Säcke bereit legen, Sand einfüllen - so ging es im Bauhof in Schlitz jetzt zur Sache.
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Säcke bereit legen, Sand einfüllen - so ging es im Bauhof in Schlitz jetzt zur Sache.

Erklärung von Feuerwehr

Bürger in Schlitz sollen fünf bis sieben Sandsäcke in Baumarkt kaufen

  • Sebastian Reichert
    VonSebastian Reichert
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Die Feuerwehr der Stadt Schlitz bittet die Bürger, sich selbst im Baumarkt fünf bis sieben Sandsäckezu kaufen und zu befüllen. Stadtbrandinspektor Frank Goebel erklärt die Empfehlung zum Schutz vor Hochwasser.

Schlitz - Die Bitte an die Bürger, sich selbst einige Sandsäcke in Baumarkt zu kaufen und zu befüllen, hatte die Feuerwehr in Schlitz im Vogelsberg im Zuge einer Aktion am Städtischen Bauhof geäußert. Dort waren in diesen Tagen die Sandsäcke der Stadt wieder auf Vordermann gebracht worden.

Die Vogelsberg-Stadt ist damit wieder auf eine mögliche Flutkatastrophen rund um die Flüsse Fulda und Schlitz vorbereitet. Die alten Sandsäcke in Schlitz waren mittlerweile in die Jahre gekommen und teilweise auch verschlissen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch gleich der Sandsack-Bestand erhöht.

Vogelsberg: Bitte in Schlitz - Bürger sollen selbst fünf bis sieben Sandsäcke kaufen

Die Sandsäcke werden zunächst in der Feuerwache deponiert. Bei anstehender Gefahr - zum Beispiel einer drohenden Überflutung - werden die Sandsäcke mit dem GW Logistik verteilt. In diesem Zusammenhang erging von der Feuerwehr die Bitte an alle Bürger und Bürgerinnen, sich doch für den Eigenbedarf fünf bis sieben Sandsäcke in einem Baumarkt selbst zu kaufen und zu befüllen

So seien die Sandsäcke im Notfall zu Hause schnell griffbereit. Denn in einem Katastrophenfall wäre die Feuerwehr nicht in der Lage, (alle) betroffenen Haushalte zu bedienen. Entsprechende Hinweise gab die Feuerwehr nach eigenen Angaben auch schon über die Ortsvorsteher an die Bürger weiter.

Wie Stadtbrandinspektor Frank Göbel erklärte, würde die Feuerwehr mit der Sandsack-Bitte vor allem Personen und Familien ansprechen, die sich in den vergangenen Jahren Grundstücke gekauft haben, die durchaus aufgrund ihrer Lage von Hochwasser betroffen sein könnten, wie beispielsweise in Pfordt oder Rimbach.

„Viele alteingesessene Grundstücksbesitzer haben an ihren Kellertüren sogar Stahlklappen mit Gummiabdichtungen“, berichtete der Stadtbrandinspektor aus der Vogelsberg-Stadt. Da es aber in den vergangenen Jahren relativ wenige Überschwemmungen im Schlitzerland gegeben habe, sei das Gefahrenbewusstsein vielleicht nicht mehr so ausgeprägt.

Frank Göbel empfiehlt, dass in jedem Haushalt fünf bis sieben Sandsäcke lagern sollten, und verweist darauf, dass es auch Vorschrift sei, in jedem Haus einen Feuerlöscher zu haben. „Bei kleineren Überschwemmungen könnte sich dann jeder selbst mit den Sandsäcken helfen - beispielsweise, um Türen zu sichern.“ Das sei im Notfall nicht die Aufgabe der Feuerwehr.

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„So ein Sandsack kostet weniger als einen Euro“, sagt der Stadtbrandinspektor und rät, Sandsäcke aus Plastik zu verwenden - und zwar ungefähr in der Größe 30 mal 40 Zentimeter. Die Säcke sollten dann zu Dreiviertel mit Sand - am besten mit Main-Sand - gefüllt und trocken gelagert werden. Göbel: „Auf keinen Fall in der prallen Sonne lagern.“

Der Stadtbrandinspektor bittet die Bürger, nicht bei der Feuerwehr nach Sandsäcken nachzufragen. Diese gebe es im Baumarkt oder im Onlineshop für Feuerwehrbedarf. Nach der jüngsten Flut in Westdeutschland wurde indes auch im Vogelsberg geholfen. Sarah und Michael Schaefer kamen mit ihren drei Kindern in Schlitz-Queck unter. Die Familie verlor durch die Flut im Ahrtal alles. (sigi, sar)

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