Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer (rechts) überreicht eine Urkunde an Franz Fuchs und Blumen an Gattin Rosita. / Foto: Sigi Stock

Servus Franz Fuchs! Das „Gesicht der Destillerie“ verabschiedet sich in den Ruhestand

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - Er lebte und brannte über 42 Jahre für den Betrieb. Nach über vier Jahrzehnten geht er in den Ruhestand. Er war das „Gesicht“ der Schlitzer Kornbrennerei, Destillateur Franz Fuchs. Fast sein gesamtes berufliche Leben hat er mit dem Kreieren von hochprozentigen Köstlichkeiten verbracht. Es ist sehr selten dass jemand nach der Lehre vier Jahrzehnte in der gleichen Firma arbeitet. Nun wurde Franz Fuchs verabschiedet.

Franz Fuchs ist gebürtiger Österreicher und kam auf Wunsch des ehemaligen Geschäftsführers Helmut Buchholz nach Schlitz in die Schlitzer Kornbrennerei der Hessischen Staatsdomäne Karlshof/ Land Hessen. Fuchs hat den Beruf des Destillateurs bei der Firma Purkhart in Steyr Österreich) von der Pike auf gelernt. Am 1. Juni 1973 fing er als Angestellter seinen Dienst bei der Kornbrennerei an.

1998 beging er bereits sein 25-jähriges Dienstjubiläum, am 1. Juni 2013 sein 40-jähriges. 2006 vollzog sich der Besitzerwechsel der Kornbrennerei, sie wurde von der Stadt Schlitz übernommen. „Man könne sich“, so Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Jürgen Schäfer, „die Destillerie ohne Franz Fuchs überhaupt nicht vorstellen.“

Er sei ein Synonym, Franz habe mit Leib und Seele, mit ganzem Herzen gewirkt und gearbeitet. Er habe für den Betrieb gelebt und gebrannt. Viele Produkte gehen auf Franz Fuchs zurück und werden durch ihn auch noch lange erhalten bleiben. Franz Fuchs war in der gesamten Zeit ein ehrlicher, freundlicher, disziplinierter und zuverlässiger Mitarbeiter. Schäfer: „Du kannst mit einem sehr guten Gefühl zurückblicken.“

Seine Produkte werden noch lange im Dienst stehen

Mit einer Urkunde würdigte die Stadt Schlitz seinen unermüdlichen Einsatz und seine Verdienste. Ein Dankeschön bekam auch seine Gattin Rosita, die in all den Jahren hinter ihm stand und ihm den Rücken stärkte. Für die Stadt Hünfeld würdigte Theo Flügel (Magistratsmitglied) die Arbeit von Franz Fuchs. Des Weiteren übermittelte er die Grüße von Bürgermeister Steffen Schwenk und dem Ehrenbürgermeister der Stadt Hünfeld, Eberhard Fennel.

Er, so Geschäftsführer Tobias Wiedelbach, habe Franz Fuchs nur kurze Zeit seines Weges begleiten können. Fuchs habe in der Vergangenheit und für die Zukunft mit seinen Einflüssen die Kornbrennerei stark geprägt. Seine Fähigkeiten als Destillateur, aber auch der Mensch Franz Fuchs werden uns sehr fehlen. „Auch wenn Sie jetzt in den Ruhestand gehen, werden die Produkte noch lange im Dienst stehen.“

Kollege, Freund und Brennermeister Gottfried Ickler, sprach für die gesamte Mitarbeiterschar. „Über 25 Jahre unserer Zusammenarbeit sind vergangen. Es war eine lange Zeit am selben Ort. Es war nie besser, selten langweilig. Ich habe ja immer gehofft, du machst ein bisschen länger und ich ein bisschen kürzer und wir gehen dann zusammen. Das Hat aber leider nicht geklappt. Wir gönnen dir den Schritt zum Ruhestand und hoffen, dir wird nicht langweilig dabei. Wir wünschen dir alles Gute, Gesundheit, Zufriedenheit, Glück und Zeit für das, was du schon immer machen wolltest“.

Ehrunga als bester Destillateur des Schlitzerlandes

Als Erinnerung bekam Fuchs die „Goldene Schnapsflasche“ als bester Destillateur des Schlitzerlandes überreicht. Mit bewegter Stimme dankte Franz Fuchs für die vielen Worte und Geschenke: „Vier Jahrzehnte hatte ich das Glück in der Kornbrennerei zu arbeiten.“ In einem kurzen Abriss ging Fuchs noch einmal auf verschiedene Ereignisse aus den zurückliegenden Jahren ein. Darunter seine schwere Krankheit, die gemeinsam gemeistert wurde, die Arbeit mit Geschäftsführer Helmut Buchholz. Auch mit Konrad Schwab wurde einiges bewegt, die Grenzöffnung mit Wiedervereinigung.

Eine gute Entscheidung sei die AHA-Produktion in Schlitz gewensen, das Entstehen der Edelobstbrennerei, die Übernahme durch die Stadt Schlitz, die Zertifizierung, zuletzt die Herstellung von Whisky. Fuchs: „Ich danke allen Kollegen und Kolleginnen, die mich in all den Jahren bestens unterstützt haben.“ Mit den beiden Jungdestillateuren habe man zwei junge engagierte Nachfolger, sodass es ihm um die Zukunft der Schlitzer Destillerie nicht bange sei.

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