Die Bevölkerung im Schlitzerland wird wohl sinken, aber prozentual nicht so stark wie im Vogelsbergkreis. 
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Die Bevölkerung im Schlitzerland wird wohl sinken, aber prozentual nicht so stark wie im Vogelsbergkreis. 

Blick in die Zukunft

Zahl der Einwohner im Schlitzerland wird wohl schrumpfen - Das sind die Gründe

Im Haushaltsplan der Stadt für das Jahr 2021 findet sich auch ein Abschnitt über die Bevölkerungsentwicklung. Fazit: Die Bevölkerung im Schlitzerland wird wohl sinken, aber prozentual nicht so stark wie im Vogelsbergkreis. 

Schlitz - Einer Prognose zufolge soll die Zahl der Einwohner der Stadt Schlitz von 2019 bis 2025 von 9.719 Menschen auf rund 9.500 schrumpfen. Dies wäre eine Rückgang von 3,1 Prozent. Damit schrumpfe die Bevölkerung im Schlitzerland aber nur halb so stark wird die im gesamten Vogelsbergkreis, wo ein Rückgang von 6,2 Prozent vorausgesagt wird. Das heißt, dass von 105.600 Einwohnern bei der 2019er Erhebung 2025 nur noch 101.800 übrig bleiben werden. (Lesen Sie hier: Vogelsbergkreis sticht heraus: Auf der Suche nach dem Durchschnitts-Hessen).

Im Jahr 2035 werden für Schlitz 9.200 Einwohner vorhergesagt, für den gesamten Vogelsbergkreis aber nur noch 95.400 Einwohner. Auch die Altersstruktur werde sich demzufolge ändern: der durchschnittliche Schlitzer war 2019 45,1 Jahre alt, der durchschnittliche Landkreisbewohner 47 Jahre, was einer der höchsten Altersdurchschnitte in Hessen ist. 2025 wird der Schlitzerländer gemäß Prognose durchschnittlich schon 46,8 Jahre alt sein und 2035 schon 48,8 Jahre.

Bevölkerung im Schlitzerland wird vermutlich schrumpfen

Dabei handele es sich allerdings um Trends und keine sicheren Zahlen, wie die Stadtverwaltung betont. So könnte Zuzug zum Beispiel auch von Flüchtlingen die Vorhersagen nichtig machen.

Insgesamt scheint die Bevölkerungsentwicklung in Schlitzerland und Vogelsbergkreis aber rückläufiger zu sein als im restlichen Hessen, wo sogar mit einem leichten Anstieg gerechnet wird.

Wegen der recht großen Fläche des Stadtgebietes und der geringen Bevölkerungsdichte ergeben sich für die Stadt hohe Aufwendungen. Schlitz, mit 142 Quadratkilometern die viertgrößte Flächengemeinde in Hessen, muss für den Erhalt der Infrastruktur vergleichsweise mehr Leistungen stemmen als eine dicht bevölkerte Großstadt. Eine Herausforderung seien die so genannten freiwilligen Leistungen.

Büchereien, Museen und Sportstätten spielen eine wichtige Rolle

Dazu zählen vor allen Dingen Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Büchereien, Museen und Sportstätten. Diese spielten im ländlichen Raum eine sehr viel wichtigere Rolle als in städtischen Zentren. Die Fixkosten seien so im Vergleich zur Bevölkerung ungleich höher.

Auf Landesebene wird auf die Probleme des ländlichen Raumes mit einer Investitionsstrukturpauschale reagiert. Seit 2014 fließt so Geld aus Wiesbaden nach Schlitz, 2021 sollen es 148.000 Euro sein, 9.000 Euro mehr als im Vorjahr. Die Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land glichen sich an, wird im Haushaltsentwurf festgestellt. Auf der anderen Seite nähmen ländliche Räume eine wichtige ökologische Funktion wahr. Die Stadt versuche, durch die Ausweisung und Erschließung von Baugebieten Zuzug zu erleichtern und zudem durch finanzielle Anreize für den Erwerb von Bestandsimmobilien weitere Interessenten ins Schlitzerland zu locken. Entsprechende Rahmenbedingungen setze der Gesetzgeber, heißt es in der Haushaltssatzung für das Jahr 2021.

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