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Nach gerichtlicher Verfügung - Erster Spatenstich für Windpark Lauterbach

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Viel Freude und ein wenig Schneegestöber gab es beim Spatenstich.
Viel Freude und ein wenig Schneegestöber gab es beim Spatenstich. © ovag

Der erste Spatenstich für den Windpark Lauterbach ist getätigt worden. Das Projekt hat ein jahrelanges Genehmigungsverfahren und eine Klage hinter sich.

Lauterbach - Nachdem eine Klage von der Naturschutzinitiative eingereicht worden war, ist durch eine Zwischenverfügung vom Verwaltungsgerichtshof Kassel vom 14. Januar nun der Weg für den Bau des Lauterbacher Windparks (Vogelsberg) frei.

Die Planer von Hessen Energie mit den Geschäftsführern Dr. Hans-Peter Frank und Martin Kinsky, den Vorständen der Oberhessischen Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (OVAG) ,Joachim Arnold und Oswin Veith, sowie Bürgermeister Timo Georg aus Schwalmtal und Bürgermeister Rainer Vollmöller aus Lauterbach trafen sich sogleich vor Ort für den symbolischen Spatenstich zum Start des Projekts.

Geplant ist die Errichtung von zwei Windenergieanlagen in der Gemarkung Brauerschwend und von vier weiteren in der Gemarkung Lauterbach. Die OVAG wird das Projekt von ihrem Tochterunternehmen HessenEnergie übernehmen.

Vogelsberg: Nach Gerichtsverfügung - Spatenstich für Windpark Lauterbach

Die sechs Anlagen werden eine Nennleistung von 20,7 Megawatt Leistung aufweisen und künftig rund rund 46 Millionen Kilowattstunden Energie pro Jahr produzieren. Das entspricht rechnerisch dem Jahresstromverbrauch von etwa 13.000 Durchschnittshaushalten. So können rund 27.500 Tonnen CO2-Emissionen aus der konventionellen Stromerzeugung vermieden werden.

Errichtet werden Anlagen vom Hersteller Vestas mit einer Nabenhöhe von 137 Metern, einem Rotorkreisdurchmesser von 126 Metern und mit jeweils 3,45 der insgesamt 20,7 Megawatt Leistung. Die Inbetriebnahme ist laut der Pressemitteilung der OVAG für Anfang 2023 geplant.

In der Mitteilung wird Bürgermeister Rainer Vollmöller zitiert. Die Realisierung der vier Windenergieanlagen auf dem Gebiet der Stadt Lauterbach sei die positive Umsetzung der vor Jahren gefassten Beschlüsse im Hinblick auf einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung. (Lesen Sie hier: So reagiert die Gemeinde Freiensteinau auf Windkraft-Pläne)

Naturschutz- und Kompensationsmaßnahmen sind vorgesehen

Gerd Morber (Hessen Energie) wies in der Mitteilung darauf hin, dass vereinzelt Gegner des Projektes die Errichtung der Windenergieanlagen kritisch sehen. Diesen Vorbehalten sei jedoch entgegenzuhalten, dass die beiden Genehmigungsbescheide umfängliche Naturschutz- und Kompensationsmaßnahmen vorsehen.

So werde unter anderem „flächengleich zu den erforderlichen Rodungen in unmittelbarer Nachbarschaft in der Gemarkung von Brauerschwend aufgeforstet“, weshalb in der Summe keine Waldflächen verloren gehen. Auch der Artenschutz sei gewährleistet, indem zugunsten unter anderem von Rotmilan, Wespenbussard und Fledermäusen abhängig von Windgeschwindigkeit, Temperatur sowie Tages- und Jahreszeiten die Anlagen abgeschaltet werden. (akh)

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