Am STI-Group-Standort Grebenhain werden Displays für Produktpromotions im Handel produziert.
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Am STI-Group-Standort Grebenhain werden Displays für Produktpromotions im Handel produziert.

Verdi fordert Gespräche über Sozialtarifvertrag

STI-Mitarbeiter kämpfen für Erhalt des Werks in Grebenhain

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Die Mitarbeiter des STI-Werkes in Grebenhain und die Gewerkschaft Verdi hoffen, mit der Unternehmensleitung doch noch eine Lösung für den Standort zu finden. Das Unternehmen hatte angekündigt, die Produktion dort einzustellen. Einen Zeitpunkt nannte STI nicht.

  • Das STI-Werk in Grebenhain soll geschlossen werden.
  • Die Gewerkschaft Verdi fordert das Unternehmen zu Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag auf.
  • Die STI-Mitarbeiter hoffen, das Werk doch noch in Grebenhain halten zu können.

Grebenhain - Die Gewerkschaft erklärte am Freitagmittag, sie gehe davon aus, dass das Unternehmen bislang an seinen Plänen festgehalten habe, zumindest Teile der Produktion aus Grebenhain zu verlagern. Deshalb habe Verdi die Geschäftsführung des STI-Konzerns am Freitag zu Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag aufgefordert. Ziel der Verhandlungen sei eine tarifliche Abfindungsregelung für den Fall betriebsbedingter Kündigungen. In Grebenhain gibt es aktuell rund 280 Beschäftigte, im Konzern mit weiteren Standorten in Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen sowie in Tschechien insgesamt etwa 2000 Mitarbeiter.

Mitarbeiter hatten auf Weihnachtsgeld verzichtet

„Vorrang hat für Verdi aber auf jeden Fall der Erhalt der Arbeitsplätze in Grebenhain. Wir hoffen, dass sich Betriebsrat und Geschäftsführung in den laufenden Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan noch über einen Erhalt des Standorts verständigen“, sagt Manfred Moos von Verdi Hessen.

Moos erinnert daran, dass die Beschäftigten in Grebenhain drei Jahre von 2015 bis 2017 zur Sicherung des Standorts und der Beschäftigung auf das Weihnachtsgeld verzichtet hätten. „Die damals zugesagten Investitionen in den Standort sind nach Wechseln im Management leider bei weitem nicht erfolgt. Nun sollen die Beschäftigten nach offenkundigen Fehlentscheidungen der Führung die Zeche bezahlen und müssen um ihre Arbeitsplätze bangen.“

Verdi macht Inhaberin verantwortlich

Für die Krise des Unternehmens trage die Eigentümerin Dr. Kristina Stabernack (60) einen großen Teil der Verantwortung. Verdi mache nach wie vor den 2019 missglückten Versuch, die komplette STI-Gruppe mit mehr als 2000 Beschäftigten zu verkaufen, für die aktuellen Schwierigkeiten verantwortlich, sagt Moos. Die öffentliche Ankündigung der Verkaufsabsichten habe nach Einschätzung von Verdi zu Vertrauens- und Auftragsverlusten bei wichtigen Kunden aus der Lebensmittelindustrie geführt und sei eine Steilvorlage für die Wettbewerber im Display-Markt gewesen, sich Marktanteile zu holen. Die Rücknahme der Ankündigung im Dezember 2019 habe diese Entwicklung nicht entscheidend umkehren können. „Dafür trägt auch die Firmenerbin und jetzige Inhaberin Dr. Kristina Stabernack, Urenkelin des Gründers Gustav Stabernack, erhebliche Verantwortung“, ist Manfred Moos überzeugt.

Beschäftigte nannten sich „Stabernacker“

Über Jahrzehnte hätten sich die Beschäftigten selbst mit Stolz als „Stabernacker“ bezeichnet. Es sei ein Trauerspiel, wenn den aktuell Verantwortlichen nur noch Kahlschlag einfalle, statt eigene Fehler einzuräumen.

Die Unternehmensleitung hatte die Mitarbeiter Anfang Mai informiert, dass das Werk geschlossen werden soll. Das Unternehmen vermied jedoch das Wort „Schließung“. Es erklärte, „die Aktivitäten des Werks in Grebenhain sollten ,auf andere Standorte verlagert werden‘“.

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