Könnte diese unberührte Natur, wie hier im Quecker Fuldatal, mit einer Stromtrasse durchzogen werden?	Foto: Holger Hohmeier
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Könnte diese unberührte Natur, wie hier im Quecker Fuldatal, mit einer Stromtrasse durchzogen werden?

Möglicher Trassenverlauf

Fulda-Main-Leitung: Führen bald Strommasten durch das Fuldatal?

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Die Planungen für die Fulda-Main-Leitung über die Umspannwerke Mecklar-Dipperz-Grafenrheinfeld sind derzeit am laufen. Eine Variante für die Stromleitung könnte auch durch das Fuldatal führen. 

Schlitz - Erster Stadtrat Willy Kreuzer (CDU) informierte während der jüngsten Stadtverordnetensitzung, dass der Netzbetreiber Tennet in seiner jüngsten Vorab-Information auch diese Variante ins Spiel gebracht hat. Es geht um zwei parallel verlaufende 380 KW- Wechselstromtrassen, die in einem Korridor zwischen Schlitz im Westen und Geisa im Osten sowie Mecklar im Norden und Dipperz im Süden verlaufen sollen.

Die Trassen sollen parallel im Abstand von 145 Metern verlaufen. Wie Kreuzer erläuterte, sei eine Erdverkabelung technisch nur jeweils auf einer Strecke von sechs Kilometern möglich. Große Teile der Strecke müssten mit 60 bis 80 Meter hohen Strommasten überbrückt werden. Dieses Bauvorhaben wurde sich – falls man sich für die äußerst westliche Variante entscheide, von Unter-Wegfurth durch das Fuldatal bis nach Kämmerzell erstrecken.

Trassen durch das Fuldatal: Leiden Natur und Tourismus?

Kreuzer wies auf hohe „Raumwiderstände“ im Fuldatal hin. Schließlich würden dort Naturschutz- und Wasserschutzgebiete berührt. Zahlreiche Tiere, besonders Vögel wie Störche und Reiher, haben dort ihr Refugium. Außerdem wohnen in dem Bereich auch nicht wenige Menschen.

Für den Fremdenverkehr, wie den Kanu- und Radtourismus, wären meterhohe Masten ebenfalls wenig zuträglich. Zudem, erläuterte Kreuzer, bestehen im Fuldatal keine anderen Trassen. Die Option, hier Leitungen zu bündeln, bestünde somit nicht. Allerdings wären auch in anderen Regionen Naturschutz und Infrastruktur durch eine Stromtrasse beeinträchtigt. Kreuzer berichtete, dass Tennet nun die Bündelung mit anderen Versorgungswegen zum Beispiel für Gas und Strom, aber auch Bahnlinien und Autobahnen, prüfen würde.

Das Thema sorgte unter den Stadtverordneten für etwas Unruhe. Die Stadt kann laut Kreuzer bis zum 10. Juli ihre Bedenken anmelden.

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