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Sperrt Bahn Bus und parkende Kunden aus?

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Lauterbach - Nachdem das Gebäude des Lauterbacher Nordbahnhofs im vergangenen November an einen privaten Investor verkauft worden ist, ist noch immer das Bahn-Areal rund um den Bahnhof auf der Immobilienwebsite der Deutschen Bahn AG zu finden und wird zum Verkauf oder zur Vermietung angeboten (www.bahnliegenschaften.de).

Seitens der Stadt Lauterbach war erwogen worden, Flächen zu erwerben, in der Zwischenzeit wurde angesichts der zu erwartenden Folgekosten davon aber wieder Abstand genommen. Für das Gebäude waren im Verlaufe der Verkaufsverhandlungen 175 000 Euro und für das Areal 125 000 Euro von der Bahn gefordert worden. SPD und Grüne in der Lauterbacher Stadtverordnetenversammlung hatten sich in den jüngsten Haushaltsberatungen für den Ankauf und die Nutzung der Bahnflächen durch die Stadt wegen ihrer städtebaulichen Bedeutung ausgesprochen, hatten aber keine Mehrheit finden können.

Jetzt droht möglicherweise Ärger wegen der Nutzung des Bahngeländes durch die Busse: In einem Brief an die Stadt hatten Vertreter der DB Immobilien darauf hingewiesen, "dass der öffentliche Busverkehr von der Straße Am Brennerwasser auf das Grundstück der Deutschen Bahn AG führt, auf diesem an der Güterhalle vorbei, um schließlich auf die Bahnhofstraße zu münden". Und sie wollten wissen, auf welcher vertraglichen Grundlage die Nutzung des Areals erfolge.

Seitens des für den Busverkehr zuständigen Zweckverbandes Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) befürchtet man nun, dass die Bahn AG zwei Schranken installieren könnte, um eine Einfahrt und Nutzung des Bahngeländes durch den Stadtbus und andere Regionallinien zu verhindern. Eine andere Streckenlösung müsste in diesem Falle für die Busse gefunden werden, gleichzeitig würden die Parkflächen entfallen, die vielfach von den Bahnkunden genutzt werden. Auf Anfrage des LA verwies eine Sprecherin der Bahn AG darauf, dass solche Maßnahmen gegenwärtig nicht geplant seien.

Vielmehr wolle man ein Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt abwarten, das im Laufe des April stattfinden werde. "Dann werden wir sehen, wie es weitergeht." Möglicherweise gäbe es für die Stadt die Möglichkeit, mit der Bahn AG einen Gestattungsvertrag abzuschließen. Gut wäre in diesem Zusammenhang die Ankündigung eines Bebauungsplanes mit Veränderungssperre.

Wie der ZOV mitteilt, wird die Haltestelle "Bahnhof" von den Lokallinien VB-16, VB-24, VB-26, VB-28, VB-65, den Vulkan-Express-Linien und den Regionallinien 391 und 393 angefahren. Die Lokallinien binden die Stadtteile Lauterbachs an den Bahnhof an. Die Busse wenden alle auf der Ladestraße. "Sollte das Gelände verkauft werden, ist es nach jetzigem Kenntnisstand nicht mehr möglich, den Bahnhof weiter anzudienen".

Am 8. April wird es zunächst einen Ortstermin am Bahnhof mit ZOV-Vertretern und Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller geben, bei dem über die Thematik gesprochen und nach Lösungen gesucht wird. / la

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