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Mit Abstand, aber ohne Wagen: Faschings-Umzug in Freiensteinau trotz Corona

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In einem langgezogenen Zug zogen die Freiensteinauer Karnevalisten durch den Ort.
In einem langgezogenen Zug zogen die Freiensteinauer Karnevalisten durch den Ort. © Walter Kreuzer

Auch in Zeiten von Corona hält es gestandene Karnevalisten am Wochenende vor Aschermittwoch kaum auf dem heimischen Sofa. Die offiziellen Veranstaltungen waren zwar auch im Blauen Eck abgesagt. Einen Umzug in Freiensteinau gab es am Faschingssonntag dennoch.

Freiensteinau/Metzlos-Gehaag - Wer mitbekommen hatte, dass es im Februar 2021 einen aus zwei Männern – oder besser gesagt: „Gockeln“ – bestehenden Umzug durch die Straßen von Freiensteinau (Vogelsbergkreis) gegeben hat, dürfte bereits eine Ahnung gehabt haben. „Es gibt keine offizielle Veranstaltung des KV Kikiriki“, hat Vorsitzender Carsten Hofmann seit der offiziellen Absage der Kampagne zu Jahresbeginn mehrfach betont. Daran wurde sich auch gehalten.

Stattdessen wurde vereinsintern ein Umzug in vergleichsweise abgespeckter Form gegenüber den sonstigen närrischen Lindwürmern im Blauen Eck organisiert. Etlichen Vereinen und Gruppen aus der Umgebung musste daher offiziell abgesagt werden. Schließlich gibt es noch immer eine Corona-Pandemie, auch wenn die Vorgaben inzwischen etwas gelockert worden sind.

Vogelsberg: Faschings-Umzug in Freiensteinau trotz Corona

So trafen sich an die 100 Kikiriki-Akteure bei Gockel Karlheinz Fehl und zogen – mit großem Abstand zwischen den einzelnen Gruppen – hinter Fehl und dem neben ihm laufenden Torben Schaaf her. Die Zugspitze hatte eigens einen Lautsprecherwagen dabei, um für die nötige Stimmungsmusik zu sorgen.

Normalerweise gehört die Freiensteinauer Ortsdurchfahrt am Fastnachtssonntag den Narren. Für Pkw ist die Straße gesperrt. Das war sie diesmal auch, zumindest offiziell – aber nicht wegen Fastnacht. Vielmehr besteht die Sperrung seit Wochen wegen Kanalbauarbeiten. Allerdings: Weder an normalen Werktagen noch am gestrigen Sonntag halten sich die Autofahrer an das Verbot. So mussten etliche Pkw-Fahrer im Zick-Zack-Kurs um die närrischen Spaziergänger herum fahren.

Karnevalisten im Blauen Eck mit Abstand, aber ohne Wagen auf der Straße

Die Karnevalisten waren nicht allein „uf der Gass“: Peter Decker hatte vor seiner ehemaligen Metzgerei den Bratwurstgrill angefeuert, gegenüber standen mehrere Dutzend Freiensteinauer, die lautstark in die Helau-Rufe einstimmten. Einige Meter weiter am Backhaus gab es den nächsten Verpflegungsstand und in der Ahlstraße einen weiteren. Für das leibliche Wohl war also gesorgt.

Coronakonform in privatem Rahmen gefeiert hatten die KV-ler schon am Samstag gemeinsam mit Fastnachtern aus Weidenau und Hosenfelder Ortsteilen in einer Halle auf dem ehemaligen Robbe-Gelände im Grebenhainer Ortsteil Metzlos-Gehaag. Angeführt vom „Gockel“ und vom Hauswurzer Prinzen Tobias Lotz wurde in der Halle ein Umzug improvisiert und dann ins närrische Wochenende hinein gefeiert. (kw)

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