Bei Queck soll neben dem bisherigen Hühnermastbetrieb eine zweite Anlage entstehen.
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Bei Queck soll neben dem bisherigen Hühnermastbetrieb eine zweite Anlage entstehen.

Infoveranstaltung abgelehnt

Diskussion um Hühnermastbetrieb bei Schlitz: BLS empört über Bauvorhaben

Die Erweiterung eines Hähnchenmastbetriebes in Queck stößt der BLS sauer auf. Ihr Antrag, eine Informationsveranstaltung zu dem Bauvorhaben durchzuführen, wurde aber abgelehnt. 

Schlitz - Die Rechtslage zu dem Unterfangen ist nicht klar: Der bestehende Mastbetrieb im Schlitzer Ortsteil Queck (Vogelsberg) wurde von einem Landwirt errichtet, der aufgrund der entsprechenden Privilegierung von Landwirten dafür keine Genehmigung brauchte. Bei dem neuen Objekt taucht aber, wie beiläufig erwähnt, eine andere Bauherrin auf.

Die BLS zeigte sich über diese Erweiterung des Hähnchenmastbetriebes regelrecht empört. Sie forderte eine Informationsveranstaltung zu dem neuen Bauvorhaben. Dr. Klaus-Dieter Koch erhob Einwände gegen einen weiteren Geflügelmastbetrieb aus tierschützerischen und hygienischen Gründen. (Lesen Sie auch: Schweinemäster Frank Scheibelhut setzt in Hainzell auf Bio)

Vogelsberg: Große Diskussion um Hühnermastbetrieb bei Schlitz entfacht

Unter Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer (CDU) sei eine solche Mastanlage für mehrere tausend Tiere noch verhindert worden, jetzt habe der Magistrat dies „heimlich, still und leise“ durchgesetzt. Erster Stadtrat Willy Kreuzer (CDU) wies darauf hin, dass auch die BLS seit Anbeginn der Legislaturperiode im Magistrat vertreten sei, allerdings, räumte Koch ein, habe die BLS von ihrem damaligen Stadtrat nach seinem Ausscheiden aus der Wählergruppe keinen Kontakt mehr gehabt. Ein Argument, das wiederum der CDU-Fraktionsvorsitzende Kevin Alles nicht gelten lassen wollte. Auch alle Fraktionsvorsitzenden erhielten die Informationen aus dem Magistrat. Er sah keinen Grund für eine vom Magistrat einberufene Informationsveranstaltung, schließlich sei die Stadt nicht die Genehmigungsbehörde.

Außerdem wies er darauf hin, dass sich die CDU als einzige Fraktion über den Neubau vor Ort informiert und unter anderem festgestellt hat, dass die Hygienestandards von dem Betreiber ganz klar eingehalten würden. BLS-Fraktionsvorsitzender Dr. Jürgen Marxsen erklärte allerdings, er habe sich bisher vergebens bei der Firma um ein Gespräch bemüht. „Ich finde es beschämend, Herr Alles, dass Sie einen Betrieb in dem Tiere gequält werden, mit einem Gewerbebetrieb auf eine Stufe stellen“, erwiderte Koch und wies auf publizierte Beispiele hin, wo Hähnen nur eineinhalb DIN-A4-Blätter Platz zugestanden wurden. Als der CDU-Stadtverordnete Jürgen Stullich und Landwirt auf den angenehmen Duft hinwies, der von Hähnchenbratereien ausginge, erwiderte Koch brüsk: „Das finde ich widerlich“.

Für Gespräche offen zeigte sich die SPD: „Eine Informationsveranstaltung bedeutet doch noch keine Kritik an einem Unternehmen“, gab Zeynel Can zu bedenken, und Thomas Ziegler meinte: „Ich habe ein Problem damit, wenn Betriebe, die ihr Unternehmen nach Recht und Gesetz führen, an den Pranger gestellt werden“. Er schlug vor, den Betreiber der Mastfarm einmal in den Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss zu einem Gespräch einzuladen.

SPD und FDP stimmten dafür. CDU und BLS blieben bei ihrer harten Haltung: Sie lehnten den Vorschlag ab. Eine allgemeine Informationsveranstaltung wurde anschließend von der CDU ausgebremst. (rsb)

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