Foto: Traudi Schlitt

Schlitz soll „Fairtrade-Town“ werden – Beschluss der Stadtverordnetenversammlung

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Pfordt/Schlitz - Schlitz soll „Fairtrade-Town“ werden. Das beschlossen die Stadtverordneten während ihrer Sitzung am Montagabend in der Pfordter Dorfschern auf Initiative der BLS.

Von unserem Redaktionsmitglied Bernd Götte

BLS-Fraktionsvorsitzender Dr. Jürgen Marxsen erläuterte, worum es dabei geht. „Fairtrade-Towns“ setzten sich für fairen und nachhaltigen Handel ein. Für die Erteilung dieses Prädikats müsse eine Kommune fünf Kriterien erfüllen: bei Sitzungen städtischer Gremien soll es Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel geben.

Eine Steuerungsgruppe soll die Aktivitäten zur Förderung des fairen Handels koordinieren. In Schlitz müssten in vier Einzelhandelsgeschäften und zwei Gaststätten Fairtrade-Produkte angeboten werden. Auch in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen sollten Fairtrade-Produkte angeboten werden. Zudem müssten in den örtlichen Medien mindestens vier entsprechende Presseartikel im Jahr erscheinen.

646 Kommunen sind bereits dabei

Marxsen berichtete, dass sich in Deutschland schon 646 Kommunen dieser Initiative angeschlossen hätten, darunter aus der Nachbarschaft Alsfeld, Fulda, Grünberg und Bad Brückenau. Grundsätzlich zeigten sich die Versammelten wohlwollend gegenüber den Zielen der Fair Trade-Bewegung. Nicht gefallen hat Stadtrat Willy Kreuzer aber die Bedingung, eine Steuerungsgruppe einzurichten.

Er verwies auf die aktuelle personelle Situation; da sei eine weitere Steuerungsgruppe nicht leistbar. Er schlug vor, dass sich der Magistrat eine Selbstverpflichtung auferlegt, beim Einkauf Fair Trade-Produkte zu bevorzugen. Dr. Katja Landgraf (FDP) schlug vor, Vertreter aus Alsfeld und Fulda in den Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss einzuladen, damit diese über den anfallenden Aufwand informieren könnte.

SPD, BLS und FDP stimmten zu

Heiko Siemon (CDU) unterstützte den Vorschlag zunächst, zog aber seine Unterstützung zurück, als klar wurde, dass auch die Liberalen schon gleich über den Beitritt zur Fairtrade-Initiative entscheiden wollten. „Dann macht ja so eine Informationsveranstaltung keinen Sinn mehr“, argumentierte Siemon. Marxsen hatte schon zuvor auf eine sofortige Abstimmung bestanden, versprach aber, dann bei der Umsetzung nicht zu sehr zu drängeln.

Letztendlich wurde dem Ansinnen der BSL stattgegeben, gegen Stimmen und Enthaltungen aus der CDU-Fraktion. In eine ähnliche Richtung zielte der Antrag der BLS zur Berücksichtigung sozialer und umweltbezogener Anforderungen bei Beschaffungen. Dabei soll der Magistrat besonders „nachhaltig“ einkaufen, womit auch regionale Produkte besonders einbezogen werden sollen. „Wie soll das gemacht werden“, fragte Kevin Alles von der CDU. Dirk Schäfer (FDP) sah in der Regelung auch eine Chance: nach diesem Beschluss könne man lokale Dienstleister bei Ausschreibungen noch stärker berücksichtigen.

Auch hier stimmten SPD, BLS und FDP zu, während die CDU-Vertreter sich mit knapper Fraktionsmehrheit dagegen entschieden.

Das könnte Sie auch interessieren