Die Lauterbacher Großsporthalle soll nur noch bis zum Monatsende als Notunterkunft für Flüchtlinge und Asylsuchende genutzt werden. / Foto: Walter Kreuzer

Sporthallen ab Ende Januar wieder frei: Flüchtlinge aus Notunterkünften werden verlegt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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lauterbach - Die 408 in den vier als Notunterkunft genutzten Vogelsberger Sporthallen untergebrachten Flüchtlinge werden bis Ende des Monats in andere Einrichtungen des Landes gebracht. Landrat Manfred Görig (SPD) will die Hallen anschließend „so schnell wie möglich“ wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stellen.

Von unserem Redaktionsmitglied Walter Kreuzer

7800 Flüchtlinge sind in Hessen in 38 Notunterkünften untergebracht. Darunter sind 19 Sporthallen – unter anderem jene in Lauterbach, Alsfeld, Mücke und Homberg – im Vogelsbergkreis. Bis Ende Januar sollen die Asylsuchenden in andere Einrichtungen verlegt werden. „Heute Morgen haben wir diese Nachricht aus der Staatskanzlei erhalten. Wir haben bereits bemerkt, dass sich die Situation etwas entspannt hat“, sagte Landrat Manfred Görig am Freitag während einer Pressekonferenz. Aktuell sind in den vier Hallen des Kreises 408 Personen untergebracht, davon 150 in Lauterbach. Die Kapazität von 1000 Plätzen wird somit zu weniger als der Hälfte ausgenutzt.

Ab wann die Turnhallen wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen, sagte Görig nicht: „Das soll so schnell wie möglich geschehen. Zunächst müssen Betten und anderes Material entfernt und die Hallen hergerichtet werden. Ich bin froh, dass wir das jetzt bald machen können.“ Die Kosten für anfallende Sanierungsarbeiten – in Lauterbach wurde zum Beispiel eine Mauer durchbrochen, um ein Lüftungsrohr zu installieren – werden vom Land übernommen. Dieses ist im Vogelsberg, im Gegensatz zu den anderen Landkreisen, Vertragspartner von Caterer, Sicherheitsdiensten und des Deutschen Roten Kreuzes. Dessen Kreisverband Fulda betreibt die Notunterkünfte in Lauterbach und Alsfeld.

Thema Flüchtlingsunterbringung ist nicht abgeschlossen

Görig will nicht ausschließen, dass im Laufe des Jahres erneut Notunterkünfte eingerichtet werden müssen. Er betont aber: „Wir werden dafür keine Sporthallen mehr verwenden. Wir haben dem Land mehrere Liegenschaften gemeldet, damit es mit den Eigentümern Verträge abschließen kann.“ Zwei Liegenschaften werden vom Kreis favorisiert. Sie bieten zusammen Platz für etwa 1000 Personen.

Das Thema Flüchtlingsunterbringung ist für den Vogelsbergkreis mit der Auflösung der Notunterkünfte keineswegs abgeschlossen. Im Gegenteil: Die Zahl der wöchentlich dem Kreis zugewiesenen Personen ist seit Jahresbeginn auf 60 pro Woche gestiegen und Görig geht von einer weiteren Steigerung aus. Aktuell leben 1056 Asylsuchende im Kreis, 600 davon in 22 Gemeinschaftsunterkünften, die übrigen in 118 Wohnungen.

Schlitz bleibt außen vor

Görig: „Wir haben Verträge für 16 weitere Gemeinschaftsunterkünfte mit 520 Plätzen abgeschlossen. Zudem sind wir in Verhandlungen für 16 Unterkünfte, die 540 Plätze bieten.“ Auch wenn die „250 Personen vom West-Balkan wohl nach Hause gehen müssen“, rechnet der Landrat nicht damit, dass die zur Verfügung stehenden Unterkünfte ausreichen werden.

Vor diesem Hintergrund will er „intensive Gespräche mit den Bürgermeistern“ führen, welche Liegenschaften und bebaubare Flächen sie anbieten können. Dabei ziehe er Häuser Containerlösungen vor. Bei der Verteilung auf die 19 Kommunen will er keinen Druck ausüben, „es sei denn, man zwingt mich“. Außen vor bleiben soll bei der Suche die Stadt Schlitz. Manfred Görig: „Dort sind bereits 300 Plätze. Das reicht erst einmal.“

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