Unterzeichneten den Appell bei Sonnenschein vor dem Alsfelder Bahnhof: Fuldas OB Heiko Wingenfeld (von links), Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule, Fuldas Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt, dessen Vogelsberger Amtskollege Jens Mischak, Lauterbachs Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller sowie Marburg-Biedenkopfs Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow.
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Unterzeichneten den Appell bei Sonnenschein vor dem Alsfelder Bahnhof: Fuldas OB Heiko Wingenfeld (von links), Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule, Fuldas Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt, dessen Vogelsberger Amtskollege Jens Mischak, Lauterbachs Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller sowie Marburg-Biedenkopfs Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow.

Vogelsbergbahn

„Zehn Alsfelder Signale“: CDU fordert schnelleren Trassenausbau

  • Norman Zellmer
    VonNorman Zellmer
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Die CDU macht Dampf für die Schiene: Die Spitzenpolitiker jener Landkreise und großer Städte, die an der Vogelsbergbahn liegen, setzen sich für deren Modernisierung ein. Sie verabschiedeten gemeinsam ein Zehn-Punkte-Papier.

Osthessen - Öffentlichkeitswirksam und unter Corona-Bedingungen unterzeichneten die CDU-Politiker mehrerer Landkreise und Städte aus Ost- und Mittelhessen bei einem Treffen unter freiem Himmel vor dem Portal des Alsfelder Bahnhofs einen gemeinsamen Appell, der den Titel „Zehn Alsfelder Signale für eine Ertüchtigung der Vogelsbergbahn“ trägt.

Mit dem Papier fordern die CDU-Politiker Bahn und Land auf, den Ausbau der Vogelsbergbahn, die seit 150 Jahren besteht, schnell und konsequent in Angriff zu nehmen. Unter anderem wird eine „infrastrukturelle Ertüchtigung“ der zentralen Ost-West-Verbindung mit mehr Haltepunkten in Hessen gefordert.

Vogelsberg: CDU fordert Ausbau und Modernisierung der Vogelsbergbahn

So soll das Fahrplan- und Busangebot ausgeweitet werden; Anrainerkommunen könnten wirtschaftlich profitieren; Pendler von ihren Wohnorten in ländlichen Gebieten zu ihren Arbeitsplätzen in Ballungsräumen fahren. „Die Vogelsbergbahn hat ein erhebliches Potenzial, die Lebensqualität und Attraktivität in den anliegenden Städten und Landkreisen deutlich zu erhöhen“, heißt es in dem CDU-Papier.

Dazu müsse zunächst die Machbarkeit eines geplanten Ausbaus der Strecke – sie besteht seit genau 150 Jahren – untersucht sowie die Modernisierung von Land und Bahn eingefordert werden, sagte Fuldas OB Dr. Heiko Wingenfeld, zugleich Osthessens CDU-Bezirksvorsitzender, bei der Unterzeichnung des Zehn-Punkte-Papiers.

Der Ausbau der Bahnstrecke müsse eine leistungsfähige Verbindung Richtung Gießen als Ziel haben und Haltepunkte in kleineren Orten vorsehen. Es brauche eine „Vernetzung zum Wohle der Menschen“. Davon profitierten unter anderem Pendler und Wirtschaft.

Für den Ausbau sei ein „gemeinsamer Kraftakt“ notwendig. „Denn jetzt werden die Weichen für die Zukunft gestellt“, sagte Wingenfeld. Man wolle im Wettbewerb mit Bahngroßprojekten in den hessischen Metropolen nicht hinten anstehe und wolle für den Ausbau der Vogelsbergbahn „Kräfte bündeln“. (Lesen Sie hier: Bekommt Fulda eine „City-Bahn“? Diese Haltestellen im Stadtgebiet kämen infrage)

Wie segensreich eine Bahnanbindung für eine Region sein kann, verdeutlichte Wingenfeld an Fulda: Ohne den ICE-Halt hätte die osthessische Stadt in den vergangenen Jahrzehnten „nicht eine solche Entwicklung genommen“. Ähnlich äußerte sich Fuldas Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt: Es brauche eine leistungsfähige Expressverbindung von Fulda nach Marburg und Gießen sowie „regelmäßige Halte in Randbereichen“. Die Investition in die Vogelsbergbahn hätte „eine hohe Kosten-Nutzen-Relation“.

Video: Bahn plant 50% mehr Schnellstrecken - Ausbau soll 12 Jahre dauern

Andere CDU-Redner wie die Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow (Kreis Marburg-Biedenkopf), Jens Mischak (Vogelsbergkreis) und Christopher Lipp (Kreis Gießen) sowie die Bürgermeister von Alsfeld und Lauterbach, Stephan Paule und Rainer-Hans Vollmöller, sprachen anders akzentuiert ähnliche oder dieselben Punkte an. Zachow betonte, dass es die Konkurrenzfähigkeit zum Auto brauche.

Lipp forderte „wichtige Anreize“ für den Umstieg auf die Bahn, unterstützt von einem Buskonzept. Weil sein Landkreis viele Arbeitspendler verzeichne, seien attraktive Bahnverbindungen wichtig. Würden stillgelegte Haltepunkte der Vogelsbergbahn wieder reaktiviert, würde deren Attraktivität steigen. Paule forderte, dass es nicht weitere bloße Fortschreibungen von Bedarfsplänen für Bahn und Bus in der Region brauche, sondern Ressourcen, um die Bahnstrecke auszubauen.

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