Mitte der 60er Jahre ging es mit dem Pferdegespann aufs Feld, um das Getreide einzufahren.
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Mitte der 60er Jahre ging es mit dem Pferdegespann aufs Feld, um das Getreide einzufahren.

Vernissage

Projekt des Vogelsbergkreises: Fotos von Kurt Frantz zeigen Dorfleben in 60ern und 70ern

Im Rahmen des Projektes „TraVogelsberg – eine Region bricht auf“ sind Bilder des früheren Gehauer Försters Kurt Frantz gezeigt worden. Er fotografierte in den 60er und 70er Jahren das Dorfleben.

Vogelsberg - Hein, der mit seinen zwei Pferden und dem großen Leiterwagen die Garben vom Stoppelacker holt, Margarethe, die im Winter in der Spinnstube Socken strickt, oder Elisabeth, die das Heu mit dem großen Holzrechen wendet: Es sind Bilder wie diese, die nach mehr als 50 Jahren die Kindheit und das Leben auf dem Dorf wieder lebendig machen – dank eines einzigartigen Kulturprojektes und vor allem dank des früheren Gehauer Försters Kurt Frantz.

Frantz hatte in den 60er und 70er Jahren das Dorfleben in all seinen Facetten fotografiert - den Bauern in Manchester-Hosen mit kariertem Hemd und Strohhut auf dem Feld, die Bäuerin in der schwarzen, einfachen Tracht mit Dutt und Kopftuch, die Pflanzfrauen bei der Arbeit, die ganze Familie bei der Kartoffelernte oder die ersten Traktoren. Im Rahmen des Projektes „TraVogelsberg – eine Region bricht auf“ wird ein kleiner Teil dieser Fotos in der Breitenbacher Kirche gezeigt. Die Resonanz an diesem Abend ist hervorragend. (Lesen Sie auch: Online-Weintasting der Volksbank in Lauterbach)

Vogelsberg: Fotos von Kurt Frantz zeigen Dorfleben in 60ern und 70ern

„Gemeinsam mit den Menschen vor Ort wollen wir Kultur wieder sichtbar machen“, benennt Katja Schmirler-Wortmann (Kulturzentrum Kreuz Fulda) das Ziel des gemeinsamen Projektes, das vom Vogelsbergkreis als Projektträger gemeinsam mit dem Kreuz und der Musikschule Lauterbach umgesetzt wird. D

abei beschränkt man sich nicht auf den Vogelsberg. „Wir finden es gut, Kreisgrenzen zu überwinden. Wir möchten gerne auch in Zukunft Begegnungsformate hier in Breitenbach planen“, kündigt Schmirler-Wortmann an. Die nächste Veranstaltung ist bereits terminiert: BAUstattKINO auf Hof Huhnstadt am 27. Oktober.

Doch zurück zum „Blick ins Archiv“ – so der Titel der Ausstellung. Siegfried Frantz, der Sohn des Försters, hat diesen Bick ermöglicht, denn er hat das umfangreiche Film- und Fotomaterial seines Vaters zur Verfügung gestellt. „Die Bilder sind von so einer bewegenden Schönheit, dass man daraus ein Buch machen müsste“, stellt Kreuz-Geschäftsführer Wolfgang Wortmann schon ein mögliches Folgeprojekt in Aussicht. Vor allem weist er auf den „ganz eigenen Blick des Fotografen auf die Welt“ hin, es ist ein eine „entschleunigte Zeit“, die diese Bilder des dörflichen Alltags vermitteln.

Die Fotografien aber zeigen auch, wie sehr die schwere körperliche Arbeit in der Landwirtschaft Spuren hinterlässt. Die Menschen auf den Bildern wirken alt, viele schauen ernst, die Last auf ihren Schultern ist förmlich zu spüren. Kurt Frantz´ Fotos berühren, sie geben sogar die Stimmung dieser Zeit wieder. Mit seinen Bildern vom Alltag auf dem Dorf hat der ehemalige Förster ein beeindruckendes Zeugnis der Vergangenheit geschaffen. (lio)

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