Viera Blech spielte Blasmusik für das neue Jahrtausend.
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Viera Blech spielte Blasmusik für das neue Jahrtausend.

80 Workshop-Teilnehmer

Party zwischen Polka und Pop: Viera Blech gastiert in der Landesmusikakademie Schlitz

  • Bernd Götte
    VonBernd Götte
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Die Polka gilt bisweilen als eher unernste oder auch behäbige Musikform und allgemein als eher unmodern. Dass es auch anders geht, hat die österreichische Kombo Viera Blech am Samstagabend im Konzertsaal der Landesmusikakademie Schlitz gezeigt.

Schlitz - „Ich wünsche Ihnen den schönsten Abend, den’s heute gibt“, begrüßte der Direktor der Landesmusikakademie Lothar Behounek launig die Gäste, die an Biergarnituren Platz nehmen konnten und unter anderem mit Brezeln und Bier verköstigt wurden, ganz wie bei einem sommerlichen Dorffest in Süddeutschland.

Die sieben Musiker aus Tirol, der Steiermark und Niederösterreich haben sich vor allem der klassischen Polka verschrieben, und verleihen ihr neuen Schwung, alleine schon dadurch, dass sie mit vielen Eigenkompositionen aufwarten können. Ihr Können gaben die sieben jungen Musiker auch gerne während eines Workshops an etwa 80 interessierte Hobbymusikanten aus dem ganzen Bundesgebiet weiter, die im ersten Teil des Konzertes die hörenswerten Ergebnisse ihres Übens präsentierten.

Schlitz: Viera Blech gastiert in der Landesmusikakademie

Da gab es unter anderem von den Amateuren den Hit von Viera Blech „Von Freund zu Freund“ zu hören, eine fröhliche Hommage an die klassische Polka, aber modern und im flotten Tempo. (Lesen Sie auch: Ende der Corona-Stille: Jugendorchester tritt erstmals wieder auf)

Da schämte sich auch niemand mitzuklatschen in dem voll besetzten Saal, selbst etliche Gäste im Teenageralter ließen sich zum Schluss sogar zum Schunkeln hinreißen. Die sieben Österreicher hatten den Dreh aber auch raus; mal flochten sie Dixie-Elemente in eine Polka ein, mal erreichten sie mit Anleihen aus dem Bigband-Bereich, dass die volkstümliche Melodie fast schon Hollywood-Format erreicht, und selbstverständlich wussten sie um die Lieblingslieder der Volksmusikfans wie „Auf der Vogelwiese“, das Ernst Hutter mit seinen Egerländer Musikanten erfunden und populär gemacht hat.

Das ganze war noch gewürzt durch viel Schmäh in den Anmoderationen, bei denen die Ensemblemitglieder nach der Reihe durch den Kakao gezogen wurden.

Dass Viera Blech nicht nur Polka kann, konnte man sich bei der hohen Qualität ihres Spiels gut denken. So kamen ihnen Stings „Englishman in New York“, Aerosmiths „Sweet misery“ und Totos „Rosanna“ ausgesprochen geschmeidig über die Mundstücke; dass die Rufe nach Zugabe am Ende laut und stürmisch waren, versteht sich da fast von selbst.

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