktor in der Schlitzer Kommunalpolitik sind seit jeher freie Wählergemeinschaften. Diese haben ihr Gesicht und ihr Personal aber in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend geändert. Seit zehn Jahren tritt die Bunte Liste Schlitzerland (BLS) mit einer eher ökosozialen Ausrichtung an, während zuvor die UBL sich als eher bürgerliche Alternative präsentierte, die sich bewusst von Parteiinteressen abgrenzte und vor allem die Interessen der Bewohner der Ortsteile - siehe Bürgerhäuser - zu vertreten suchte. Die BLS grenzt sich dagegen nicht von Parteipolitik ab. Bei ihr kandidieren auch Mitglieder von Die Linke und den Grünen. Mit diesem Programm gewann sie bei den vergangenen beiden Wahlen recht sicher zweistellig. (Lesen Sie hier: Schwarze Hochburg mit kleinen Rissen: In Fulda ist die CDU seit Jahrzehnten mit Abstand stärkste Kraft).

Recht beständig in der Schlitzerländer Kommunalpolitik mischt die FDP mit. Eine Ausnahme war die Legislatur 1997 bis 2001, in der die Liberalen an der damals für Kommunalwahlen noch geltenden Fünf-Prozent-Hürde scheiterten.

Derzeit neun Frauen in der Stadtverordnetenversammlung

Der Frauenanteil wurde in der Mitteilung der Wahlergebnisse jeweils gesondert vom Statistischen Landesamt ausgewiesen. Demnach zogen für die CDU im Jahr 2006 als Spitzenwert vier Frauen in die Stadtverordnetenversammlung ein, bei der SPD waren es auf Anhieb im Jahr 2001 drei Frauen, die BLS kann in seinen beiden Wahlgängen 2011 und 2016 jeweils auf eine Frau verweisen, die es noch vor dem Abrücken eines Vertreters in den Magistrat geschafft haben, und bei der FDP, die lange ohne weibliche Fraktionsmitglieder auskommen musste, waren es 2016 gleich zwei Frauen. Derzeit sind in der Stadtverordnetenversammlung neun Frauen dabei und im Magistrat zwei.

Das könnte Sie auch interessieren