Ein weihnachtliches Lichtermeer ist am Ortsrande von Angersbach zu bewundern.
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Ein weihnachtliches Lichtermeer ist am Ortsrande von Angersbach zu bewundern.

Idee stammt aus Brasilien

Mit 300.000 Lichtern geschmückt: Haus in Angersbach ist Magnet für Passanten

  • Volker Nies
    VonVolker Nies
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Wer abends auf der B 254 von Großenlüder kommend nach Angersbach (Vogelsberg) hineinfährt, der sieht das Haus der Eheleute Mott von weitem: Sie haben ihr Haus und einen Teil des Gartens in Lichterketten gepackt.

Angersbach - Tatsächlich kommen jeden Abend im Steinäckerweg in Angersbach (Vogelsbergkreis) einige Autos und etliche Fußgänger vorbei, um sich das Lichtermeer anzusehen. Das freut Bernhard Mott (57) und seine Ehefrau Roseli Friske-Mott (46). „Wir schmücken unser Haus vor allem für uns selbst. Aber es freut uns, wenn wir sehen, wie sehr sich doch viele Menschen an den Lichtern erfreuen“, sagt Friske-Mott.

Manchmal mischt sie sich unter die Passanten. „Als ein kleines Mädchen zu seinem Papa sagte: ,Ach so, hier wohnt also das Christkind‘, da hat mich das sehr berührt“, sagt sie. Seit 2008 schmücken sie ihr Haus jedes Jahr in der Adventszeit mit Lichtern. Das hat sich herumgesprochen. „Im November kam ein Paar aus Berlin, um sich die Lichter anzuschauen. Sie waren ganz enttäuscht, als noch nichts hing“, erzählt Friske-Mott. Die Lichter hängen vom ersten Advent nicht nur bis Dreikönig, sondern sogar bis zum 16. Januar – ihrem Geburtstag.

Vogelsberg: Mit 300.000 Lichtern geschmückt - Haus ist Magnet für Passanten

Alles begann mit einem Besuch des Ehepaars in den südbrasilianischen Städten Gramado und Canela im Jahr 2006. „In den Städten ist in der Vorweihnachtszeit jedes Haus mit Lichterketten geschmückt. Das hat uns begeistert. Als wir kurz vor Weihnachten nach Deutschland zurückkamen, haben wir sofort die ersten Lichterketten gekauft und aufgehängt“, erzählt Bernhard Mott. Das Aufhängen ist für ihn kein Problem, weil er in seinem Baumpflegeunternehmen über eigene Hebebühnen verfügt.

Die Zahl der Lichterketten ist seitdem beständig gewachsen. Ganz bewusst hängt das Paar nur Ketten in einer Farbe auf, damit der Lichterglanz nicht kitschig wirkt. (Lesen Sie hier: Weihnachtsstimmung in Fulda: Jury kürt die drei schönsten Schaufenster)

Vereinzelt gab es kritische Stimmen, die den Energieverbrauch anprangerten. Ihnen hält Mott entgegen, dass er mit seiner großen Photovoltaikanlage viel mehr „sauberen Strom“ produziere, als er mit den Lichtern verbrauche. Ohnehin haben die Motts vor kurzem auf stromsparende LED-Leuten umgestellt. Diese Lichter sind aber in Summe so hell, dass die Familie im Dezember im Wohnzimmer kein Licht einschalten muss.

Video: 100.000 Lichter leuchten im Advent - Familie macht ihr Haus zum Weihnachtshaus

Ihnen ist es wichtig, dass die Lampen nicht einfach nur eine Dekoration sind. „Mit unseren Lichtern wollen wir die christliche Botschaft verkünden: Jesus ist das Licht der Welt“, sagt Mott. Vor einigen Jahren kamen sogar ganze Busladungen voller Menschen, die sich die Lichter anschauen wollten; die Motts organisierten den Besuch von Rentieren. Doch so viel Aufsehen wollen die Eheleute gar nicht.

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