Für Samstag und Sonntag organisierte die Stadt Schlitz einen Security-Service.
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Für Samstag und Sonntag organisierte die Stadt Schlitz einen Security-Service.

Ähnlicher Vorfall in Schlüchtern

Nach brutalem Angriff im Schlitzer Freibad: Bademeister an Wirbelsäule verletzt - Security wird eingesetzt

  • Bernd Götte
    VonBernd Götte
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  • Marah Naumann
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Der Angriff auf den Bademeister im Freibad in Schlitz ist nicht der erste in Osthessen gewesen: In Schlüchtern kam es vor wenigen Jahren zu einem ähnlichen Fall. Die RhönEnergie Fulda hat vergleichbare Attacken hingegen noch nicht registriert.

Osthessen - Ein 33-jähriger Schwimmmeister ist am Freitagnachmittag im Schlitzer Freibad brutal niedergestreckt worden. Die Täter: zwei 17-Jährige aus dem Raum Fulda.

Zeugen halfen dem Schwimmmeister wieder auf die Beine und informierten Polizei und Rettungswagen, wo der Verletzte zunächst ambulant versorgt wurde. Danach wurde der Bademeister nach Hünfeld in das Krankenhaus gebracht. Er befand sich am Montag noch in ärztlicher Behandlung. Er hat eine stark geprellte Wirbelsäule und zahlreiche Schürfwunden. Auch psychisch ging das Ereignis nicht an ihm vorüber; er habe die vergangenen Nächte schlecht geschlafen, berichtet er. „In der Härte ist so etwas bei uns noch nicht passiert“, fasst der Schwimmmeister das Ereignis zusammen.

Angriff auf Bademeister in Schlitz: Ähnlicher Vorfall vor drei Jahren in Schlüchtern

Die Jugendlichen gingen nach ihrer Flucht aus dem Freibad anscheinend in aller Seelenruhe in einen Supermarkt, wo sie von den Polizeibeamten gestellt wurden. Sie erwartet nun ein Hausverbot. Die Stadt prüft derzeit außerdem, ob Anzeige erstattet wird. Für Samstag und Sonntag organisierte die Stadt einen Security-Service in jeweils zwei Mann Stärke. Wie viel dieser Einsatz gekostet hat, steht noch nicht fest.

Wie Schlüchterns Leiter der städtischen Bäder, Wolfgang Schröder, im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet, hat sich ein vergleichbarer Fall vor drei Jahren im Freibad Schlüchtern ereignet. An einem Tag mit Hochbetrieb hätten demnach drei junge Männer die Betriebsabläufe gestört, indem sie versucht hätten, den Schwimmmeister und seinen Mitarbeiter von der wichtigen Arbeit der Wasseraufsicht abzuhalten.

„Der Angriff ereignete sich im Bereich des Kiosks. Einer der drei Männer trat nach mir, während die anderen beiden im Hintergrund standen und provozierende Texte äußerten“, erinnert sich Schröder. Zwei andere Badegäste seien ihm zu Hilfe geeilt und hätten sich verbal mit dem Trio auseinandergesetzt.

Video: Ordnungskraft in Kölner Freibad bewusstlos geprügelt

Schröder alarmierte die Polizeistation in Schlüchtern, die jedoch erst eine Stunde später anrücken konnte. „Zwei der drei Personen haben kurz zuvor das Bad verlassen und davor noch einen Gegenstand nach unserer Kassiererin geworfen, die dabei fast verletzt wurde“, berichtet der Schwimmmeister. Er meldete den Vorfall bei seiner Dienststelle, woraufhin die Personalien von zwei Angreifern ermittelt werden konnten. Gegen sie wurde ein Hausverbot verhängt. Die dritte Person – derjenige, der nach Schröder getreten hatte – konnte jedoch nicht ausfindig gemacht werden.

Dies sei jedoch ein Ausnahmefall gewesen, wie Schröder versichert: „Es kamen schon öfter Personen, die alkoholisiert oder unter Drogen ins Bad wollten. Aber die konnte ich bisher immer ohne Eklat dazu bewegen, draußen zu bleiben.“ Generell gebe es mit den „Standard-Besuchern“ in Schlüchtern keine Probleme: „Wir haben ein gemäßigtes Klientel, hauptsächlich Familien mit kleinen Kindern und sportliche Schwimmer. Unsere Gäste sind überwiegend nette, vernünftige Menschen.“

Gab es vergleichbare Fälle in Fulda? - RhönEnergie antwortet

Auf die Anfrage, ob in den von der Bäder Betriebs Gesellschaft betriebenen Bädern in der Region ähnliche Vorfälle zu verzeichnen waren, antwortet die Pressestelle der RhönEnergie Fulda:

Haben Sie in Ihren Bädern Probleme, dass Badegäste oder Schwimmmeister attackiert werden?
Tätliche Angriffe auf unser Personal hat es in den von uns betriebenen Bädern bislang noch nicht gegeben.
Stellen Sie ein aggressiveres Verhalten fest – vielleicht auch aufgrund der Corona-Konzepte?
Auch können wir nicht generell beobachten, dass die Besucher während der Corona-Pandemie gereizter geworden sind. Die weitaus meisten Badegäste verhalten sich entsprechend den Vorgaben und haben Verständnis für unser Hygiene-Konzept.
In Schlitz wurde am Wochenende Security-Personal eingesetzt. War das bei Ihnen auch schon nötig?
In den wenigen Fällen, in denen es einen Disput mit Badegästen gibt, bleiben unsere geschulten Fachkräfte höflich, aber bestimmt und setzen geduldig auf Deeskalation – was letztlich auch immer gelungen ist. Eine Ausrüstung der Mitarbeitenden mit Hilfsmitteln zur Selbstverteidigung wird von uns als nicht nötig erachtet.

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