Drinbleiben – das gilt schon seit einigen Tagen für diese Hühner auf dem Biohof von Christoph Alex in Radmühl.
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Drinbleiben – das gilt schon seit einigen Tagen für diese Hühner auf dem Biohof von Christoph Alex in Radmühl.

Nach Ausbruch im Vogelsberg

Geflügelpest-Zonen in Osthessen können aufgehoben werden: Seit 30 Tagen keine Viren festgestellt

Die Restriktionsgebiete in Osthessen, die nach dem Geflügelpest-Ausbruch in Freiensteinau im Januar eingerichtet worden waren, können jetzt aufgehoben werden.

Update vom 26. Februar, 11.26 Uhr: „Rund um Freiensteinau und Grebenhain wurden in den vergangenen 30 Tagen keine Geflügelpestviren mehr festgestellt, die Sperr- und Beobachtungsbezirke können daher aufgehoben werden“. Das teilt das Veterinäramt im Vogelsbergkreis mit. Weiterhin dringend empfohlen werde allerdings die Aufstallung des Geflügels, um eine Übertragung der Geflügelpest über Wildvögel zu unterbinden.

Vogelsberg, Main-Kinzig-Kreis und Landkreis Fulda: Zonen nach Geflügelpest-Ausbruch wieder aufgehoben

Die Restriktionsgebiete waren nach dem Ausbruch der Geflügelpest in Freiensteinau Anfang des Jahres eingerichtet worden. „Inzwischen hat der Tierhalter mit Unterstützung einer Fachfirma umfangreiche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen in dem betroffenen Bestand durchgeführt, sodass vom Seuchenbestand keine Gefahr der Weiterverbreitung der Geflügelpest mehr ausgeht“, heißt es in der Mitteilung des Vogelsbergkreises.

Im Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet wurden durch die Veterinärämter des Vogelsbergkreises und der betroffenen Nachbarkreise wie dem Kreis Fulda und dem Main-Kinzig-Kreis die gesetzlich vorgeschriebenen klinischen Untersuchungen in den Geflügelhaltungen durchgeführt, ohne dass Hinweise auf eine Eintragung des Geflügelpest-Virus in weitere Bestände festgestellt wurden.

Daher werden auch die Restriktionszonen im Main-Kinzig-Kreis ab dem 2. März aufgehoben. Der Landkreis Fulda wird ab dem 28. Februar ebenfalls das Beobachtungsgebiet im Bereich der Gemeinden Flieden, Hosenfeld und Neuhof sowie die Pflicht zur Aufstallung von gehaltenen Vögeln aufheben.

Erstmeldung vom 18. Januar, 19.43 Uhr:

Osthessen - „Der Nachweis dieser anzeigepflichtigen Tierseuche erfordert die Einrichtung sogenannter Restriktionszonen um den Ausbruchsbetrieb“, heißt es in einer Pressemitteilung des Main-Kinzig-Kreises. Von diesen Zonen – einem Sperrbezirk und einem Beobachtungsgebiet – sind aufgrund vorgegebener Mindestradien um den Ausbruchsort der Geflügelpest in Freiensteinau auch der Main-Kinzig-Kreis und der Landkreis Fulda betroffen.

Daher wurden im Main-Kinzig-Kreis am Freitag mittels einer Allgemeinverfügung die Einrichtung eines Sperrbezirks in Teilen von Steinau und eines Beobachtungsgebiete in Teilen von Schlüchtern, Steinau, Bad-Soden-Salmünster und Birstein vorgenommen. Im Landkreis Fulda zählt etwa Flieden als Beobachtungsgebiet. Für die in den reglementierten Bereichen gelegenen Geflügelhaltungen gelten Beschränkungen hinsichtlich des Tier- und Produktverkehrs gemäß der Geflügelpestverordnung, zusätzlich sei die Aufstallung gehaltenen Geflügels erforderlich, so die Mitteilung.

