Die in die Jahre gekommenen Info-Schilder für Touristen sollen erneuert werden.
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Die in die Jahre gekommenen Info-Schilder für Touristen in Schlitz sollen erneuert werden.

Infotafeln werden erneuert

20.000 Euro für den Tourismus: Schlitzer Stadtverordnete geben Mittel frei

Mehr Grün soll die Stadt lebenswerter und für Touristen reizvoller machen. Darin sind sich die Schlitzer Stadtverordneten einig. Darüber, ob Patenschaften dafür notwendig und sinnvoll sind, gehen die Meinungen auseinander. 

Schlitz - Die Bunte Liste Schlitz (BLS) beantragte in der Stadtverordnetenversammlung, ehrenamtliche Baumpatenschaften den Bürgern anzubieten. „Bäume binden Feinstaub und mindern die Sommerhitze, Letzteres ist auch wichtig im Hinblick auf die inzwischen unvermeidliche, menschengemachte Klimaerwärmung“, führte Fraktionsvorsitzender Dr. Jürgen Marxsen zur Begründung aus. Dürre und Hitze der letzten Sommer hätten den Bäumen teilweise zu schaffen gemacht, so dass viele ohne zusätzliche Bewässerung eingegangen wären. Patenten könnten die Pflege von Bäumen und Blumenkübeln übernehmen.

„Es gibt wesentlich wichtigere Themen. Wir sollten erst mal die angestoßenen Themen auf den Weg bringen“, begründete Michael Dickert die Ablehnung des Antrags durch die CDU. Marxsen reagierte enttäuscht: „Ich verstehe nicht, warum Sie unser kleines Projekt ablehnen.“ (Lesen Sie auch: Kindergarten „Am Gänsrasen“ in Schlitz wird erweitert - U3-Krippe zieht in die Jahnstraße)

Gerald Gottwald (CDU) verwies auf die Eigeninitiative in den Dörfern und berichtete von seinen Erfahrungen als Ortsvorsteher in Willofs. Wie dort, werde sich auch in den anderen Dörfern von den Einwohnern zum Beispiel um Blumenkübel gekümmert. „Die Ortsvorsteher gehen auf die Anlieger zu. Das funktioniert nicht alles mit Patenschaften.“ In Einzelgesprächen sei viel zu bewirken.

Schlitz: 20.000 Euro für Tourismuskonzept - Infotafeln werden erneuert

Dagegen wandte FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Katja Landgraf ein: „Willofs ist nicht mit Schlitz zu vergleichen. Wir können hier nicht mit jedem einen Trinken gehen. Den Vergleich halte ich für absurd.“ Marxsen ließ die Argumentation der Christdemokraten ebenfalls nicht gelten, zumal die Bereitschaft, sich um die Bepflanzung zu kümmern, selbst in den Dörfern sinke, „weil es viele nicht mehr können. Auf Dörfern sind andere Strukturen als in der Stadt. Da braucht es ein anderes Konzept.“ Der Antrag wurde dennoch mit den Stimmen der CDU abgelehnt.

Zuvor hatten die Stadtverordneten einstimmig das bereits ausgearbeitete Tourismuskonzept sowie den Sperrvermerk für den Haushaltsansatz für das Projekt „Tourismuskonzept Beschilderung/Hinweistafeln“ aufgehoben. Damit sind nun 20.000 Euro freigegeben, um die Tourist-Infotafeln an den Standorten Bürgerhaus, Hindenburgstraße, Bahnhofsstraße und Kumpftreppchen zu erneuern. Eine Erweiterung um die Standorte Hinterturm und Stadtberg soll geprüft werden. Zudem ist eine Modernisierung des „Historischen Stadtrundgangs“ vorgesehen. (Lesen Sie hier: Neues Parkplatzkonzept? Schlitzer Marktplatz könnte autofrei werden)

„Wir finden es gut, dass es endlich nach vier Jahren umgesetzt wird“, sagte Katja Landgraf, schränkte aber ein: „Das Konzept allein nützt nichts“, wenn es nicht umgesetzt werde. Erster Stadtrat Willy Kreuzer kündigte an, dass es die Verwaltung bis Ende des Jahres ausarbeiten wird. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Kevin Alles betonte ebenfalls, dass es mit einem Konzept allein nicht getan sei. Er gab zu bedenken, dass auch „drei bis vier Stellen“ geschaffen werden müssen. „Man muss der Bevölkerung sagen, dass die Stadt Geld in die Hand nehmen und das gegenfinanziert werden muss.“

Schlitzer Stadtverordnete beschließen Einrichtung von Schulgarten

Des Weiteren beantragte die BSL die Einrichtung eines Schulgartens. Der Magistrat solle prüfen, „ob ein geeignetes Grundstück in der Nähe der Schlitzer Schulen zu Verfügung gestellt werden kann“, erläuterte Dr. Klaus Dieter Koch. Zu seiner Überraschung und Freude stieß dieser Antrag auch bei der CDU auf positive Resonanz. „Wir finden den Antrag gut und unterstützen ihn“, betonte Maren Schrödl (CDU), die als Änderungsantrag einbrachte, bei den Schulen nachzufragen, ob es einen Bedarf gibt und ein Schulgarten überhaupt gewünscht ist. Beide Anträge wurden einstimmig angenommen.

Zur Kontrolle des Halteverbots am Pfordter See befragt, sagte Willy Kreuzer, dass es dieses Jahr immer mal ein paar Verstöße an Wochenenden gegeben habe, gefährliche Situationen aber nicht bekannt seien. Abschleppmaßnahmen seien nicht vorgesehen, weil diese nicht verhältnismäßig sind, zumal es auf der Straße genügend Restbreite gibt und von Spitzenzeiten abgesehen genügend Parkplätze vorhanden sind. (von Dirk Steffen)

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