In die Ausstellung „Lebenslust und Lebensvielfalt“ führte die Autorin Traudi Schlitt ein. Sie tat dies auch mit Blick auf die Themen der Frauenwoche: Noch immer seien Frauen, die die Hälfte der Bevölkerung ausmachten, mit einem Frauenanteil von 35 Prozent im Bundestag und nur fünf Prozent an den Spitzen der Kommunen deutlich unterrepräsentiert. „Gegen Verbitterung und Verzweiflung jedweder Art hilft eine große Prise Ilona Nolte“, sagte Schlitt: Noltes Bilder drückten genau das aus, was Lebenslust und Lebensvielfalt meinten. Sie seien wertschätzend, augenzwinkernd, Szenen aus dem Alltag, in die sich jede und jeder mühelos hineindenken könne.
Im Interview sagte Nolte: „Auf meinen Bildern ist das drauf, was man sieht, da muss man nicht lange überlegen, was die Künstlerin damit sagen möchte.“ Neben den vielen Menschenbildern entstehen immer mehr andere Motive auf Noltes Leinwänden: liebevolle, witzige Tierportraits, Stillleben und Blumen. Blumenmeere, eine schwelgerische Vielfalt, die auch Schlitt in ihrer Laudatio zum Anlass nahm, zu fragen, wann man sich selbst zuletzt über einen Blumenstrauß gefreut habe. „Kleiner Tipp: Wenn man sich selbst einen kauft, dann man sich daran genauso freuen wie an einem geschenkten.“
Schlitt erinnerte die Frauen daran, wie wertvoll sie sind – nicht nur als „diejenigen, die leider immer noch viel zu oft, viel zu kostenlos und viel zu rentenunwirksam die komplette Care-Arbeit leisten, sondern viel mehr als Menschen, als Freundinnen, als Partnerinnen.“ Die Rednerin appellierte an die Frauen, sich gegenseitig zu stärken und auf sich zu achten.
Genau dies sind in diesem Jahr auch Themen, die sich in den Veranstaltungen der Frauenwoche wiederfinden. Noch bis zum 28. März können Frauen Lesungen, Seminare, Workshops und Vorträge besuchen, die von der Augengesundheit über die Rente bis hin zu Selbstorganisation und Meditation reichen. Ein buntes Programm, in dessen Rahmen die Ausstellungen von Ilona Nolte besonders gut passen.
Die Bilder sind zu sehen in Alsfeld in der Museumsscheune (Rittergasse 3), bis zum 19. März, täglich außer montags von 15 bis 18 Uhr. In Schotten stellt das Mehrgenerationenhaus (Kirchstraße 20), in Lauterbach das AWO Sozialzentrum (Bilsteinweg 1) und in Schlitz der Kulturladen (Salzschlirfer Straße 2) aus. Hier sind die Ausstellungen bis zum 25. März zu sehen. Öffnungszeiten sind vor Ort zu erfahren. Diese Ausstellungen werden gefördert von TraVogelberg. (ah)