Bis zu 57 Asylbewerber sollen im ehemaligen Gästehaus Roth in Willofs Platz finden. / Foto: Walter Kreuzer

Vogelsberg-Bürgermeister beschließen Schlüssel für Verteilung von Flüchtlingen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Vogelsbergkreis - Der Vogelsberger Landrat Manfred Görig (SPD) nimmt die Bürgermeister der 19 Städte und Gemeinden in die Pflicht. Sie sollen mithelfen, die dem Kreis zugewiesenen Asylbewerber gleichmäßig zu verteilen. Ende Januar waren in fünf Gemeinden keine Flüchtlinge untergebracht.

Von unserem Redaktionsmitglied Walter Kreuzer

In Alsfeld 331, in Lauterbach 316, in Schlitz 121 und in Herbstein 105 Personen, in Freiensteinau, Wartenberg, Grebenau, Kirtorf und Mücke dagegen nicht eine: Diese ungleichmäßige Verteilung der zum Stichtag 31. Januar 1210 Asylbewerber im Vogelsbergkreis soll keine Dauerlösung sein. Landrat Görig hat deshalb die Bürgermeister zusammengerufen und mit ihnen einen Schlüssel für eine gleichmäßige Verteilung der dem Vogelsbergkreis zugeteilten Asylbewerber beschlossen.

Als Grundlage soll die Einwohnerzahl dienen. Wie der Landrat am Freitag ausführte, wurden seinem Kreis im Januar pro Woche 40 Flüchtlinge zugewiesen. Diese Zahl bis zum Jahresende hochgerechnet, Abgänge berücksichtigt und mit den im Vogelsberg lebenden Flüchtlingen addiert, kommt er für Ende 2016 auf einen Bedarf von 3000 Plätzen in Wohnungen oder Gemeinschaftsunterkünften.

„Container, Holzhäuser oder Leichtbauhallen“

„Aktuell haben wir noch etwa 500 freie Plätze zur Verfügung, über weitere 500 stehen wir in Verhandlungen. Das bedeutet, dass uns im Sommer die Luft ausgehen wird“, blickt Görig voraus. Die Bürgermeister sollen nun mithelfen bei der Suche nach Wohnungen und potenziellen Gemeinschaftseinrichtungen, aber auch nach Grundstücken. Görig: „In jeder Gemeinde gibt es genug Flächen, wo man etwas bauen kann – ob Container, Holzhäuser oder Leichtbauhallen.“ Anmietung und Sozialbetreuung sollen Aufgaben des Vogelsbergkreises bleiben.

Die Situation in den einzelnen Kommunen ist sehr verschieden. Schlitz soll bis zum Jahresende 270 Personen aufnehmen, die nötigen Plätze sind bereits durch Verträge gesichert. Darunter auch für das ehemalige Gästehaus Roth in Willofs, wo statt der zunächst vorgesehenen 40 Personen nun (einschließlich eines Nebengebäudes) 57 Flüchtlinge untergebracht werden sollen.

Über die Unterbringung von 18 weiteren Flüchtlingen laufen derzeit Verhandlungen zwischen dem Kreis und einem Investor. Wartenberg ist mit 111 Plätzen dabei. Dort gibt es einen Vertrag für ein Anwesen in Angersbach, das 45 Personen Platz bieten soll.

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