Blick auf den Biberdamm am Schwarzbach. Die Fläche gleicht einer Sumpflandschaft.
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Blick auf den Biberdamm am Schwarzbach. Die Fläche gleicht einer Sumpflandschaft.

Trinkwasser-Verunreinigung droht

In Unter-Schwarz rollen die Bagger an: Biberdamm am Schwarzbach wird beseitigt

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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In Unter-Schwarz rollen die Bagger für ein Abrissunterfangen der besonderen Art: Der Biberdamm am Schwarzbach soll beseitigt werden. 

Unter-Schwarz/ Hutzdorf - In unmittelbarer Nähe des Tiefbrunnens in Unter-schwarz hat sich ein Biber oder vielleicht auch eine ganze Biberfamilie häuslich niedergelassen. Damit befindet sich ihr Domizil im Wasserschutzgebiet II. Wer über die Wiese zum Brunnenhäuschen gehen will, holt sich nasse Füße. Das Wasser des Schwarzbachs staute sich auf dem Gelände und sickerte von dort ins Erdreich. Frank Jahn, Leiter der Stadtwerke Schlitz, befürchtete, dass durch das einsickernde Bachwasser das Trinkwasser im Brunnen verunreinigt werden könnte. Dieser zählt mit lediglich 4,70 Metern Tiefe zu den sogenannten Flachbrunnen. Durch die Aufbereitungsanlage des Brunnens werde das Wasser lediglich entsäuert, aber nicht mikrobiologisch aufbereitet.

Akute Gefahr bestand aber bisher nicht. Der Brunnen in Unter-Schwarz ist gerade nicht in Betrieb. „Es hatte keinen Sinn, den Brunnen vorher in Betrieb zu nehmen und sich die Probleme ins Haus zu holen“, befand Jahn. Jetzt soll der Brunnen aber wieder in Betrieb genommen und darum gehandelt werden. Der Biberdamm wird abgerissen. (Lesen Sie hier: Schlitz: 94 Personen wollen Stadtverordnete werden).

Unter-Schwarz: Biberdamm am Schwarzbach wird beseitigt

Biber bauen Dämme unter anderem auch deswegen, um sich einen sicheren Eingang zu ihrer Burg unter der Wasseroberfläche zu sichern, was sie vor Feinden schützen soll. Wenn der Damm eingerissen wird, sitzt der Biber in seiner Burg buchstäblich auf dem Trockenen. Sein Bau an sich wird durch die Arbeiten aber nicht angetastet. Jahn hofft, dass durch die Beseitigung des Dammes der Biber vergrämt wird und sich einen anderen Standort sucht, wo er weniger gestört wird.

Dies kann aber die Stadt nicht von sich aus entscheiden. Der Biber steht unter Naturschutz, und Jahn und seine Mitstreiter mussten erst einmal nachweisen, dass durch den Nager der Gewässerschutz nicht mehr gewährleistet ist. Deswegen musste die Entfernung des Biberdamms bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragt und begründet werden - mit Erfolg.

Frank Jahn: Der Damm werde nicht zerstört, sondern lediglich um etwa 15 Meter versetzt

Vermutlich wird noch ein weiterer Damm entfernt. Dieser liegt in Hutzdorf hinter dem Sägewerk Pfeifer. Dabei soll der Damm aber nicht zerstört, sondern lediglich um etwa 15 Meter versetzt werden, sagt Jahn. Der Bau staut das Wasser so, dass die Entlastungsleitung einer Mischwasserentlastungsanlage in der Bahnhofsstraße droht, zusammenzubrechen. Um den Abfluss wieder ungehindert garantieren zu können, werden dann auch dort Fachfirmen vor Ort sein. Hier darf der Biber, sofern er den neuen Standort akzeptiert, aber bleiben. Auf seine Burg haben die Arbeiten nach Jahns Angaben keine Auswirkungen.

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