Olaf Dahlmann (kleines Bild) will als Chef ins Angersbacher Rathaus einziehen. / Foto: Walter Kreuzer

SPD-Kandidat Dahlmann möchte als Bürgermeister die Gemeinde weiterentwickeln

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Wartenberg - Wartenberg bekommt im Januar einen neuen Bürgermeister. Wer das sein wird, entscheidet sich am kommenden Sonntag. Der in Horas lebende Diplom-Verwaltungswissenschaftler Dr. Olaf Dahlmann (SPD) tritt an, weil er den Wählern eine Alternative bieten möchte – und weil er die Gemeinde weiter entwickeln will.

„Ich kann nur mich und meine Ideen anbieten und dafür kämpfen. Wichtig ist, dass es einen politischen Wettbewerb gibt – das hat Wartenberg auf jeden Fall verdient“, gibt sich Dr. Olaf Dahlmann auf die Frage nach seinem Beweggrund für die Bürgermeisterkandidatur in Wartenberg zurückhaltend. Schließlich ist er der „Auswärtige“, der sich in Landenhausen und Angersbach erst bekannt machen muss – beziehungsweise dies in den vergangenen Monaten bereits getan hat. Als reiner Zählkandidat sieht sich der 37-Jährige, der mit Frau Ivonne sowie den Töchtern Clara (5), Hanna (4) und Mara (1) in Horas lebt, aber keineswegs. Und als promovierter Verwaltungswissenschaftler untermauert er seine Einschätzung mit einer Studie – in diesem Fall einer der Hochschule für Verwaltung in Kehl: Demnach gewinnen in 90 Prozent der Fälle auswärtige Kandidaten, wenn sie gegen ortsansässige antreten. „In Hessen liegen die Ergebnisse so mittendrin. Es kommt aber immer auf die örtlichen Begebenheiten an“, relativiert Dahlmann.

Und mit diesen hat sich der SPD-Mann („Es geht um die Person. Die Parteipolitik tritt in den Hintergrund, aber ich stehe dazu.“) inzwischen vertraut gemacht. Wartenberg sei wirtschaftlich stark, der Verschuldungsstand vergleichsweise gut, „was dem Bürgermeister einen gewissen Gestaltungsspielraum eröffnet. Sonst ist er letztlich Insolvenzverwalter“. Dem Amtsinhaber Manfred Dickel (parteilos) rechnet er an, dass er „die Gemeinde geprägt hat“. Den Wartenberger Stil einer sachorientierten Kommunalpolitik bewertet Olaf Dahlmann als „etwas ganz Wertvolles“. Auf dieser Basis wolle er aufbauen „und Wartenberg weiter entwickeln – und das über Parteigrenzen hinweg“.

Als persönlicher Referent des Präsidenten und Leiter des Präsidialbüros sowie Leiter der Stabsstelle für Qualitätsmanagement und strategisches Management der Hochschule Fulda bringt Dahlmann das für den Bürgermeisterjob notwendige Verwaltungswissen mit – ganz abgesehen davon, dass er ein entsprechendes Studium in Potsdam als Dr. rer. pol. abgeschlossen hat. Als gebürtiger Konstanzer, der einige Jahre in Brandenburg gelebt hat, fühlt sich der Familienvater in Ost-hessen seit einigen Jahren heimisch. Nun, da die „Kinder langsam in ein Alter kommen, wo das Umfeld größer wird, überlegt man, ob man sie aus diesem rausreißt“, deutet er den Wunsch an, sesshaft zu werden. Am liebsten möchte Dahlmann das in Wartenberg, wobei er keinen der beiden Ortsteile vorzieht: „Ich will ein Teil der Gemeinde und nah an den Bürgern sein. Das Amt bringt es mit sich, dass man immer im Dialog ist. Um eine Wohnung kümmere ich mich ab dem 26. Mai.“ Während zahlreicher Hausbesuche, die er im Zuge des Wahlkampfes absolviert hat, habe er nebenbei aber schon mal nach Leerständen Ausschau gehalten. Schließlich sieht er den demografischen Wandel und den prognostizierten Bevölkerungsrückgang als eines der wichtigen Problemfelder an, denen er sich als Bürgermeister zu widmen habe. Die Grundlage für Entscheidungen will er sich vom ersten Arbeitstag im Rathaus an zulegen: „Eine detaillierte Bevölkerungsstrukturanalyse, die zum Beispiel Angaben über die Verteilung der Altersgruppen macht, ist wichtig, um der Entwicklung gegenzusteuern. Bei Themen wie Seniorenresidenz oder Mehrgenerationenhaus kann die Gemeinde als Anreizgeber auftreten. Um Handeln zu können, braucht man jedoch genaue Zahlen.“

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