Nicht überall im Vogelsbergkreis werden Sperrbezirke in Erwägung gezogen. / Symbolfoto: Anoek de Groot

Sperrbezirke in vielen Gemeinden im Vogelsberg kein Thema

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Vogelsberg - Erst Großenlüder, dann Bad Salzschlirf und nun Wartenberg: Sperrbezirke zum Verbot der Prostitution scheinen in Mode zu sein. In Hosenfeld, Schlitz und Lauterbach gibt es keine solchen Bestrebungen – zum Teil aber Erfahrungen mit dem Rotlichtmilieu.

„Das ist momentan bei uns kein Thema“, stellt der Schlitzer Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer (CDU) klar, als er auf das Thema angesprochen wird. Auch seiner Hauptamtsleiterin Anja Rippl ist auf Nachfrage durch den Rathauschef nichts von einem Antrag für ein solches Etablissement im Schlitzerland bekannt. Allerdings: Ein Bordellbetrieb bedarf keiner Genehmigung und muss nicht angemeldet werden.

Die rechtlichen Bestimmungen sehen lediglich in bestimmten Fällen ein Verbot der Prostitution vor. Dies kann zum Beispiel durch eine Sperrbezirksverordnung erfolgen, wie sie für die Gemeindegebiete von Großenlüder, Bad Salzschlirf und Wartenberg durch die Regierungspräsidien in Kassel beziehungsweise Gießen erlassen wurden.

Einmaliges Problem: Freier irrte sich an der Tür

Ähnlich wie sein Schlitzer Kollege sieht auch der Hosenfelder Bürgermeister Peter Malolepszy (CDU) „keine Veranlassung für einen Sperrbezirk. Es gab auch keine Anreize aus der Politik oder von Bürgern in diese Richtung“. Er wolle nicht auf den Zug aufspringen, da das Thema für Hosenfeld nicht relevant sei. Auch die Vogelsberger Kreisstadt Lauterbach sieht laut Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller (CDU) und Ordnungsamtsleiter Ralf Krömmelbein „keine Veranlassung“ zu einem solchen Schritt. Aus ihrer Sicht ist auch nicht klar, ob sich eine solche Verordnung überhaupt auf Innenräume beziehe oder nur den Straßenstrich abdecke. In Lauterbach gebe es seit Jahren zwei Bordelle.

Vollmöller: „Dort gibt es keine Einsichtmöglichkeiten, und sie sind von außen nicht erkennbar. Zudem liegen keine Beschwerden vor, und auch intern musste die Polizei dort nie einschreiten. In einem Fall soll aber ein Kunde an der falschen Tür geklingelt haben.“ / kw

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