1. Fuldaer Zeitung
  2. Vogelsberg

Bäcker sollen in Villa im Vogelsberg einziehen - Fladenbrot-Produktion rund um die Uhr?

Erstellt:

Von: Bernd Götte

Hat große Pläne mit einer Fladenbrot-Bäckerei: Shivan Osmann, hier auf den Stufen der etwas heruntergekommen Villa Langheinrich.
Hat große Pläne mit einer Fladenbrot-Bäckerei: Shivan Osmann, hier auf den Stufen der etwas heruntergekommen Villa Langheinrich. © Bernd Götte

Rund um die Villa Langheinrich in Schlitz im Vogelsbergkreis tut sich etwas. Der neue Besitzer Shivan Osmann richtet dort eine Großbäckerei ein. Sie soll speziell Fladenbrote für Döner- und andere Imbissgeschäfte herstellen.

Schlitz - Der gebürtige Syrer Osmann lebt seit 28 Jahren in Deutschland und arbeitet in Fulda im Immobiliengeschäft. Mit der neuen Immobilie in Schlitz im Vogelsbergkreis will er sich aber auf ein weiteres Geschäftsfeld wagen. Er möchte dort Fladenbrote backen - in einer vollautomatischen Backstraße im so genannten Flachbau.

Neue Arbeitsplätze werden dann lediglich bei der Verpackung der Teigwaren entstehen. Osmann möchte 30 Leute für den Betrieb einstellen, der dann rund um die Uhr in drei Schichten laufen soll. Als Vertriebsgebiet für die Brote, die vor allem an türkische Lebensmittelläden und Gastronomiebetriebe verkauft werden sollen, schwebt Osmann ein Radius von knapp 200 Kilometern vor.

Vogelsberg: Fladenbrot-Bäcker sollen in Villa Langheinrich in Schlitz einziehen

Allein in Fulda habe er schon mit vier Geschäften Verträge, die ihm insgesamt 8000 Brote täglich abkaufen wollten. Wer täglich 1000 Brote oder mehr bestellt, kann dann von Schlitz aus beliefert werden. Den Standort in der Mitte Deutschlands mit nahem Autobahnanschluss weiß der Geschäftsmann zu schätzen.

Wie er erklärt, gebe es auch weit und breit keine Bäckerei dieser Art. Jeden Tag könnten nach Shivan Osmanns Vorstellungen 240.000 Teigfladen durch die Produktionsstraße laufen. Die ersten Brote sollen dann in drei Monaten ausgeliefert werden (lesen Sie hier auch: „Bares für Rares“-Expertin bekommt Heißhunger auf Döner - wegen Silberdose).

Platz genug dafür ist in dem sogenannten Flachbau, der an die Villa anschließt. In der Villa selbst möchte Osmann mit seiner Familie wohnen; eventuell könnten dort auch Beschäftigte des Bäckereibetriebes unterkommen (Lesen Sie auch hier: Festakt in Schlitz - Heiko Siemon in Bürgermeister-Amt eingeführt).

Etwas unzufrieden zeigt sich Osmann mit dem Zustand der Gebäude. Die Regenrinne an der Villa sei defekt, die Fassade bräuchte eine Auffrischung, und der Zaun sei verrostet. „Ich weiß nicht, wie man ein solch schönes Gebäude in so einem Zustand hinterlassen kann“, kritisiert Osmann.

All dies will er ändern. Um den Eingangsbereich freundlicher zu gestalten, soll die Rampe an der Bahnhofstraße verschwinden. Die Zulieferung und Abholung soll über den Zugang an der G. G .Langheinrich-Straße erfolgen. Bis es so weit ist, gibt es noch viel zu tun (Lesen Sie hier auch: Kneipensterben schreitet voran: Immer mehr Eiterfelder Gaststätten und Cafés schließen).

Video: Belgin Kaplan - Chefin des Dönerimperiums

Für die Sanierung des Komplexes hat Osmann zunächst 500 .000 Euro eingeplant. Unter anderem müssen 500 Quadratmeter Wand im Produktionsbereich gekachelt werden. Allerdings seien die Räume im Flachbau nahezu ideal. „Hier ist fast kein Umbau notwendig“, freut sich Osmann.

Die Außenanlagen möchte er im historischen Stil wieder herrichten. So soll der Zaun anthrazitfarben mit goldenen Spitzen angestrichen werden.  Über den Kaufpreis möchte der 59-Jährige nichts sagen. Das Anwesen war zuvor von einer Fuldaer Gastronomenfamilie erworben worden. Zwischenzeitlich diente die Villa Langheinrich als Asylbewerberunterkunft.

Auch interessant