Ausgetrocknete Bachläufe: An vielen Stellen im Vogelsberg und der Region sieht es so aus. (Archivfoto)
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Ausgetrocknete Bachläufe: An vielen Stellen im Vogelsberg und der Region sieht es so aus. (Archivfoto)

Im Vogelsberg

Trockenheit lässt den Naturraum sterben - Schutzgemeinschaft ruft zu Gewässerbeobachtung auf

Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg e.V. ruft die Bevölkerung dazu auf, die Gewässer und Biotope in der Region zu beobachten. Damit soll das Austrocknen von Gewässern verhindert werden.

Vogelsberg - In den vergangenen Monaten hat die Arbeit der Schutzgemeinschaft Vogelsberg e.V. (SGV) für den Schutz von Wasser und Natur in der Region sehr viel Zuspruch erhalten. Wie notwendig diese Solidarisierung ist, zeigt sich auch in diesem Sommer wieder. Denn das mittlerweile dritte trockene Jahr lässt Bäche und Quellen in der Region in ungeahntem Umfang sterben. 

Auch für den Forst sei der fortgesetzte Wassermangel eine immer schlimmere Katastrophe, zudem würden die landwirtschaftlichen Erträge enorm einbrechen, schreiben die Verantwortlichen in einer Pressemitteilung. Gleichzeitig aber pumpten die großen Wasserwerke größtmögliche Grundwassermengen für den Export in den Ballungsraum rund um Frankfurt ab.

Schutzgemeinschaft im Vogelsberg möchte sich Überblick über Wasserverhältnisse machen

„Deshalb sind in den entsprechenden Einzugsbereichen Gewässer, Nass- und Feuchtbiotope und das Grundwasser der Kommunen sowie der Land- und Forstwirtschaft besonders gefährdet“, heißt es dort weiter. Die SGV setzt sich deshalb intensiv dafür ein, dass die Fördermengen gerade in den sommerlichen Trockenperioden spürbar reduziert werden und möchte sich einen Überblick über die tatsächlichen Wasserverhältnisse vor allem im südöstlichen, südlichen und südwestlichen Vogelsberg sowie in den sich daran anschließenden Gebieten, beispielsweise im Main-Kinzig-Kreis, verschaffen.

Die Daten, die seitens der Wasserwerke und der Behörden zur Verfügung gestellt würden, so die Schutzgemeinschaft, würden hierfür allerdings nicht ausreichen und kämen mitunter mit Verzögerung an. „Um zeitnah und wirkungsvoll Alarm schlagen zu können, braucht die SGV daher eigene Daten. Die Schutzgemeinschaft ruft daher die naturverbundene Bevölkerung dazu auf, die Gewässer und Biotope der Region zu beobachten.“

Kontakt

Informationen, die an die SGV geschickt werden, müssen laut den Verantwortlichen eine genaue Angabe des jeweiligen Standortes, das Datum der Beobachtung und wenn möglich ein Foto des Zustandes enthalten. Für Rückfragen sollen zudem Namen und Telefonnummer oder eine Kontaktmöglichkeit per E-Mail angegeben werden. Die Postadresse der Geschäftsstelle lautet Goethestraße 4 in 63679 Schotten. Per E-Mail ist die Geschäftsstelle unter info@sgv-ev.de erreichbar.

Besonders wichtig seien hierbei Angaben über das Austrocknen von Gewässern und Biotopen sowie über das Versiegen von Quellen. Je öfter solche Beobachtungen erfolgen, desto besser könne die Entwicklung der Wasserverhältnisse dokumentiert und als Beweismittel genutzt werden. (sim)

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