Ein Bus vor der IGS Schlitzerland.
+
Der Bus nach Bad Salzschlirf hält auch vor der IGS.

Unmut bei Eltern

Mühsamer Weg über die Kreisgrenze - Kritik an Schulbusverkehr zur IGS Schlitzerland

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
    schließen

Volle Schulbusse und schlecht aufeinander abgestimmte Fahrpläne beklagen Eltern aus dem Landkreis Fulda, die ihre Kinder auf die IGS Schlitzerland schicken. Ein Vater aus Großenlüder hat sich jetzt auch an unsere Zeitung gewandt.

Schlitz/Fulda - Die IGS Schlitzerland wird von manchen Schülerinnen und Schülern aus dem Landkreis Fulda gerne besucht, auch, weil es das Angebot einer integrierten Gesamtschule im Nachbarkreis nicht gibt. Allerdings, so hat Michael Bien aus Großenlüder festgestellt, ist der Schulweg für seinen Sohn, der die siebte Klasse der Gesamtschule besucht, eher beschwerlich und angesichts der gegenwärtigen Corona-Pandemielage auch nicht immer gewährleistet ist.

„Die Auslastung ist derzeit und war es bereits vor der Covid-Pandemie überproportional zu den eingesetzten Fahrzeugen. Mehrmals hat unser Sohn sogar keinen Zutritt zum Bus erhalten und wurde gar nicht mehr mitgenommen“, schreibt Bien in einem Brief an die Verkehrsgesellschaft Oberhessen VGO und die Schule, der auch unserer Zeitung vorliegt. Wie uns VGO-Sprecher Sven Rischler allerdings mitteilte, sei die VGO in diesem Fall gar nicht zuständig, sondern der RMV. Neben der Unmöglichkeit, in den vollen Bussen die aktuellen Abstandsregeln einzuhalten, kritisiert Bien auch die Vertaktung der Busse, die aber nichts mit der aktuellen Krise zu tun hat.

Verkehrsgesellschaft Oberhessen verweist auf den RMV

So müsse sein Sohn sich schon recht früh auf den Weg machen, um den Zug nach Bad Salzschlirf zu erreichen. Der komme dann um 6.34 Uhr im Kurort an und beschere seinem Filius somit 24 Minuten Wartezeit, weil der Anschlussbus nach Schlitz erst um 6.58 Uhr starte. In Schlitz wiederum kommt dieser um 7.17 Uhr an, also 20 Minuten vor Schulbeginn, wie Bien moniert.

Der Vater fragt sich, warum es angesichts des Zeitpuffers bis zur ersten Stunde keinen Abstecher nach Großenlüder gebe. Vormittags gehe sogar nichts mehr, sodass bei Unterrichtsbeginn zur zweiten oder dritten Stunde das Elterntaxi die einzige mögliche Alternative sei.

Eineinhalb Stunden für 13 Kilometer Heimweg

Auch am Nachmittag sehe es dumm aus: der Bus retour fahre erst 29 Minuten nach Ende des Unterrichts, und auch in Bad Salzschlirf müssen die Schüler noch fast eine halbe Stunde warten. So brauchten die Kinder, hat Bien errechnet, für den 13 Kilometer langen Heimweg von der Schule eineinhalb Stunden.

Bien ärgert sich auch, dass nach der siebten Stunde überhaupt kein Bus nach Bad Salzschlirf angeboten wird und nach der achten Stunde die Zeit vom Schulschluss bis zur Abfahrt des Busses nur eine Minute betrage.

Der stellvertretende Schulleiter Markus Wahl bestätigt, dass aktuell etwa 40 Schülerinnen und Schüler aus dem Großenlüderer Raum die IGS besuchen. „Gerade angesichts der aktuellen Situation geht es in manchen Bussen schon recht eng zu“, erläutert Wahl. Man sei aber schon seit Beginn des Schuljahres mit den Verantwortlichen bei den Verkehrsbetrieben und beim Landkreis im Gespräch. Mit den Verkehrsbetrieben würden auch die jeweiligen Verbindungen in die Ortschaften diskutiert. „Wir versuchen immer, die Anliegen der Eltern und Schüler zu unterstützen“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema