Die Storchen-Jungvögel recken ihre Hälse aus dem Nest in Herbstein im Vogelsberg.
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Die Storchen-Jungvögel recken ihre Hälse aus dem Nest in Herbstein im Vogelsberg.

Beinbruch bei Storch

Nach Oster-Tragödie doch noch glückliche Wendung am Storchenhorst in Herbstein

Nachdem ein Storch in Herbstein Ostern schwer verletzt eingeschläfert werden musste, kam es doch noch zu einer glücklichen Wendung am Storchenhorst in der Vogelsberg-Stadt.

Update vom 14. Juni 2021, 06.48 Uhr: Ein männlicher Storch am Storchenhorst in Herbstein im Vogelsberg hatte sich in der Osterwoche beide Beine gebrochen und musste eingeschläfert werden. Da der Storch beringt war, ließ sich seine Herkunft bestimmen. Er wurde am 8. Mai 2015 in Niedergründau im Main-Kinzig-Kreis von Werner Peter beringt. 

Kurz nach dem Tod des Storchenmännchens machte ein neuer Storch Annäherungsversuche an das Storchenweibchen, das in der Zwischenzeit mit dem Brüten aufgehört hatte. Nach einiger Zeit sah man aber, dass wieder am Storchenhorst gebrütet wurde. Anfang Juni schlüpfte die Brut.

Vogelsberg: Nach Oster-Tragödie glückliche Wendung am Storchenhorst in Herbstein

Nach einigen Tagen guckten die Storchenbabys erstmals über den Nestrand. Wie viele junge Störche waren geschlüpft? Drei. Nach 2019 und 2020 hat die Herbsteiner Storchenfrau damit zum dritten Mal hintereinander gleich dreifachen Nachwuchs bekommen. Damit sind bis jetzt nun schon 15 Jungstörche in der „Stadt auf dem Berge“ geboren worden.  

Erstmeldung vom 5. April 2021, 19.48 Uhr: Herbstein - Eigentlich sollte das Jahr 2021 zu einem kleinen Fest in der Herbsteiner Storchenchronik werden, denn im Herbst 2011 machten zum ersten Mal Störche für ein paar Tage Rast in der „Stadt auf dem Berge“. Das zehnjährige Jubiläum hat jetzt allerdings einen Dämpfer bekommen, denn das Storchenmännchen musste, weil es schwer verunglückt war, eingeschläfert werden.

Einem Radfahrer war auf einer Wiese am Vulkan-Radweg im Vogelsbergkreis aufgefallen, dass ein Weißstorch mit schwingenden Flügeln versuchte aufzustehen, was ihm allerdings aufgrund von schweren Verletzungen nicht gelang. Der Radfahrer informierte die Stadtverwaltung und diese wiederum Dittmar Oefner, den Vorsitzenden des örtlichen Vogel- und Naturschutzvereins.

Herbstein: Weißstorchmännchen bricht sich beide Beine und muss eingeschläfert werden

Der langjährige Herbsteiner Revierförster und erfahrene Vogelkundler fuhr zu dem verletzten Storch und stellte fest, dass beide Beine gebrochen waren. Die Verletzungen waren so schwer, dass nach eingehender Untersuchung durch den Tierarzt Andreas Gerega der Weißstorch von seinem Leiden erlöst und eingeschläfert werden musste.

Dittmar Oefner vermutet, dass der Storch in einen dünnen Draht geriet und sich bei dem Befreiungsversuch beide Beine gebrochen hat. Trotz seiner schweren Verletzungen wollte der Storch anschließend bei seiner seit dem 22. März brütenden Partnerin auf dem Horst landen. Dies gelang ihm allerdings nicht, so dass er in der Wiese notlanden musste.

Nach Ankunft der Partnerin am 24. Februar ging es auf gemeinsame Futtersuche.

Waren bis Ende 2015 alle in Herbstein fotografierten Störche unberingt, so taucht zum ersten Mal 2016 ein beringter Storch auf. Und auch die nächsten Jahre wieder. Es ist deshalb zu vermuten, dass der Niedergründauer Storchenmann all die Jahre mit seiner Partnerin hier beheimatet war.

Nach Tod des Weißstorchmännchen: Erste Annäherungsversuche auf der Storchenplattform?

In diesem Jahr war er bereits am 18. Februar in Herbstein angekommen und seine Partnerin am 24. Februar. Seit dem 22. März wurde mit der Bebrütung der Eier begonnen. Diese wurde aber am vergangenen Gründonnerstag eingestellt. (Lesen Sie hier: Meister Adebar im Aufwind: 832 Storchenpaare haben 2020 in Hessen gebrütet)

Am selben Tag wurde ein Storch auf der Rixfelder Storchenplattform beobachtet, der inzwischen erste Annäherungsversuche an die Storchenwitwe macht. So war er am Karfreitag dabei den Horst mit Baumaterial als Brautgeschenke anzufliegen. Auch erste gemeinsame Flüge um den Horst waren zu beobachten.

Video: Tagaktive Segelflieger: Zehn Fakten über Störche

Bleibt nun nur noch zu hoffen, dass es zu einer neuen Storchenhochzeit und damit einer Fortsetzung der erfolgreichen Storchenchronik kommt. Die Herbsteiner „Storchenchronik“ geht inzwischen bis auf den September 2011 zurück. Zu diesem Zeitpunkt machte ein junges Storchenpaar Rast in der Gemarkung Herbstein.

Daraufhin entschloss sich die Vogel- und Naturschutzgruppe Herbstein im folgenden Jahr eine Storchenplattform aufzustellen, die gut angenommen wurde. Bislang sind ein Dutzend Jungstörche in der „Stadt auf dem Berge“ geboren worden, erklärt der Experte Dittmar Oefner. (gra)

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