Das Torbogenhaus – hinter der Einfahrt links – wird provisorischer Standort der Rettungswache.
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Das Torbogenhaus – hinter der Einfahrt links – wird provisorischer Standort der Rettungswache.

Neue Standorte in Freiensteinau

DRK-Rettungswache zunächst für zwei Jahre im Torbogenhaus untergebracht

  • Walter Kreuzer
    VonWalter Kreuzer
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Nach einem guten Jahrzehnt als Untermieter in dem – inzwischen zu klein gewordenen – Feuerwehrhaus zieht die DRK-Rettungswache noch in diesem Jahr aus. Mit dem Torbogenhaus gibt es ein neues Provisorium. Allerdings will die Gemeinde dem DRK in der Wächtersbacher Straße eine Dauerlösung verkaufen.

Freiensteinau - In einem halben Jahr soll die Zwischenlösung Feuerwehrhaus als Standort der DRK-Rettungswache in Freiensteinau Geschichte sein. In einer Pressemitteilung verkündete Bürgermeister Sascha Spielberger (parteilos) am Montag eine Einigung mit dem DRK-Rettungsdienst Mittelhessen sowie dem Vogelsbergkreis über einen neuen vorübergehenden Standort in einem „leerstehenden Gebäude am Kirchberg“. Gegenüber unserer Zeitung bestätigte der Rathauschef, dass es sich um das Torbogenhaus – das sind die ehemaligen Wirtschaftsgebäude des benachbarten Amtshauses – handelt.

Der Mietvertrag für das „auf zwei Jahre angelegte“ Provisorium befindet sich in der Endabstimmung. Klar ist, dass einige Umbauarbeiten notwendig sind. Spielberger: „Ziel ist, dass sie noch dieses Jahr fertig werden.“ Abgesehen von den Räumen des Nabu im vorderen Teil des sich entlang der Ortsdurchfahrt erstreckenden Gebäudes sowie „dem großen Raum ganz hinten“ steht dieses Haus künftig dem DRK zur Verfügung. „Wir brauchen jede Menge Farbe, einige Trockenbauwände, um Schlafmöglichkeiten abzutrennen, es müssen Kabel gezogen werden, die Sanitärobjekte ausgetauscht sowie Türen eingebaut werden“, fasst Spielberger zusammen. Die Kosten für den Umbau will die Gemeinde „durch die monatlichen Zahlungen des Rettungsdienstes“ wieder hereinholen. Gefordert werden für den Wachenbetrieb ein Aufenthaltsraum, eine Küche, Ruheräume, Umkleiden sowie Lager und Hygieneschleuse. (Lesen Sie hier: Gemeinde Freiensteinau schlägt drei Standorte für Rettungswache vor)

Vogelsberg: DRK-Rettungswache zunächst im Torbogenhaus in Freiensteinau

Der Bürgermeister räumt ein, dass dieser Standort nicht den Vorschriften entspreche. Er sei „aber besser als momentan“. Einzelheiten seien jedoch noch zu klären. So zum Beispiel der exakte Standort einer Garage für den Rettungswagen auf dem Hof. Für den Eigentümer des Amtshofes, Baron von Westernhagen, werde „ein Fahrrecht freigehalten“. Auch für die Abhaltung des Weihnachtsmarktes am gewohnten Standort würden bereits Ideen entwickelt.

Apropos Ideen: „Eine spätere Nachnutzung des Torbogenhauses wird durch die Arbeiten nicht behindert“, betont Spielberger. Im Sinn hat er bei dieser Aussage „Pläne einer Privatperson. Diese können nun weiterentwickelt werden, da die provisorische Rettungswache auf zwei Jahre angelegt ist. Er wollte uns ein Konzept vorstellen, das hat bisher noch nicht geklappt.“ Der Gemeinde seien noch keine Einzelheiten der Überlegungen bekannt.

Klar war dagegen, dass das DRK aus dem Feuerwehrhaus ausziehen muss. Daher hat die Gemeinde dem Rettungsdienst nicht nur das Torbogenhaus für ein Provisorium angeboten, sondern auch drei Grundstücke für einen dauerhaften Standort. In der engeren Wahl ist nun „ein Grundstück in der Wächtersbacher Straße“, wie es in der Pressenotiz heißt. Im Gespräch wird Spielberger konkreter: Es geht um ein gemeindeeigenes Gelände, auf dem auch das ehemalige Feuerwehrhaus und der frühere Bauhof stehen. Die Fläche oberhalb einer S-Kurve sei etwa 1500 bis 1800 Quadratmeter groß. Das Gebäude solle auf der Freifläche entstehen, eventuell müsse eine Garage abgerissen werden. Unterschrieben ist der Kaufvertrag für das Grundstück noch nicht. Noch werde geprüft, „ob es die notwendigen Voraussetzungen für eine Rettungswache mitbringt. Wir sind uns aber inhaltlich einig“, sagt Spielberger und ergänzt: „Sobald wir das Okay des DRK haben, gehen wir in die Gremien – gerne in der Septembersitzung der Gemeindevertretung. Es soll möglichst schnell gehen.“

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