Die sogenannte Brauereigasse in Schlitz
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Die sogenannte Brauereigasse in Schlitz soll sich wieder mit Leben füllen.

Architekturbüro gesucht

Innenstadtsanierung in Schlitz: Der Weg zur pulsierenden „Kulturbrauerei“ ist lang

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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  • Bernd Götte
    Bernd Götte
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Bei der Sanierung der Schlitzer Innenstadt geht es voran: Im Rahmen der im ISEK-Prozess geplanten Maßnahmen steht für das Brauereigelände schon ein Konzept. Jetzt wird ein Architekturbüro für den ersten Bauabschnitt gesucht.

Schlitz - Aufgrund der zu erwartenden Höhe des Honorars schreiben die Regeln vor, dass diese Arbeiten europaweit ausgeschrieben werden. Dies ist durch das Kernbereichsmanagement (KBM) geschehen. Man erwarte, dass die Auswahl im dritten Quartal abgeschlossen sie, teilt die Stadt Schlitz mit. Dann können die detaillierten Planungen, beginnend mit dem großen Saal, starten.

Hintergrund der Entwicklung sind Veränderungsprozesse, die sich in Schlitz abzeichnen. Demnach wird sowohl der Festsaal als auch das Museum in der Vorderburg in einigen Jahren leer stehen. Die Gelder für die anstehende Umgestaltung kommen aus dem Förderprogramm „ISEK“. Die Abkürzung steht für „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“.

Schlitz: 10 bis 15 Jahre - Weg zur „Kulturbrauerei“ ist lang

Ende 2020 hatte die Stadt die Nachricht über die Förderung aus diesem „Topf“ bekommen. Diese Unterstützung ist verzahnt mit der Förderung für das „Sanierungsgebiet südliche Altstadt“, die auch die ehemalige Brauerei umfasst. Es ermöglicht unter dem Dach des Bundesprojekts „Lebendige Zentren“ finanzielle Hilfen sowohl für die Initiativen von Privatleuten wie für kommunale Projekte.

Neue Standorte für einen Veranstaltungsraum und ein Heimat- oder auch Webereimuseum werden dann der ehemalige Eiskeller sowie das Abfüllgebäude der schon seit Jahren brach liegenden Brauerei sein. Der Festsaal und das Museum, das bisher von der Stadt nur gepachtet ist, sollen nach Angaben des Ersten Stadtrates Willy Kreuzer wieder an den Eigentümer der Vorderburg zur Nutzung zurückgegeben werden.

Innenstadtsanierung in Schlitz: Stadt profitiert von Programm „ISEK“

Das liege auch daran, dass der Brandschutz dort nicht gewährleistet sei, erläuterte Rainer Tropp von der Tropp Plan Aschaffenburg. Er, sowie Wolfgang Isack und Mathias Olschewski von der GSW Gesellschaft für Stadtentwicklung + Städtebau mbH aus Worms, haben Pläne entworfen. Mit im Blick haben sie neben dem Brauereigelände auch die Günthergasse, wo im ehemaligen Café Hahn Ladenflächen und Wohnungen entstehen könnten, „mit Betonung auf Wohnflächen“, wie Tropp erklärte.

Bei der Verwirklichung des Gesamtprojekts ist aber Geduld gefragt: 10 bis 15 Jahre sind angesetzt, um aus dem im Dornröschenschlaf schlummernden Brauereigelände eine pulsierene „Kulturbrauerei“ – so der Arbeitstitel – zu machen. Dieses Konzept wurde bereits mit Vertretern des Landkreises Vogelsberg und des Landesamtes für Denkmalpflege abgesprochen. Die Aktivitäten werden auf dem Brauereigelände eben mit dem Umbau zur Veranstaltungshalle beginnen. Dies soll etwa zweieinhalb Millionen Euro kosten, von denen die Stadt 762.000 Euro trägt. Die Veranstaltungshalle solle vor allem als Kultursaal für Darbietungen verschiedenster Art, aber auch für Sitzungen städtischer Gremien Raum bieten. Bei der Gesamtgestaltung des Brauereigeländes, so erklärte Tropp, sollten sich öffentliche und private Maßnahmen die Waage halten.

Brauereigelände in Schlitz soll „touristisch attraktiver Punkt“ werden

Wichtig scheint den Planern aber, das Brauereigelände zu einem touristisch attraktiven Punkt umzugestalten. „Das Brauereigelände soll ein Highlight werden und die Marke Schlitz stärken“, betonte Tropp. Touristisch aufgewertet werden soll das Gelände auch durch die Umgestaltung der Garage mit Bistro und „dringend benötigten“ (Tropp) Toiletten sowie einer angeschlossenen Tourist_Information. Zudem sollten die Hinterburger Gärten, die sich in Privatbesitz befinden, für den Publikumsverkehr geöffnet werden. Weiterer touristischer Appetithappen könnte ein Aufzug von der Günthergasse bis zum Hinterturm werden, um auch Leuten, die weniger gut zu Fuß sind, eine bequeme Erschließung der Innenstadt zu ermöglichen. Solche Aufzüge sind selten, Tropp berichtete, es gebe erst einen solchen unter anderem auch schon in Marburg.

Die Stadt Schlitz berichtet, dass das Interesse der Bürger für das Förderprogramm „Lebendige Zentren“ stark zugenommen habe. Nun wolle man die Ideen und Anregungen aufnehmen und zu prüfen. Dies soll im Sommer im Rahmen einer öffentlichen Sitzung, abhängig von der dann aktuellen Corona-Lage, im Saal der Landesmusikakademie, stattfinden.

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