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„Hühner machen süchtig“: Neue AG an der IGS Schlitzerland lockt mit Schulhuhn

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Von: Bernd Götte

Der Hahn von Michael Kruppert (rechts) bezauberte die Schüler. Auch Schulleitungsmitglied Alexander Dörr war angetan.
Der Hahn von Michael Kruppert (rechts) bezauberte die Schüler. Auch Schulleitungsmitglied Alexander Dörr war angetan. © Bernd Götte

Beim Wahlpflichtunterricht für die 9. Klasse gibt es für die Schülerinnen und Schüler der IGS Schlitzerland ein ganz neues Angebot: die Schulhuhn-AG.

Schlitz - Die Biologielehrerin Julia Wollmerstädt bekam die Idee zu der Schulhuhn-AG beim Radiohören. Drei bis fünf Hühner möchte sie anschaffen, die in der Schule gehalten und von den Schülern versorgt werden können. Geschehen soll dies mithilfe eines mobilen Hühnerstalls, einer Voliere und einem Futterautomaten, damit die Hühner auch am Wochenende etwas zu picken haben.

Die Resonanz auf dieses AG-Angebot, dass unter anderem auch mit Fremdsprachen konkurrierte, war groß. 13 Jungen und vier Mädchen entschieden sich dazu, Teile ihrer Schulzeit dem Federvieh zu widmen. „In der Ausschreibung stand, dass man bereit sein muss, sich auch mal die Hände schmutzig zu machen“, erklärt Wollmerstädt den großen Jungenüberhang in ihrer AG, ein Eindruck, den Mädchen aus der AG bekräftigten. (Lesen Sie hier: Mehrere Geflügelpest-Fälle in Süd- und Mittelhessen: Vogelsberger Veterinäramt empfiehlt Schutzmaßnahmen)

Schlitz: Neue AG an der IGS Schlitzerland lockt mit Schulhuhn

Aber unter den Jungs ist auch schon ein „alter Hase“: Der 14-jährige Mattis Metz aus Landenhausen hat schon drei Hühner. „Der Umgang mit Hühnern ist entspannend“, findet er. Deswegen war die Wahl des Faches „Schulhuhn“ für ihn auch nicht ungewöhnlich. Denn auch wenn den Mitgliedern der AG das Pauken von beispielsweise Vokabeln erspart bleibt, Leistung möchte Wollmerstädt trotzdem sehen. Jeder Schüler und jede Schülerin muss eine Präsentation über eine bestimmte Hühnerrasse machen.

Um sich hier einen Überblick zu verschaffen, hat sich die Schule mit dem Geflügelzuchtverein Schlitz und Schlitzerland in Verbindung gesetzt. Und so kam es, dass die 17 Schüler gestern Mittag bei der Schlitzer Züchterin Anja Uhlich zu Besuch waren, die eine ganze Reihe unterschiedlicher Hühnerrassen hält, darunter auch das seltene Frankfurter Zwerghuhn. Begleitet wurde Wollmerstädt vom Schulleitungmitglied Alexander Dörr, der selbst schon Hühner gehalten hat und sich deswegen in der Materie recht gut auskennt.

Vermittelt hat den Kontakt Michael Kruppert, Jugendwart des Geflügelzuchtvereins. Er empfing die Jugendlichen am Haus von Anja Uhlich und berichtete über das Vereinsleben des 120 Mitglieder starken GZV und über die verschiedenen Hühnerrassen, von denen im Schlitzerland schätzungsweise 40 bis 50 verschiedene gezüchtet würden. Mitgebracht hatte Kruppert einen prächtigen Cubalaya-Hahn, den die Schüler schnell ins Herz schlossen und ausgiebig mit Streicheleinheiten versorgten.

„Hühner machen süchtig“ - Schüler in Schlitz lernen anhand von echten Tieren

„Wenn ihr Hühner haltet, müsst ihr euch bewusst sein, dass ihr Verantwortung tragt,“ schärfte Kruppert seinen Zuhörern und Zuhörerinnen ein. Anja Uhlich stand im Hühnerstall den jungen Leuten Rede und Antwort. „Hühner machen süchtig“, bekannte sie. Ihre Hühnerhaltung habe sie mit vier Exemplaren begonnen, jetzt seien es 35. (Lesen Sie auch: Imker Kevin Klinkenberg möchte Bienen-Hobby zum Haupterwerb machen)

Für Uhlich sind Hühner Haustiere; sie haben Namen, werden nicht geschlachtet und die Züchterin scheut auch nicht den Weg zum Tierarzt, wenn es einem ihrer Schützlinge schlecht geht. Abschließend informierte sie die Schüler auch über ihre selbst zusammengestellte Futtermischung aus Getreide, Blüten, Karottenstückchen und Fliegenlarven. Am liebsten, und das führte sie anschließend auf ihrer Hühnerwiese vor, mögen die Vögel aber Mehlwürmer.

Einen „Deal“ habe sie übrigens mit den vierbeinigen Hühnerliebhabern Fuchs, Waschbär und Marder. Diesen legt sie immer zwei Eier hin, damit ihr Hunger gestillt wird. An der IGS sollen die Hühner nach den Osterferien angeschafft werden, etwa drei bis fünf plant Wollmerstädt. Wie es in den Sommerferien mit den Hühnern weitergeht, ist noch nicht ganz klar. Die Lehrerin kann sich Patenschaften für die einzelnen Tiere vorstellen.

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