Vogelsberg: Investor Holger Enders erläuterte im Bauausschuss der Gemeindevertretung sein Konzept eines Feriendorfs am Ortsrand von Ober-Moos.
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Investor Holger Enders erläuterte im Bauausschuss der Gemeindevertretung sein Konzept eines Feriendorfs am Ortsrand von Ober-Moos.

Mit 30 Häusern

Holger Enders plant Feriendorf in Ober-Moos - Konkurrenz für die Wasserkuppe?

  • Walter Kreuzer
    VonWalter Kreuzer
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Macht Ober-Moos bald der Wasserkuppe Konkurrenz? Wenn es nach Holger Enders aus Neuhof geht, dann schon. Der Elektromeister möchte am Ortsrand des Freiensteinauer Ortsteils ein Feriendorf mit 25 bis 30 Häusern errichten – für „zwei bis drei Millionen Euro“.

Freiensteinau - Das Vorhaben steckt allerdings noch in den Kinderschuhen, wie im Bauausschuss der Gemeinde deutlich wurde. Dort stellten Enders und Diana Löffler von der Freiensteinauer Firma Gabi-Projekt ein „Konzept zur Entwicklung eines Feriendorfes“ vor. Bei den Kommunalpolitikern stieß dieses auf Interesse – allerdings auch auf skeptische Nachfragen. Kritische Äußerungen gab es außerdem aus den Reihen der Zuhörer, die zumeist aus Ober-Moos (Vogelsbergkreis) kamen.

„25 bis 30 Häuser in stimmiger Anordnung und heimeliger und entspannender Atmosphäre, zum Teil mit Whirlpool und Sauna“ sowie ein Gemeinschaftshaus und ein Pool sind laut Löffler auf dem 10.700 Quadratmeter großen Gelände, das etwa zehn bis 15 Meter hangaufwärts über die aktuelle obere Umrandung mit Fichten hinausreicht, vorgesehen. Die Größe der Gebäude bezifferte sie mit 50 bis 100 Quadratmetern, wenngleich das noch nicht festgelegt sei.

Vogelsberg: Holger Enders plant Feriendorf - Politik zeigt Interesse

Als Vorbild führte sie „die Häuser auf der Wasserkuppe“ an: „Die Rhön vermarktet sich sehr gut, der Vogelsberg hat noch Potenzial. Die Anlage trägt dazu bei, Ober-Moos touristisch zu stärken.“ Regionalität sei sehr wichtig – durch die Einbeziehung von Firmen beim Bau, aber auch durch „eine Fläche für die Vermarktung von regionalen Produkten“. (Lesen Sie hier: Tourismus in der Rhön und im Vogelsberg zieht wieder an - „Wandern ohne Gepäck“ besonders beliebt)

Bürgermeister Sascha Spielberger (parteilos) wies darauf hin, dass sich das am östlichen Rand von Ober-Moos befindliche Grundstück „im Dornröschenschlaf“ befunden habe. Die von Fichten umgebene Fläche sei ein Mischgebiet, das planungsrechtlich in ein „Sondergebiet Feriendorf“ umgewandelt werden solle. Spielberger: „Ich bin froh über diese Entwicklungsmöglichkeit. Wichtig ist für uns, dass das Feriendorf nicht auf die gemeindlichen Siedlungsgebiete angerechnet wird.“

Am Nieder-Mooser See „explodiert derzeit die Nachfrage. Sie kann bei Weitem nicht befriedigt werden. Das Feriendorf ist eine sinnvolle Abrundung.“ Der Gemeinde entstünden keine Kosten, da der nötige vorhabenbezogene Bebauungsplan vom Investor bezahlt und Kosten für zum Beispiel die Erschließung in einem städtebaulichen Vertrag geregelt würden.

Feriendorf in Ober-Moos geplant: Vorbild ist Wasserkuppe in der Rhön

Auf Nachfrage von Jonathan Höhn (SPD) führte Enders aus, dass er der „alleinige Investor“ sei: „Im Raum Fulda besitze ich 50 bis 60 Einheiten an Ein- und Mehrfamilienhäusern. Um die 70 Einheiten habe ich in der Pipeline – ohne dieses Projekt. Ich bin Inhaber eines Elektro-Betriebes, der sich über den Rand hinaus engagiert.“

Ein Punkt, der von Friedel Kopp (FW) und anderen aufgegriffen wurde, war die Frage nach den Besitzverhältnissen: „Werden die Häuser nur vermietet oder geht es auch um Wohnungs- oder Sondereigentum?“ Beides sei geplant, räumte Enders ein. Die Gebäude sollen in Holzbauweise entstehen und es werde eine zentrale Heizung für alle Häuser geben.

Der Ausschuss empfahl der Gemeindevertretung schließlich einstimmig bei einer Enthaltung, vor der Einleitung der Bauleitplanung eine Stellungnahme des Ortsbeirats sowie die Vorlage des städtebaulichen Vertrags zu verlangen.

Fraktionen äußern sich zum Projekt in Ober-Moos

„Wir sind in einer Früh-früh-Phase bevor der Aufstellungsbeschluss in Sicht kommt“, hob Bürgermeister Sascha Spielberger (parteilos) hervor.

Mit dem Ortsbeirat befinde er sich „in der Terminfindung für eine Informationsveranstaltung für die Bürger“. Eventuell werde in der Folge die Planung noch ergänzt und verfeinert.

Aus Sicht des Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Friedel Kopp (FW), zeige die Beschlussempfehlung, „eine Tendenz, dass wir dem Konzept zugetan sind. Aber bis zum Aufstellungsbeschluss müssen all die Dinge vorliegen, die unsere Interessen berücksichtigen und in dem Vertrag vereinbart werden“.

Viele Fragen offen - Grundsätzliches wird in kommenden Wochen geklärt

FW-Fraktionschef Kurt Decker meinte, dass die Präsentation des Projektes im Bauausschuss „nicht sehr aussagekräftig war. Wir sind aber nach intensiver Behandlung in der Fraktion grundsätzlich dafür“. Bevor jedoch das Bauleitverfahren eingeleitet werde, „sind uns einige Punkte wichtig“. Decker führte an, dass die Ober-Mooser „mit ins Boot geholt werden müssen, der Gemeinde keine Kosten entstehen und eventuell ein Lärmschutz für die direkten Nachbarn nötig“ sei. Zudem müsse klar sein, wer Betreiber des Feriendorfs sein werde. „Der Investor? Und wird er einen Firmensitz in Freiensteinau haben“, fragte er. 

Für die SPD sagte Jonathan Höhn, dass sich seine Fraktion „auch mit dem Thema auseinandergesetzt“ habe und sich „viele Punkte überschneiden. Ich finde es gut, dass im Ausschuss und auch heute viele Ober-Mooser da sind. Das Vorhaben sollte in ein touristisches Gesamtkonzept eingebettet werden. Grundsätzlich sind wir dafür“.

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