Die so genannte Brauereigasse soll sich wieder mit Leben füllen.
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Die so genannte Brauereigasse soll sich wieder mit Leben füllen.

Sanierung

Zukunft des Brauereigeländes: So wollen Planer und Politik „die Marke Schlitz stärken“

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Bei der Innenstadtsanierung geht es voran: Im Rahmen der im ISEK-Prozess geplanten Maßnahmen steht für das Brauereigelände schon ein Konzept. Dieses wurde am Mittwoch während einer Pressekonferenz im Festsaal der Vorderburg vorgestellt.  

Schlitz - Der Ort der Pressekonferenz war symbolträchtig: Denn wenn es nach den Planungen geht, wird sowohl der Festsaal als auch das Museum in der Vorderburg in einigen Jahren leer stehen. Erst seit Ende vergangenen Jahres sei es klar, dass Mittel fließen, hieß es während der Pressekonferenz.

Neue Standorte für einen Veranstaltungsraum und ein Heimat- oder auch Webereimuseum werden dann der ehemalige Eiskeller sowie das Abfüllgebäude der schon seit Jahren brach liegenden Brauerei sein. Der Festsaal und das Museum, das bisher von der Stadt nur gepachtet ist, soll nach Angaben des Ersten Stadtrates Willy Kreuzer wieder an den Eigentümer der Vorderburg zur Nutzung zurückgegeben werden. Das liege auch daran, dass der Brandschutz in der Vorderburg nicht gewährleistet sei, erläuterte Rainer Tropp von der Tropp Plan Aschaffenburg. (Lesen Sie hier: Vogelsberg: Biber durchbohrt Damm - Passage am Drei-Seen-Weg für Fahrzeuge gesperrt).

Schlitz: Pressekonferenz zur Zukunft des Brauereigeländes - Mit dem Kultursaal soll es los gehen

Er sowie Wolfgang Isack und Mathias Olschewski von der GSW Gesellschaft für Stadtentwicklung + Städtebau mbH aus Worms haben Pläne entworfen und stellten diese gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung vor. Mit im Blick haben sie neben dem Brauereigelände auch den Bereich der Günthergasse, wo nach ihren Vorstellungen im ehemaligen Café Hahn und dem ehemaligen Woolworth sowohl Wohnungen als auch Gewerbeflächen entstehen könnten, „mit Betonung auf Wohnflächen“, wie Tropp erklärte. Die Stadt Schlitz habe dort auch schon entsprechende Grundstücke erstanden.

Bei der Verwirklichung des Gesamtprojekts ist aber Geduld gefragt. Zehn bis 15 Jahre sind angesetzt, um aus dem im Dornröschenschlaf schlummernden Brauereigelände eine pulsierene „Kulturbrauerei“ - so der Arbeitstitel - zu machen. Dieses Konzept wurde bereits mit Vertretern des Vogelsbergkreises und des Landesamtes für Denkmalpflege abgesprochen. Die Aktivitäten werden auf dem Brauereigelände eben mit dem Umbau zur Veranstaltungshalle und zum Museumsgebäude beginnen. Dies soll etwa drei Millionen Euro kosten, von denen die Stadt 900.000 Euro trägt.

Brauereigelände in Schlitz: Umbau zur Veranstaltungshalle und zum Museumsgebäude

Die Veranstaltungshalle solle vor allem als Kultursaal für Darbietungen verschiedenster Art, aber auch für Sitzung städtischer Gremien Raum dienen. Bei der Gesamtgestaltung des Brauereigeländes, so erklärte Tropp, sollten sich öffentliche und private Maßnahmen die Waage halten. Die städtischen Maßnahmen werden europaweit ausgeschrieben. Das ehemalige Sudhaus mit seinen Nebengebäuden soll an einen privaten Interessenten übereignet werden, der dort zum Beispiel Gastronomie und eine kleine Brauerei, aber auch Wohnräume einrichten könnte.

Wichtig scheint den Planern aber, das Brauereigelände zu einem touristisch attraktiven Punkt umzugestalten. „Das Brauereigelände soll ein Highlight werden und die Marke Schlitz stärken“, betonte Tropp. Touristisch aufgewertet werden soll das Gelände auch durch die Umgestaltung der Garage zu einer Touristinformation mit angeschlossenem Bistro und „dringend benötigten“ (Trott) Toiletten. Zudem sollten die Hinterburger Gärten, die sich in Privatbesitz befinden, für den Publikumsverkehr geöffnet werden. Weiterer touristischer Appetithappen könnte ein Aufzug von der Günthergasse bis zum Hinterturm werden, um auch Leuten, die weniger gut zu Fuß sind, eine bequeme Erschließung der Innenstadt zu ermöglichen. Solche Aufzüge sind selten, Trott berichtete, es gebe es einen solchen unter anderem auch schon in Marburg.

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