Foto: Olaf Richter

Starke Leistung mit starker Botschaft: Bilanz der Schlitzer Theaternächte

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - Seit zehn Jahren gibt es die Theatergruppe der Evangelischen Kirchengemeinde, und ebenso lange führt Käthe Wildner bei der Truppe Regie. Die Aufführung von „Dickens’ Weihnachtsgeschichte markierte einen Höhepunkt der Arbeit des Ensembles und auch eine Zäsur. Käthe Wildner verlässt im Frühjahr Schlitz.

Von unserem Redaktionsmitglied Bernd Götte

Geschätzt 1200 Menschen haben dieses Jahr die Aufführungen in der Stadtkirche gesehen. Auch die vorausgegangenen Inszenierungen waren Publikumsmagneten, aber Mitinitiator Johannes Wildner hat beobachtet, dass auch zahlreiche Besucher von außerhalb kommen, um die Schlitzer Theaternächte zu besuchen. „Die Theaternächte sind fast ein Standard geworden“.

„Starke Fokussierung im Kirchenraum“

Käthe Wildner hebt für die diesjährigen Theaternächte besonders die „starke Fokussierung im Kirchenraum“ hervor, durch die die darstellerische Leistung der Schauspieler, allen voran Reiner Riek in der Hauptrolle als Ebenezer Scrooge, besonders zum Tragen kommen konnte. Es sei ein Risiko gewesen, die ausgesprochen textreiche Rolle des Scrooge in die Hand eines Darstellers zu geben. Diese Rolle hätte sonst kaum jemand übernehmen können, wenn Riek ausgefallen wäre. „Wir haben vielleicht hoch gepokert, aber auch gewonnen“, erklärt Käthe Wildner verschmitzt.

Gruppendynamik funktioniert besser

Froh, aber auch ein wenig überrascht scheint Käthe Wildner über die „enorme Entwicklung“ der Theatergruppe in den vergangenen Jahren zu sein. Spielfreude und Lust am Ausprobieren habe man schon bei der ersten Inszenierung gespürt, aber jetzt funktioniere auch die Gruppendynamik sehr viel besser als am Anfang, wohl auch weil jeder weiß, auf welche Handgriffe es ankommt. Von Anfang an dabei sind neben Käthe und Johannes Wildner André Niemann und Susanne Scholz-Richter. Insgesamt hätten in den vergangenen neun Inszenierungen etwa 30 bis 35 Menschen mitgespielt. Wie jedes Stück zuvor hatte auch die Weihnachtsgeschichte „Der Geist der Weihnacht“ eine prägnante Botschaft, die dem Pfarrer Wildner bei den Schlitzer Theaternächten immer wichtig war. „Für mich ist es wichtig, auch mal über darstellerisches Spiel eine Botschaft zu übermitteln, ohne gleich mit dem Holzhammer zu kommen“, so Wildner. Auch im „Geist der Weihnacht“ sei eine Fülle biblischer Themen enthalten.

Möglichst authentisch

Wichtig war Käthe Wildner auch, die Inszenierung möglichst authentisch zu halten. Dazu zählten neben der für das 19. Jahrhundert typischen Hausmusik auch die viktorianischen Kostüme. Hier wurde viel selbst gemacht, es gab auch Unterstützung durch die Kleiderkammer des TVK, und letztlich verbrachte Käthe Wildner auch viel Zeit im Internet, um dort dass eine oder andere Kleidungsstück aufzutreiben.

„Die Theatergruppe wird weiter bestehen.“

Wichtig war auch die Musik, die allerdings zu den eleganten Balletteinlagen bei der Premiere noch nicht gelaufen ist, deren Fehlen an dieser Stelle aber auch niemand außer den beiden Tänzerinnen – vermisst hat. Für die Inszenierung wichtig fand Käthe Wildner aber auch den Schlusschor, bei dem das Ensemble als Ganzes auf der Bühne stand und der auch ein Symbol für die Einheit der schauspielerischen Leistung gewesen sei.

„Die Theatergruppe wird weiter bestehen“, verspricht Käthe Wildner, die im Frühjahr ihren Mann zu seiner neuen Pfarrstelle in Schottland begleiten wird. Wie genau, darüber sollten dann aber die Nachfolger Auskunft geben.

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