Geflügelpest-Ausbruch in Freiensteinau hat Folgen für den Main-Kinzig-Kreis und den Kreis Fulda

Die klassische Geflügelpest werde durch Influenza-Viren hervorgerufen, erläutern die Verantwortlichen des Kreises. Diese seien „grundsätzlich auch in der Lage, andere Tierarten und den Menschen zu infizieren“. Der aktuell in der Wildvogelpopulation und auch im hiesigen Ausbruchsfall nachgewiesene Erregertyp H5N8 sei jedoch „derzeit noch nicht bei Influenza-Erkrankungen des Menschen nachgewiesen worden“.

Kontakt

Fragen zur Geflügelpest beantwortet das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz unter Telefon (06051) 8515510 sowie per E-Mail unter der Adresse veterinaeramt@mkk.de. Das Veterinäramt des Vogelsbergkreises ist per E-Mail avv@vogelsbergkreis.de oder unter Telefon (06641) 9776800 zu erreichen und das Veterinäramt im Kreis Fulda unter Telefon (0661) 60060.

Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) stufe als nationales Referenzlabor für die klassische Geflügelpest in seiner Risikobewertung vom 7. Januar das Risiko des Eintrags aggressiver Geflügelpest-Viren aus der Wildvogelpopulation als hoch ein. „Alle Geflügelhalter sind daher aufgerufen, den Kontakt zu Wildvögeln maximal einzuschränken“, heißt es in der Pressenotiz weiter.

Und für wen und wo gilt die Stallpflicht? „Eine Aufstallung ist derzeit nur in den Gebieten rechtlich vorgeschrieben, die in der Allgemeinverfügung benannt sind und die auf der Internetseite des Main-Kinzig-Kreises auch als Kartendarstellung eingesehen werden kann“, geht aus der Mitteilung hervor. Kreisbeigeordneter und Veterinärdezernent Winfried Ottmann (CDU) rate aber allen Geflügelhaltern, „insbesondere wenn in der Nähe offene Wasserflächen liegen, an denen regelmäßig Wildvögel, speziell Enten und Gänse, anzutreffen sind: Lassen Sie bitte derzeit die eigenen Tiere vorsorglich im Stall.“

Geflügelpest: Im Sperrbezirk herrscht Stallpflicht

Der vom Vogelsbergkreis eingerichtete Beobachtungsbezirk rund um den Ausbruchsort der Geflügelpest in Freiensteinau erfasst auch den Biohof von Landwirt Christoph Alex in Radmühl. „Als wir mitbekommen haben, dass die Geflügelpest in Freiensteinau ausgebrochen ist, haben wir unsere Tiere im Stall gelassen“, erzählt der 40-Jährige. Am Montag habe er mit dem Veterinäramt telefoniert. Dieses will klären, wann er wieder neue Hühner aufnehmen kann.

Alex hat zwei Hühnermobile mit jeweils 217 Plätzen. Eines davon steht momentan leer: „Die Tiere wurden Anfang Januar geschlachtet. Ende des Monats sollen wir neue Hühner bekommen. Nun müssen wir sehen, ob dieser Termin geschoben wird.“ Die Hühner des anderen Stalls dürfen im Moment nicht raus. Allerdings hat sich der Biolandwirt inzwischen einen Gewächshaustunnel besorgt. Wenn dieser aufgestellt ist, „haben sie etwas Auslauf und können scharren. Ein Kontakt mit Wildvögeln ist aber ausgeschlossen.“

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Mit der Geflügelpest habe er selbst noch nie etwas zu tun gehabt, wenngleich diese jedes Jahr in Deutschland auftritt – meistens dort, wo Zugvögel unterwegs sind. Als im vergangenen Dezember am Ober-Mooser Teich mehr als ein halbes Dutzend Schwäne an dieser Krankheit verendeten, habe sein Hof außerhalb des auch damals eingerichteten Beobachtungsbezirks gelegen – und er vorsorglich besagten Gewächshaustunnel bestellt.

Das hessische Umweltministerium teilt auf Anfrage mit, dass der „Ansteckungsgrund nicht bekannt“ sei und die „epidemiologischen Ermittlungen laufen“. Gemäß Geflügelpestverordnung sei nach dem Befund des FLI „unverzüglich die sofortige Tötung aller im Bestand gehaltenen Vögel anzuordnen, um eine Weiterverbreitung der Tierseuche zu verhindern. Die Vorgaben sehen keine weitere Untersuchung des Seuchenbestands vor.“ (lq, kw)

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