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Containerdorf steht halb leer: Flüchtlingsunterkunft in Alsfeld nicht ausgelastet 

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Wohncontainer für Flüchtlinge
Etwas trostlos wirken die Wohncontainer für Flüchtlinge. © Bernd Götte

Während die Zahl der aufgenommenen Flüchtlinge in vielen Kommunen des Vogelsbergkreises konstant ist, ist das vom Vogelsbergkreis eingerichtete Containerdorf in Alsfeld schlecht ausgelastet. Nach Informationen des „Lauterbacher Anzeigers“ sind dort derzeit 139 Menschen untergebracht; es wäre noch platz für 280 weitere Personen. 

Alsfeld - Durchschnittlich kommen demnach 18 Flüchtlinge in dem Alsfelder Containerdorf unterhalb der Hessenhalle an; eigentlich hatte der Vogelsbergkreis mit 35 Neuankömmlingen gerechnet. Derzeit wohnen dort Staatsangehörige von Syrien, der Türkei, Afghanistan, Iran, Irak, Russland und Kuwait. Darunter sind auch einige Kinder.

Vogelsberg: Flüchtlingsunterkunft in Alsfeld steht halb leer

Besonders aber die Flüchtlinge aus der Ukraine würden bevorzugt in vom Kreis angemieteten Wohnungen oder in Unterkünften in den einzelnen Kommunen untergebracht. Insgesamt haben 1601 Menschen im Vogelsbergkreis eine Zuflucht gefunden. Aus der Ukraine stammten 608. (Lesen Sie hier: Ukraine-Kinderstar lebt in Hilders - Kino-Film feiert am 5. Januar Premiere)

Landrat Manfred Görig (SPD) ließ verlautbaren, dass man für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge in diesem Jahr Kosten in Höhe von neun Millionen Euro eingeplant habe. Davon müsse der Landkreis drei Millionen Euro tragen. Diese Kalkulation werde sich nach Angaben des Landkreises auch bei den geringeren Flüchtlingszahlen kaum ändern.

Ohnehin sieht sich der Vogelsbergkreis an der Grenze seiner Aufnahmekapazitäten. Der Kreistag hatte im Dezember mit großer Mehrheit eine Resolution beschlossen, in der vor einem kollabieren des bestehenden Verteilungssystems gewarnt wurde. Es solle der Druck von den Kommunen angesichts der steigenden Zahl Geflüchteter genommen werden. Mit wie vielen Neuzugängen in diesem Jahr gerechnet werden kann, ist aber auch nach angaben des für die Zuweisung von Flüchtlingen zuständigen Regierungspräsidiums Darmstadt noch vollkommen unklar. (bg)

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